350 Teilnehmer bei Protestaktion

Protest: Hunderte Regenschirme gegen noch mehr Industrie

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Mit Regenschirmen in der Hand stellten sich die Protestler zu einem „X“ auf und demonstrierten so das Durchkreuzen der Pläne von Regionalverband und Stadt. Dazu trafen sie sich auf einem Feld der angedachten Erweiterungsfläche für das Industriegebiet, im Schatten des Trianel-Kraftwerks.

Norddinker – Es war ein deutliches Zeichen des Widerstands gegen die Pläne der Politik, das am Sonntag rund 350 Bürger in Norddinker setzten: Bei einer weiteren Protestaktion der Bürgerinitiative formierten sich die Teilnehmer mit Regenschirmen zu einem riesigen „X“ und machten damit symbolisch klar, dass sie eine südliche Erweiterung des Industriegebiets Uentrop nicht zulassen und die Pläne durchkreuzen wollen.

Am 26. März soll in der Ratssitzung die Ausweisung einer rund 50 Hektar großen Fläche zwischen Norddinker und Uentrop im Regionalplan Ruhr für die Erweiterung des Industriegebiets Uentrop beschlossen werden. „Die Initiative lässt nicht locker“, sagte Peter Oberg aus Frielinghausen über die Pläne und kündigte als CDU-Politiker und Uentroper Bürger an, weiter „Dampf“ machen zu wollen, damit sich auf der Fläche keine Industrie ansiedeln kann.

Genauso sahen es auch vier ältere Herren aus Norddinker, die in unmittelbarer Nähe des betroffenen Gebiets wohnen und dort Lärm, kaputte Straßen, viel Lkw-Verkehr und schlechte Luft befürchten. „Es ist sehr wichtig, ein Zeichen zu setzen“, begründete einer der Männer, warum auch sie sich unter den rund 350 Teilnehmern einfanden. „Hier suchen viele Störche und Kibitze ihr Futter, da kann man doch nicht einfach das schöne Umland zerstören“, argumentierte er, warum er gegen eine Süderweiterung des Industriegebiets ist. „Außerdem gibt es hier landwirtschaftliche Flächen, die den Landwirten ihr Einkommen sichern“, sagte ein anderer der Männer.

Als Naherholungsgebiet genutzt

Zur Protestaktion kamen aber nicht nur betroffene Anwohner zur Wiese in der Straße Am Wehrkipp. „Man kann nicht der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg zujubeln und dann hier alles umwerfen“, meinte Martin Knäpper, der das Areal gerne als Naherholungsgebiet mit seiner Familie nutze. „Wir wollen, dass die Natur erhalten bleibt“, sagte seine Frau Britta und verwies darauf, dass das Gebiet für Menschen und Tiere im naturbelassenen Zustand gleichermaßen wichtig sei. Warum sich die Ostwennemarer an der Protestaktion beteiligten? „Es ist wichtig, damit die Politiker wach werden und sehen, dass wir Bürger das nicht wollen“, so Martin Knäpper.

Protestaktion gegen Erweiterung des  Industriegebiets

Lieber Brachflächen anstelle von Naturarealen für eine Industriegebietserweiterung, dafür machte sich Ulrich Kroker stark. Dabei war er weniger als Grünen-Politiker gekommen. Dass er als Rhyneraner zwar nicht unmittelbar betroffen sei, sei kein Grund, sich nicht mit dem Thema zu befassen. Im Gegenteil: Wie er schlossen sich dem Protest etliche andere Bürger aus Hamm an, um im Sinne einer Solidargemeinschaft ein noch deutlicheres Zeichen zu setzen. 

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Dass es dabei nicht nur um die Fläche zwischen Norddinker und Uentrop gehe, machte Ursel Joseph deutlich. „Eines der ganz großen Probleme in Deutschland ist, dass Flächen versiegelt werden“, begründete sie ihre Teilnahme an der Aktion. „Wir müssen einfach mal sagen: Wir wollen mal nicht“, betonte hierzu auch Peter Honke.

Solidarität

So unterschiedlich die Argumente der Protestler auch waren, in einem war man sich einig: Die Aktion war gelungen. „Es sind viele, die sich solidarisch zeigen, es war ein Erfolg“, resümierte Mitorganisator Karl-Heinz Rüter. Galerie im Internet www.wa.de

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