In Uentrop

Viel Kritik an neuem Logistikzentrum und Stadt: "Wirtschaftsstandort Hamm wird an die Wand gefahren"

Viel Kritik an neuem Logistikzentrum und Stadt: "Wirtschaftsstandort Hamm wird an die Wand gefahren"
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Im Schatten des Trianel-Gaskraftwerk (hinten) soll der neue Logistik-Park entstehen.

Hamm - Viel Kritik gibt es an der geplanten Ansiedlung eines neuen Logistikparks durch den Immobilienverwalter Hines auf einer ehemaligen Fläche der Trianel GmbH in Uentrop.

Kritisiert wird auch die Verwaltung für ihre Ansiedlungspolitik der vergangenen Jahre. „Jahrelang haben CDU und SPD um die Ansiedlung von Logistikunternehmen gebuhlt. Nun darf sich die Stadt über einen erneuten Bauantrag nicht wundern. Die Aussagen der Verwaltung sind daher nichts weiter als inhaltsleere Krokodilstränen“, sagt Florian Meyer, Spitzenkandidat für die Linke in Uentrop.

In Uentrop soll auf 71.000 Quadratmetern der sogenannte „DistributionPark“ entstehen. Der Immobilienentwickler Hines plant mehrere Hallen, die an Firmen aus der Logistikbranche - etwa Online-Händler - vermietet werden sollen.

Auswirkungen für das gesamte Stadtgebiet?

„Die Uentroper sind durch die bestehenden Firmen bereits massiv von Feinstaub und Lärm betroffen. Ich bin mir sicher, dass sich das erhöhte Lkw-Aufkommen auf das ganze Stadtgebiet auswirken wird. Mal eben die Abkürzung durch die City zur A1, das ist doch schon programmiert“, prophezeit der Linke Meyer.

Natürlich könne die Stadt niemanden daran hindern, einen Bauantrag zu stellen. Trotzdem betont Meyer: „Wir haben in der Vergangenheit aber immer wieder Vorschläge gemacht, wie man Lohndumping entgegentreten kann und so die Ansiedlung von Unternehmen unter sozialen Kriterien steuern kann. Unserer Vorschlag eine kommunale Niedriglohnabgabe einzuführen wurde von den anderen Parteien im Rat immer wieder verhindert."

Es sei gerade in Hamm wichtig das Lohnniveau zu haben, wo ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten auf ergänzende Transferleistungen angewiesen ist.

Grüne: Modell nicht zukunftsfähig

Die Grünen und Pro Hamm sehen es ähnlich. „Die Anbindung für den LKW-Verkehr ist mehr als suboptimal“, verweist Arnela Sacic, Grünen-OB-Kandidatin, unter anderem auf die marode Lippebrücke an der Zollstraße. Daneben gebe es nur wenige Zubringerstraßen, die allerdings schon heute stark vom Lkw-Verkehr belastet sind. Sacic: „Das Betriebsmodell ist in Zeiten des Klimawandels nicht zukunftsfähig!“

Neben einem Verkehrskollaps und Immissionen fürchten die Parteien auch negative Auswirkungen durch Versiegelung und Lichtsmog auf angrenzende und schützenswerte Biotope.

Wirtschaftsverband kritisiert Pläne

Ein solches Logistikzentrum mit Subunternehmer-Strukturen fördere zudem weder Wirtschaftsleistung und Kaufkraft der Bürger noch die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt. Der Kreisverband der mittelständischen Wirtschaft spricht gar davon, dass durch solche Ansiedlungen der Wirtschaftsstandort Hamm an die Wand gefahren werde.

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