Platz für mehr Unternehmen

Streit um Industrie: Rund 40 Hektar in Uentrop noch unbebaut

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Noch nicht vermarktet ist das Schmehauser Feld zwischen Autobahn 2 und RWE-Kraftwerk Westfalen. Das Planverfahren läuft noch. Es gibt bisher nur eine Reservierung für eine 7,5 Hektar große Teilfläche direkt an der A2.

Schmehausen – Vertreter der Stadt und der großen Koalition meinen, Hamm brauche mehr Platz für Industrie. Die Gegner der südlichen Erweiterung des Gewerbegebiets Uentrop erklären, es seien noch genug Flächen vorhanden. Wer hat recht? Tatsache ist, im Osten der Stadt ist noch viel unbebautes und bereits für Gewerbe vorgesehenes Land.

Ein freies Grundstück bedeutet nicht, dass es noch zu haben ist. Das kann auch für die unbebauten Flächen im Gewerbegebiet Uentrop gelten. Aber wie verhält es sich wirklich? Da sind die etwa 20 Hektar zwischen Autobahn 2 und dem RWE-Kraftwerk Westfalen, das sogenannte Schmehauser Feld. Zusammen mit den Flächen der stillgelegten alten Kraftwerksblöcke war dieser Bereich des Gewerbegebiets immer wieder Gegenstand der Diskussionen um die umstrittene südliche Erweiterung des Industriegebiets in Norddinker. 

Die einen sagten, die Fläche stehe nicht mehr zur Verfügung, sei im Grunde vermarktet; die protestierenden Bürger forderten dagegen, erst einmal die freien Areale zu bebauen, die zudem ausreichend seien. Die Reaktivierung von Gewerbebrachflächen hat sich dabei auch die Große Koalition auf die Fahne geschrieben. Doch beim Energiekonzern RWE ist das offenbar noch kein Thema. „Es gibt noch keine Planung für die Nachnutzung der Flächen der Kraftwerksblöcke A bis C“, sagt Unternehmenssprecher Olaf Winter.

7,5 Hektar sind reserviert

Im Falle des unbebauten Schmehauser Feldes, das südlich der Siegenbeckstraße verläuft, verweist er auf das seit Jahren laufende Bauleitverfahren. Demnach konnte RWE als Eigentümer noch kein Grundstück verkaufen. Gleichwohl gibt es Interessenten. „Wir haben diverse Nachfragen aus verschiedenen Branchen“, sagt er. Und es gebe eine Reservierung für ein 7,5 Hektar großes Grundstück direkt an der Autobahn. Bei dem Interessenten handele es sich um einen ortsansässigen Gewerbebetrieb, sagt er. Mehr konnte er mit Blick auf den Verfahrensstand noch nicht sagen.

Platz in Schmehausen und im K'Park

Nach Schätzungen der Stadtverwaltung im Januar könnten die Flächennutzungs- und Bebaungsplanänderungen für das Schmehauser Feld vielleicht im Laufe des kommenden Jahres von den politischen Gremien beschlossen werden. Auf den rund 20 Hektar und den unbebauten etwa 19 Hektar im sogenannten K’Park südlich von DuPont dürfte demnach noch manche Ansiedlung von Unternehmen möglich sein. Dabei ist nur der Osten der Großstadt betrachtet. Wie lange reicht dort die Flächenreserve? Die Meinungen gehen auseinander. 

Zum Artikel "Der Stadt Hamm gehen die Gewerbeflächen aus" hier klicken

In nicht allzu ferner Zeit werde auch der Bereich bebaut sein, heißt es von den Befürwortern der südlichen Erweiterung in Norddinker, von der großen CDU-SPD-Koalition im Stadtrat. Sie beschloss die Berücksichtigung der rund 50 Hektar südlich des Trianel-Kraftwerks im Regionalplan Ruhr – und das vor allem als städtischer Flächenpool und Tauschfläche. Das heißt, die Ansiedlungen könnten auch woanders in Hamm erfolgen – müssen aber nicht, was die Gegner aus Norddinker veranlasst hat, die Gründung einer anerkannten Bürgerinitiative anzugehen.

Mehr zum Bürgerprotest in Norddinker gegen mehr Industrie hier klicken 

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