Noch im frühen Stadium

Neues Industriegebiet bei Uentrop: Warnung vor Aktionismus

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Am Kreuz B475 mit der Autobahn 2 bei Uentrop soll das neue Industrie- und Gewerbegebiet entstehen.

Lippetal/Hamm – Als „gehörigen Schluck aus der Pulle“ wertet die Industrie- und Handelskammer (IHK) das neue Industriegebiet, das bei Uentrop an der A2 entstehen soll. Solche Flächen seien enorm wichtig, um potenziellen Investoren ein Angebot machen zu können.

Zugleich warnt die IHK, die 42 Hektar um jeden Preis rasch zu füllen, um bloß Geld einzuspielen. Das Industriegebiet sei „ein Gut, mit dem es wohlüberlegt hauszuhalten gilt“. Mit solchen Mahnungen, wie sie IHK-Geschäftsbereichsleiter Thomas Frye in einem Kommentar für die Kammer-Zeitschrift erhebt, liegt er offenbar auf einer Linie mit Lippetals Bürgermeister Matthias Lürbke. 

Noch im frühen Stadium

Noch sei es verfrüht, über unmittelbare Ansiedlungen zu reden, sagt Lürbke, doch man strebe das „Ziel an, hier energieintensives und produzierendes Gewerbe anzusiedeln“ und so zusätzliche Arbeitsplätze zu bekommen. Der Rathaus-Chef hält wenig davon, hier an der nordwestlichen Gemeindegrenze zu Hamm Handwerksbetriebe oder Logistikhallen zu platzieren. „Insofern stimme ich mit Frye zu hundert Prozent überein“, erläutert Lürbke gegenüber dem Soester Anzeiger.

Alles voll: Der Stadt Hamm gehen die Gewerbeflächen aus

Allenfalls könnten hier ein paar Lagerhallen gebaut werden für Betriebe, die ihr Geschäft in den Ortsteilen führen, dort aber für solche Lagerkapazitäten keinen Platzt vorfinden. 

In den Regionalplan aufgenommen

Mitte Dezember hatte der Regionalrat die 42 Hektar östlich der A2 und nördlich der Dolberger Straße in den Regionalplan aufgenommen: Der Durchbruch nach mehr als zehnjähriger Planung. Denn Lippetal als kleine Gemeinde mit nahezu Vollbeschäftigung habe es für gewöhnlich schwer, solche Vorhaben an den Start zu bringen, meint Lürbke.

Den Ausschlag, so sieht er es, dürfte wohl eine Machbarkeitsstudie zur Kraftwärme-Auskopplung des benachbarten Kraftwerks südlich der Dolberger Straße gegeben haben. Die Abwärme zu nutzen, somit die Effizienz der Stromblöcke zu erhöhen und die energieintensiven Betriebe im neuen Industriegebiet zu versorgen, sei ein bestechender Gedanke. Anfangs war diese Klammer sogar bindend für die Genehmigung, jetzt ist sie es nicht mehr, bleibt aber nach Auskunft des Bürgermeisters eine interessante Option. 

Noch viel Arbeit zu leisten

Bis die ersten Firmen hier siedeln können, sind allerdings noch Vorarbeiten zu leisten: Flächennutzungs- und Bebauungspläne sind aufzustellen. Auch das, so Lürbke, gehe nicht „mal so eben“, schließlich müssen viele Stellen und Verbände eingeschaltet werden, um am Ende einen Ausgleich mit der Natur zu schaffen. Kurzum: „Wir sind ein bisschen euphorisch, haben aber noch jede Menge Arbeit“, lautet die Marschrichtung im Hoverstädter Rathaus.

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