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Villa an Villa: Denkmalschutz für komplettes Markgrafenufer

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Von: Jörn Funke

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Die Häuser am Markgrafenufer im Stadtbezirk Hamm-Uentrop werden unter Denkmalschutz gestellt
Schöner wohnen im Hammer Osten: Das Markgrafenufer wird ob seiner beispielhaften Bauten zum Denkmalbereich. © Reiner Mroß/Digitalbild

Diverse Villen im Hammer Osten stehen bereits unter Denkmalschutz. Nun soll ein ganzer Straßenzug dazukommen: das Markgrafenufer.

Hamm-Osten – Der Hammer Osten war immer schon eine der besseren Wohngegenden. Vor mehr als 100 Jahren entstanden längs der Ostenallee und ihrer Nebenstraßen zahleiche Villen, von denen viele unter Denkmalschutz stehen. Jetzt stellt die Stadt fast einen kompletten Straßenzug unter Schutz: das Markgrafenufer.

Die Straße war 1913 zusammen mit der Ahsebegradigung angelegt worden. Rege Bautätigkeit setzte dort allerdings erst mehr als zehn Jahre später ein. Ab 1925 erschloss der „Beamtenverein der staatlichen Schutzpolizei Hamm“ das Gelände zwischen Markgrafenufer, Ostenallee und Soester Straße.

Gebaut wurden Einzel- und Doppelhäuser für Polizisten und Justizbeamte; an Markgrafenufer und Ostenallee waren aber von Anfang an Villen für zahlungskräftigere Kunden vorgesehen. Hier zogen nun Architekten, Bauräte, Kaufleute, Oberlandesgerichtsräte und Schuldirektoren ein. Der Beamtenverein hatte den Architekten August Schnickmann mit Entwürfen und Bauarbeiten beauftragt; er war dann auch für einige der Villen zuständig.

Gehobener Wohnungsbau am Markgrafenufer

Heute sind die Gebäude am Markgrafenufer aus Sicht der Stadt gute Beispiele für den gehobenen Wohnungsbau der 1920er und 1930er Jahre. Deshalb soll nun ein ganzer Denkmalbereich eingerichtet werden, der die Häuser Markgrafenufer von Nummer 11 bis 24 umfasst. Die Villen am Markgrafenufer 1 und 3 stehen bereits unter Denkmalschutz.

Beraten wird das Vorhaben in der Bezirksvertretung Uentrop (24. November), im Stadtentwicklungsausschuss (6. Dezember) und im Hauptausschuss (12. Dezember). Die Entscheidung trifft der Rat (13. Dezember).

Die Häuser am Markgrafenufer

Die folgenden Häuser sollen unter Denkmalschutz gestellt werden: Markgrafenufer 11: Villa des Oberlandesgerichtsrats Dr. Rudolf Otte (1935); 12: Villa des Stadtbaumeisters Karl Heyd (1927); 14: Villa des Reichsbahnispektors Emil Goetze (1926); 15/16: Doppel-Villa der Witwe Wilhelmine Uhlenbrock (1926); 17: Villa des Architekten August Schnickmann (1927); 18: Villa des Rektors Karl Montag (1926);

Markgrafenufer 19: Villa des Rektors Alois Karger (1931); 20: Villa des Steigers Anton Brinkmann (1934); 21: Villa des Oberingenieurs Eberhard Buschmann (1936); 21a: Villa des Senatspräsidenten Ernst Bergmann (1938); 22: Villa des Justizrevisors Franz Eickhoff (1935); 24: Villa des Stadtbauratens Emil Haarmann (1929)

Die Häuser gehören zum Stadtbezirk Uentrop und stehen am Ufer der Ahse, die die Grenze zum Bezirk Mitte markiert. Mit den Grenzen in diesem Bereich ist das manchmal nicht so einfach, wie die Geschichte mit dem Düker und dem „Niemandsland“ zeigt.

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