Skurriles Gefährt: Hammer baut Passat zu Anhänger um

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Braam-Ostwennemar - Er ist nicht getunt, hat keine besonders auffällige Lackierung, und auch die Reifen und Felgen sind völlig normal. Dass der über 20 Jahre alte grüne VW Passat von Björn Ruminski dennoch viele Blicke auf sich zieht, hat einen anderen Grund: die Hälfte des Autos fehlt nämlich.

Genauer gesagt hat der 44-Jährige das Fahrzeug in aufwändiger Eigenarbeit zu einem Anhänger umgebaut und sorgt so bei seinen Touren immer wieder für Neugier und Begeisterung – zuletzt sogar bei der Polizei. „Ich habe irgendwann mal im Fernsehen gesehen, dass jemand ein Auto zum Anhänger umgebaut hat und mir dann gedacht: ,So einen will ich auch‘“, erklärt der Ostwennemarer, wie er auf die kuriose Idee gekommen ist.

Sofort loslegen konnte Ruminski aber nicht, schließlich fehlte das passende Fahrzeug dafür. Ein Unfall, bei dem jemand rückwärts in den Passat von Ruminskis Familie gefahren ist, änderte das aber. „Jetzt kannst du ihn haben“, habe ihm seine Frau damals gesagt – und prompt legte er los. Eine der größten Aufgaben war es, den vorderen Teil des Autos mit einer elektrischen Säge abzutrennen und den übrig gebliebenen Teil mit einem angeschweißten Metallblech zu verkleiden.

Bis auf die Lackierung alles selbst gemacht

Damit war es aber natürlich noch nicht getan, schließlich wollte Björn Ruminski die Tüv-Plakette erhalten. Unter anderem hat er deshalb zur Verstärkung eine Verstrebung für die Deichsel eingebaut, aber auch den Tank baute er aus und hat stattdessen dort nun eine Steckdose. „Bis auf die Lackierung habe ich alles selbst gemacht“, ist der Hobby-Schrauber stolz auf seinen ungewöhnlichen Anhänger.

Björn Ruminski aus Braam-Ostwennemar hat sich einen Anhänger aus einem halben Passat gebaut. Das gesamte Gespann im selben Farbton ist eine kuriose Erscheinung.

Dabei gibt es noch viele weitere kleine, liebevoll gestaltete Elemente an dem Gefährt. Wer einen Blick in den Anhänger wirft, sieht sogar einen Fernseher darin. Damit allerdings nicht jeder auch tatsächlich hineinsehen kann, montierte der Ostwennemarer Vorrichtungen im Inneren des Anhängers, an die Vorhänge als Sichtschutz gehängt werden können. Der Sinn dahinter: Weil das Gefährt groß genug ist, kann man eine Matratze hineinlegen und auf diese Weise im Anhänger übernachten. „Transportieren will ich mit dem Anhänger ohnehin nichts“, sagt er und betont, dass der Umbau in Eigenregie für spontane Ausflüge gedacht sei.

Offizielle Zulassung

Nach anderthalbjähriger Bauzeit erhielt Björn Ruminski die Tüv-Plakette für den 550 Kilogramm schweren „geschlossenen Anhänger“, sodass er auch offiziell auf den Straßen der Republik damit fahren darf. „Viele Leute machen Fotos mit dem Handy, wenn sie uns sehen“, sagt der Hobby-Schrauber, für den es bei dem Bau um weitaus mehr ging. „Ich hatte einfach Lust, ein Projekt alleine zu machen“, sagt er. Zwar ist der Bau des Anhängers schon ein paar Jahre her, doch erst jetzt zog er erstmals auch die interessierten Blicke der Polizei auf sich.

Grund dafür ist die Schaufensterpuppe „Olga“, die immer im Anhänger mitfährt. Was als Gag gedacht war, warf bei den Beamten Fragen auf – „schließlich dürfen in einem Anhänger keine Personen transportiert werden“, sagt Ruminski und erntete einige Lacher, als er die Situation mit der Polizei aufklärte.

Demnächst soll es dann wieder spontan auf Tour gehen, vielleicht zur Nordsee. Wenn Ruminski dann wieder Halt macht, werden die Passanten aber nicht nur interessiert schauen. „Ich habe schon einige Anfragen gehabt, ob ich ihn verkaufe“, sagt er. In Frage kommt das für ihn nicht, wie der Aufkleber auf dem Heck zeigt. Da steht: „Nein! Nix verkaufen. Meiner.“ Für Freunde habe er seither zwar ebenfalls schon solche Anhänger gebaut – allerdings nur aus Spaß an der Sache.

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