Mehr Räuber, aber weniger Einbrüche im Bezirk Uentrop 

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Einer von mehreren schweren Unfällen: Bei dem Frontalzusammenstoß am 17. Dezember in Norddinker wurden drei Personen schwer verletzt.

Uentrop -  Kriminalität, Unfälle und mehr: In ihrem Jahresbericht stellt die Polizei fest, dass 2017 das zweitniedrigste Fallzahlenaufkommen der vergangenen zehn Jahre war. Allein auf den Stadtbezirk Uentrop bezogen, gilt das aber nicht. Hier ist die Zahl der Straftaten im Vergleich auf einem höheren Niveau geblieben.

Wenn es um die Zahl der Straftaten und Unglücksfälle geht, hat sich der Stadtbezirk Uentrop im Jahr 2017 im städtischen Trend entwickelt. Demnach nahmen die Zahlen im vergangenen Jahr ab, bei den Straftaten von 1.260 auf 1.220 oder um 3,17 Prozent. 5.235 polizeiliche Einsätze wurden 2017 in Uentrop gezählt, im Vorjahr waren es noch 6.848. Im Jahresbericht der Polizei wird dabei festgestellt, dass 2017 das zweitniedrigste Fallzahlenaufkommen der vergangenen zehn Jahre war. Das gilt allerdings nur gesamtstädtisch und nicht für Uentrop. Hier bleibt die Zahl der Straftaten im Vergleich mit den vergangenen Jahren auf einem höheren Niveau. Das ist aber schnell relativiert durch die Größe Uentrops und die rund 27.000 Einwohner: Insgesamt betrachtet bleibt der Stadtbezirk daher ein eher ruhiger. 

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang eine „Nichtmeldung“. So kam es im vergangenen Jahr im Stadtbezirk Uentrop zu keinem Tötungsdelikt. Die zuletzt hohe Zahl an Einbrüchen ist zudem wieder zurückgegangen, von 60 auf zuletzt 35. Im Bereich Raub ist allerdings ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen, von sechs Fällen im Jahr 2016, auf 15 im vergangenen Jahr. Bei gefährlichen Körperverletzungen verzeichnete die Polizei einen weiteren Anstieg, diesmal um vier auf 32 Delikte, wie auch bei den Diebstählen an und aus dem Pkw. Dabei zählte die Polizei 109 Fälle, ein Plus von fast 16 Prozent.

Weniger Straftaten, mehr Aufklärung: Hamm keine Kriminalitäts-Hochburg

Auf vergleichsweise hohem Niveau bleibt die Zahl der Fahrraddiebstähle, die mit 121 angezeigten Fällen ungefähr auf Vorjahreshöhe geblieben ist, wie auch bei den Sachbeschädigungen mit 203 Delikten. 

Die Schwankungen bei den Taschendiebstählen sind oft auch darauf zurückzuführen, dass es nicht immer zur Anzeige kommt. Das geschah im Jahr 2017 im Stadtbezirk Uentrop dennoch 18 Mal, im Vorjahr war es noch 31 Mal der Fall.

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Bei der Unfallstatistik fallen insbesondere die beiden bei Unfällen getöteten Menschen auf. 2016 war keiner im Uentroper Straßenverkehr umgekommen. Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 15 auf 19, die der Leichtverletzten sank dagegen von 88 auf 60. Bei den Kinderunfällen wurden 2016 noch sechs Beteiligte leicht verletzt. Im vergangenen Jahr stellte die Polizei einen Anstieg um drei auf neun Leichtverletzte und ein schwer verletztes Kind fest.

Laut Polizei die wichtigsten Ereignisse im Bezirk:

5. Januar: Ein 89-jähriger Ford-Fahrer kollidiert gegen 7.45 Uhr auf dem Alten Uentroper Weg in Höhe der Sundernstraße mit einem quer zur Fahrtrichtung abgestellten Muldenkipper. Der 52-jährige Lkw-Fahrer hat gerade einen auf einer Grundstückseinfahrt stehenden Container aufladen wollen. Rettungskräfte befreien den schwer verletzten Senior aus seinem Auto und bringen ihn in ein Krankenhaus, wo er zwei Tage später seinen Verletzungen erliegt. Zudem wird eine 85-jährige Mitfahrerin in dem Ford leicht verletzt.

20. März: Mit einer Pistole bewaffnet überfallen zwei Maskierte am frühen Morgen gegen 5 Uhr einen 46-jährigen Auslieferungsfahrer einer Bäckereikette vor der Filiale im Maxi-Center. Die Täter fordern den Fahrer unter Vorhalt der Schusswaffe auf, sich auf den Boden zu legen. Anschließend stehlen sie aus dem Auslieferungsfahrzeug die Wochenendeinnahme der Filiale und flüchten zu Fuß. Identische Taten verübten die Räuber zuvor in Moers und Wuppertal. Als die 24 und 25 Jahre alten Männer am 3. April in Herne erneut zuschlagen wollen, werden sie von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei festgenommen.

27. März: Ein technischer Defekt am Antriebsmotor eines Rolltores löst gegen 18 Uhr einen Brand in der Warenannahme des Aldi-Marktes im Maxi-Center aus. Die Feuerwehr verhindert ein Übergreifen der Flammen auf den Verkaufsraum. Eine 46-jährige Mitarbeiterin des Discounters wird leicht verletzt. Die Brandermittler schätzen den Gebäudeschaden auf 30.000 Euro.

Brand im Aldi-Markt am Maxi-Center

26. April: Gegen 8.40 Uhr ist ein 27-jähriger Mitarbeiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Hamm auf dem Alten Uentroper Weg in Höhe Bussardstraße unterwegs, als er feststellt, dass Rauch aus dem Laderaum des Müllwagens aufsteigt.Er kippt den Sperrmüll auf die Straße und alarmiert Feuerwehr und Polizei. Personen werden nicht verletzt. Sachschaden entsteht nicht. Am 29. Mai ereignet sich auf der Ostwennemarstraße in Höhe des Grenzwegs ein ähnlicher Vorfall. Dort muss die Straße für etwa eine Stunde gesperrt werden.

Inhalt eines Müllwagens brennt im Hammer Osten

25. Juni: Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen feiern die Hindus in Uentrop das europaweit größte Tempelfest. Der Veranstalter zählt rund 18.000 Besucher. Das Fest verläuft aus Sicht der Polizei friedlich und nahezu störungsfrei. Vor Veranstaltungsbeginn überprüfen Sprengstoffspürhunde routinemäßig das Tempel- und Basargelände. In einer Garage unweit des Tempels stellen sie gegen 7.20 Uhr einen verdächtigen Gegenstand fest: ein faustgroßes, muschelähnliches Musikinstrument. Der Gefahrenbereich wird in einem kleinen Radius abgesperrt. Ein Experte des Landeskriminalamtes stellt fest, dass der Gegenstand keinen Sprengstoff enthält und ungefährlich ist. 

28. Juni: Geschätzte 350.000 Euro Sachschaden hinterlassen zwei 14-Jährige aus Werl und Hamm am Abend im fast fertiggestellten Schulneubau auf dem Gelände der LWL-Klinik an der Heithofer Allee. Zudem stehlen sie mehrere Elektrogeräte. Im Gebäudeinneren kippen sie Farbeimer um, beschmieren Wände, zerstören unter anderem Scheiben, Server und Schaltkästen. Danach flüchten sie. Anwohner sehen sie und alarmieren die Polizei. Die Ermittler klären die Tat am Folgetag auf. 

17. Dezember: Drei Schwerverletzte nach Frontalzusammenstoß: Eine 23-jährige Toyota-Fahrerin aus Hamm, ihre 16-jährige Mitfahrerin und eine 68-jährige Mercedes-Fahrerin aus Bad Sassendorf werden gegen 9.45 Uhr bei einem Verkehrsunfall auf der Soester Straße in Norddinker schwer verletzt. Die junge Frau ist stadtauswärts unterwegs, gerät in Höhe der Autobahnbrücke in den Gegenverkehr und stößt frontal mit dem Auto der Seniorin zusammen. Die Verletzten werden mit Rettungswagen und einem Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Die Straße muss für mehrere Stunden gesperrt werden. Der Gesamtsachschaden wird auf 17 000 Euro geschätzt. 

31. Dezember: Am Silvesterabend wird ein 68-jähriger Fußgänger aus Hamm gegen 18.50 Uhr auf der Lippestraße – knapp hinter dem Ortsausgangsschild – von einem VW Tiguan angefahren, mit dem ein 37-jähriger Hammer stadtauswärts unterwegs ist. Mit einem Rettungswagen kommt der lebensgefährlich Verletzte in ein Krankenhaus. Ende Januar stirbt der 68-Jährige an den Folgen seiner Verletzungen.

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