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Gut Sternholz: Das neue Leitungs-Duo stellt sich vor

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Von: Torsten Haarmann

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Katharina Hieronymus und Tillmann Schreiber gehören seit Jahren zum Team von Gut Sternholz.
Auch außerhalb der Sauna unter Dampf: Katharina Hieronymus und Tillmann Schreiber gehören seit Jahren zum Team von Gut Sternholz. Die bisherigen Stellvertreter haben zum Jahreswechsel gemeinsam die Betriebsleitung des Hauses von Bärbel Kaiser übernommen. © Andreas Rother

Entspannung in „spannender“ Zeit: Katharina Hieronymus und Tillmann Schreiber sind die neuen Betriebsleiter von Gut Sternholz in Hamm-Uentrop. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Haaren – Drei Mal geimpft und der Entspannung steht nichts im Wege. Wenn es mal so einfach wäre. Katharina Hieronymus und Tillmann Schreiber brauchen derzeit eine ganze Weile, bis sie alle Variationen mit Corona-Tests, Impfkombinationen und Fristen auf der Schautafel übersichtlich angeordnet haben. Nur wer eine der Voraussetzungen erfüllt, darf in die Wellness-Anlage Gut Sternholz.

Viel lieber würde sich das neue Betriebsleiter-Duo vor allem dem Wohl der Gäste in der Sauna, dem Hotel und der Gastronomie widmen. Im Grunde machen sie das auch, aber anders als viele Jahre zuvor. Es geht um die Pandemie im Allgemeinen und um die Corona-Schutzverordnung im Speziellen. Nur wenn sie eingehalten wird, können sich die Gäste sicher fühlen. In herausfordernden Zeiten haben Hieronymus und Schreiber zum Jahreswechsel die Leitung der in der Region gefragten Wellness-Oase in Haaren übernommen. Trotz anhaltend außergewöhnlicher Situation mit ungewissem Verlauf, versprühen sie Optimismus. Ihre Erfahrungen sind nur ein Grund dafür. „Spannend“ nennen beide diese Zeit. Sie arbeiten schon lange in dem Haus.

„In den vergangenen zwei Jahren sind wir fast zu Juristen geworden“, sagt Hieronymus. Immer wieder galt es, neue Corona-Schutzverordnungen zu studieren und in jeder für die Wellness-Anlage möglicherweise relevanten Einzelheit zu verstehen und umzusetzen. Nach monatelanger, Corona-bedingter Schließung ist die Wellness-Anlage zwar seit Mitte Juni „ohne größere Einschränkungen“ geöffnet, wie Schreiber sagt. Aber auch Entwicklungen von der 2G-Regel zu 2G-plus und den jüngsten Zusätzen wirkten sich stets auf den Gästefluss aus. „Das darf man nicht unterschätzen.“

Wir nehmen die Maßnahmen sehr ernst, und das wird von unseren Gästen als Sicherheit empfunden.

Betriebsleiter Tillmann Schreiber über Corona-Beschränkungen

Dabei gab es durchaus positive Überraschungen. „Wir nehmen die Maßnahmen sehr ernst und das wird von unseren Gästen als Sicherheit empfunden“, sagt der 37-Jährige. Damit meint er nicht nur die selbst verordnete Maskenpflicht im Haus auf allen Laufwegen, sondern die gegebenenfalls erforderlichen Corona-Tests vor einem Besuch. 2G-plus sei „sehr positiv“ aufgenommen worden. Immerhin verbrächten die Besucher oft einen ganzen Tag auf Gut Sternholz. Die Tests gäben ihnen die Sicherheit, dass alle Gäste zum Zeitpunkt des Aufenthaltes negativ seien. „Das hat uns tatsächlich noch einmal ein Gästeplus gegeben“, sagt Hieronymus.

Die Betriebsleiter stellen fest, dass die Gäste „sehr diszipliniert“ seien. Wenn nicht schon geschehen, besorgt sich so mancher Gast noch ein negatives Testergebnis, vorzugsweise im nahen Testzentrum in Dolberg. In Einzelfällen muss das Team von Gut Sternholz ausdrücklich darauf bestehen, auch wenn die Gültigkeit eines Tests nur vor wenigen Minuten abgelaufen ist.

Tillmann Schreiber kam als Koch auf Gut Sternholz, leitete jahrelang die Gastronomie.
Jahrelange Erfahrung und flexibel im Einsatz: Tillmann Schreiber kam als Koch auf Gut Sternholz, leitete jahrelang die Gastronomie. © Andreas Rother

Gut Sternholz in Uentrop: Zufrieden, so wie es gerade läuft

Absolute Gästezahlen nennen die beiden nicht. Die acht Zimmer des Hotels seien „gut gebucht“, nur jetzt nach den Ferien gebe es auch mal ein paar Lücken in der Woche. Insgesamt aber „sind es schon weniger Gäste“, sagt Hieronymus über den Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie, „aber es ist sowohl für sie als auch für uns okay. Wenn es so läuft wie es jetzt läuft, sind wir zufrieden.“

Das Team sei froh, dass die Kurzarbeit vorbei sei und es arbeiten dürfe. Rund 15 Monate musste die Anlage während der Corona-Lockdowns geschlossen bleiben: erst von März bis August 2020 und dann nach nur sechs Wochen wieder. Dazu kam auch noch der Wasserrohrbruch im Mai.

So eine Zeit hätte mancher Betrieb nicht überstanden. Als Vorteil erkennen die Betriebsleiter, dass Gut Sternholz einen „starken Partner im Rücken hat“. Seit 2019 gehört die Anlage zum niederländischen Unternehmen International Wellness Resorts (IWR). Es betreibt nach eigenen Angaben elf Wellnessresorts in den Niederlanden, in Belgien und mit der Bali Therme in Bad Oeynhausen ein weiteres in Deutschland.

Katharina Hieronymus war lange Zeit stellvertretende Betriebsleiterin.
Katharina Hieronymus war lange Zeit stellvertretende Betriebsleiterin. Die wechselnden Corona-Schutzverordnungen und die Beschränkungen für die Gäste der Wellness-Anlage sind für sie dennoch eine besondere Herausforderung. © Andreas Rother

Gut Sternholz in Uentrop: Für Ausfälle vorbereitet

Gleichwohl ist die Pandemie noch nicht vorbei. Auf mögliche Entwicklungen will Gut Sternholz vorbereitet sein. Bislang habe es noch keinen Corona-Fall während des Betriebs gegeben, sagt Hieronymus, nur während der Schließung. Sollte es dennoch zu größeren Ausfällen kommen, will das Team vorbereitet sein. Die Mitarbeiter werden für jeweils weitere Aufgaben im Haus geschult. Die Betriebsleiterin könnte im Fall der Fälle auch Sauna-Aufgüsse machen, ihr Kollege in der Küche wirken. „Bis auf Massagen könnten wir den Betrieb am Laufen halten“, sagt Schreiber. Das sei auch das Ziel.

Erfahrungen sind von Vorteil. Hieronymus ist seit 2007 im Unternehmen und hatte bislang die stellvertretende Betriebsleitung inne – wie auch Schreiber seit vergangenem Sommer. Er ist seit rund neun Jahren im Haus, zunächst als Koch, dann als Leiter der Gastronomie.

Das Haus ermöglicht seinen Mitarbeitern, sich weiterzuentwickeln. Auf solche Erfahrungen setzt man auf Gut Sternholz. Von den rund 70 Beschäftigten, davon etwa die Hälfte in Vollzeit, gehören gut 35 zum „Kern-Team“, das seit Jahren dabei ist.

Gut Sternholz in Uentrop: Visionen und Investitionen

Das soll der Weiterentwicklung der Wellness-Oase zugutekommen. Noch unter der Leitung von Bärbel Kaiser haben Hieronymus und Schreiber an ihren „Visionen“ für das Haus gearbeitet. Die IWR signalisiert weitere Investitionen in den Standort. „Die stehen in der Pipeline“, sagt sie. Die Pandemie hat eine Umsetzung aber zunächst ausgebremst.

Weitere Stichworte sind Nachhaltigkeit und Regionalität. Das betrifft die Sauna genauso wie die Gastronomie. Dort kommen immer mehr Bio-Produkte zum Einsatz. Der Fokus liegt auf regionalen Lieferanten, etwa für hochwertige Fleischprodukte aus Unna und Bergkamen und Säfte aus Hamminkeln. „Das ist zwar viel Arbeit, aber in die Richtung wollen wir uns weiterentwickeln“, sagt Schreiber.

Damit schärft „Gut Sternholz – Sauna – Wellness – Hotel“ weiter das Alleinstellungsmerkmal weit über Hamm hinaus. Gäste kommen vor allem aus Hamm und der Region, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet. Folgen einer etwaigen Wettbewerbsverdrängung im Lokalen erkennen die Betriebsleiter daher nicht. Die Zielgruppen seien verschieden, sagt Hieronymus mit Verweis auf die langen Aufenthalte der Gäste in der breit aufgestellten Wellness-Anlage mit teils denkmalgeschützten Gebäuden und dem Park. Man kommt nicht mal eben zum Saunieren.

„Je länger wir geöffnet haben, desto näher kommen die Investitionen“, sagt die Betriebsleiterin. „Mit Blick auf Corona hoffen wir schnell ins Frühjahr zu kommen“ – und immer ein Stück „näher zur Normalität“.

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