Rückenwind für Anwohner-Initiative 

Rund 400 Bürger protestieren gegen Gewerbegebiets-Erweiterung in Uentrop

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Kunstvoller Widerstand: Otmar Alt entwarf eine Protesttafel, die beim Treffen am Sonntag enthüllt wurde. Er ist als Nachbar der geplanten Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet selbst ein Betroffener.

Norddinker/Uentrop – Für die Initiatoren ein voller Erfolg: Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich am Sonntagmorgen rund 400 Protestierende auf dem Feld Im Tal/Ecke Obere Rothe, um gegen die geplante Erweiterung des Industriegebiets in Hamm-Uentrop/Norddinker (K-Park Süd II) Stellung zu beziehen.

Otmar Alt, nicht nur einer der prägenden Künstler der Stadt Hamm, sondern auch betroffener Anwohner, hatte eine Protesttafel gestaltet, um das Aufbegehren der Bürger auch optisch wahrnehmbar zu machen. Bei gespendetem Kuchen und herzhaften Häppchen diskutierten die Bürger, aber auch Angehörige verschiedener politischer Parteien angeregt. Zumeist waren diese allerdings nicht als Vertreter ihrer Parteien, sondern aus privatem Interesse vor Ort. 

Karl-Heinz Rüter, der als einer der direkt Betroffenen die Koordination des Protestes mit übernommen hatte, erläuterte die nicht unerheblichen Unterschiede zwischen einem Industrie- und einem Gewerbegebiet, seien es Lärm, Emissionen und Gefahren. Die zu erwartenden Folgen der Ausweisung des Gebiets im Regionalplan Ruhr, Blatt 1, als Industriegebiet habe weitreichende Folgen für Kultur, Landwirtschaft und stehe dem Landschafts- und Hochwasserschutz entgegen, sagte er.

Naherholung und geschützte Bereiche

Bereits jetzt gebe es Entwässerungsprobleme im Gebiet Norddinker-Heide. Der Grüngürtel zwischen bestehendem Industriegebiet und Wohngebieten in Uentrop, Norddinker und Braam würden von deren Bewohnern gerne zur Naherholung und sportlichen Betätigung genutzt, erklärte Rüter. Eine direkt an geschützte Landschaftsbereiche und Landschaftsschutzgebiete angrenzende, weitere Industrieansiedlung werde nicht nur diese geschützten Bereiche vernichten, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt erheblich schädigen, sagte er. Auch die Verkehrsanbindung sei bei weitem nicht so perfekt wie in den Planungen dargestellt.

Einwendungen noch möglich

Lange Warteschlangen vor den Unterschriftslisten zeugten von der Zustimmung der vielen Protestierenden. Als Rüter die Menge fragte, wer denn der Ausweisung des Gebiets als Industriegebiet positiv gegenüberstehe, meldete sich nicht einer der Anwesenden, was die Hoffnung, die geplante Erweiterung noch stoppen zu können, befeuerte.

Zum Artikel über den Aufruf der Anwohner zum Treffen hier klicken

Viele nahmen die vorbereiteten Entwürfe zur persönlichen Einwendung mit, um diese an den Regionalverband Ruhr und an den Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann zu senden. Die Frist für persönliche Einwendungen laufe am 27. Februar ab, erinnerte Rüter.

Weitere Aktionen möglich

Gegen Ende der Veranstaltung zogen er und seine Mitstreiter ein positives Fazit: „Unsere Erwartungen in Sachen Beteiligung sind mehr als erfüllt. Jetzt können wir nur abwarten, zu welchem Ergebnis die Ratssitzung am 26. März kommt.“ Rüter gibt sich kämpferisch: „Sollte die Stadt die Pläne weiterverfolgen, müsste man weitere Aktionen in Angriff nehmen.“

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