Unfallgefahr: Bahnübergang Soester Straße soll endlich Schranken erhalten

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Immer noch ohne Schranken: Seit Jahren ist geplant, den Bahnübergang auf der Soester Straße auszubauen. In diesem Jahr soll es endlich so weit sein.

Hamm-Mark - Ein schwerer Unfall sorgte dafür, dass es für den Ausbau des bislang noch unbeschrankten Bahnübergangs Soester Straße "höchste Eisenbahn" wurde. Ganz oben auf einer Prioritätenliste zu stehen, heißt aber zwangsläufig nicht, kurzfristig dranzukommen. Nach jahrelangem Warten soll jedoch in diesem Jahr tatsächlich der Ausbau beginnen. 

Etwas mehr als zwölf Jahre ist ein schwerer Unfall her, etwa neun Jahre, dass der Bahnübergang Soester Straße deshalb und wegen der hohen Verkehrsdichte ganz nach oben auf die Prioritätenliste kam. Vor etwa sieben Jahren war ein erster Ausbautermin für den Bahnübergang angepeilt. Es folgten weitere, ohne konkret zu werden. Dann der Ausbaubeschluss im September 2016. Und in diesem Jahr sollen die Schranken tatsächlich gebaut werden. Die Regionalverkehr Ruhr-Lippe (RLG) wird die Baumaßnahme durchführen. Der genaue Baustart steht allerdings noch nicht fest. Die Stadtverwaltung hat aber die Maßnahme im Straßenbauprogramm eingeplant.

Gesamtkosten: 300.000 Euro 

Auf rund 330.000 Euro waren die Gesamtkosten vor eineinhalb Jahren geschätzt worden. Jetzt sind es 30.000 Euro weniger. Laut Eisenbahnkreuzungsgesetz werden die Kosten gedrittelt, so dass je 100.000 Euro auf die RLG, das Land und die Stadt entfallen, wobei Letztere noch eine 75-prozentige Förderung beantragt. So bleibt für Hamm ein Eigenanteil von 25.000 Euro.

Rotlicht übersehen - Autofahrer schwer verletzt

Der schwere Unfall auf dem unbeschrankten Bahnübergang der Soester Straße ereignete sich im November 2005. Ein 59-jähriger Autofahrer aus Hamm hatte das Rotlicht übersehen. Sein Auto war auf den Gleisen der RLG-Trasse von einem Güterzug erfasst und 100 Meter mitgeschleift worden. Der Mann wurde schwer verletzt. Das soll künftig die zusätzliche Sicherung des Bahnübergangs verhindern. Die bestehende Anlage auf der Soester Straße stammt aus dem Jahr 1974 und soll durch eine Lichtzeichenanlage samt Halbschranken und Gehwegschranken ersetzt werden. Der Dunantweg, der direkt neben den Gleisen in die Soester Straße mündet, erhält eine eigene Schranke und Anzeige. Neben Lichtsignalen werden für Fußgänger und Radfahrer auch akustische Hinweisgeber installiert. Sie sollen nur unmittelbar im Bereich des Übergangs zu hören sein. 

Die Schranken reagieren vollautomatisch auf sich nähernde Eisenbahnen. Die ordnungsgemäße Funktion der Anlage erkennt der Lokführer an Überwachungssignalen. Sie befinden sich in einem auf den Bremsweg des Zuges abgestimmten Abstand zum Bahnübergang.

Übergang Ostwennemarstraße auf Platz zwei 

Auf der Prioritätenliste auszubauender, unbeschrankter Bahnübergänge belegte die Anlage auf der Ostwennemarstraße den zweiten Platz. Der Ausbau ist allerdings aufwendiger. Denn, wie berichtet, soll die Kreuzung Ostwennemarstraße/Grenzweg zusätzlich mit einer Fußgängerampel gesichert werden. Das wird angesichts des von vielen Schülern genutzten Weges von den Politikern seit Jahren gefordert. Die Mehrkosten muss allerdings die Stadt tragen. Die Planungen laufen. Sie seien aber etwas ins Stocken geraten, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. „Wir haben unsere Planung soweit gemacht und warten jetzt auf die Bahn“ – die RLG. Für die neue Signalschaltung bedürfe es noch des Planungsrechts. Es werde damit gerechnet, dass die städtischen Gelder für den Doppelhaushalt 2019/20 berücksichtigt werden.

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