Strommast in Hamm ein letztes Mal als Brutplatz

Strombetreiber zeigt Herz: Heimat und Zukunft für Störche

Zum letzten Mal dürfen die Störche in diesem Jahr noch auf dem Hochspannungsmast brüten.
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Zum letzten Mal dürfen die Störche in diesem Jahr noch auf dem Hochspannungsmast brüten.

Die Störche sind wieder da. Ein Exemplar zog es offenbar zurück auf den Stahlmast einer Stromleitung in den Lippeauen bei Uentrop. Dort war er in diesen Tagen gesichtet worden. Im vergangenen Jahr sorgte dort ein Storchenpaar für Aufsehen.

Uentrop – Ausgerechnet den Stahlmast hatte es sich für sein Nest ausgesucht. Was für gewöhnlich für die Vögel und ihren Nachwuchs gefährlich werden könnte, galt in diesem Fall nicht. Die Stromleitung war längst abgestellt. Das bleibt sie auch. Der Storch wird sich dennoch in absehbarer Zeit eine neue Bleibe suchen müssen. Aber dafür ist bereits gesorgt.

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH demontiert zurzeit die 220-Kilovolt-Leitung, die vom Gersteinwerk durch das Naturschutzgebiet der Lippeauen bis zum Umspannwerk an der Dolberger Straße in Lippetal führt.

Die rund 24 Kilometer lange Freileitung wurde in den 1960er Jahren errichtet. Sie werde nicht weiter benötigt, heißt es in einer Mitteilung von Amprion. sodass die Region durch den Entfall der Leitung zukünftig entlastet werde.

Wenn der Hochspannungsmast abgebaut ist, können die Störche das neue Nest benutzen.

Schonfrist für den Mast

In der Brutzeit hatte zumindest das Storchenpaar noch Verwendung für den Stahlmast. Dieses Interesse hat es offenbar wieder bekundet. „Das bedeutet allerdings, dass dieser Mast nicht, wie ursprünglich geplant, nun demontiert werden kann, sondern erst, wenn der Storch im Herbst wieder gen Süden zieht“, erklärt der Übertragungsnetzbetreiber und geht dabei von September aus.

Damit das Paar und andere Störche langfristig in dem Bereich weiter ungestört brüten können, hat Amprion im Bereich der Lippeaue Ersatz geschaffen: Zwei speziell angefertigte Ersatzstorchennester wurden bereits im Februar in dem Naturschutzgebiet errichtet, sodass die ab März zu erwartenden Gäste ihr neues Zuhause beziehen können.

Die fachgerechte Errichtung sei von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hamm begleitet worden, heißt es. Die Behörde werde in Zukunft die Betreuung und Wartung der Vogelhorste übernehmen. - ha/WA

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