Knackpunkt ist Verkehrs- und Parkkonzept

Neubaupläne für Alte Mark versetzen Anwohner in Sorge

Das neue Gästehaus der „Alten Mark“ bietet 18 Doppelzimmer, Seminarräume im Erdgeschoss und eine Dachgeschosswohnung. Ein Lärm- und Sichtschutzwall entsteht zur Alten Soester Straße. Das Bild zeigt einen Entwurf.
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Das neue Gästehaus der „Alten Mark“ bietet 18 Doppelzimmer, Seminarräume im Erdgeschoss und eine Dachgeschosswohnung. Ein Lärm- und Sichtschutzwall entsteht zur Alten Soester Straße. Das Bild zeigt einen Entwurf.

Das Hotel und Restaurant Alte Mark soll um ein Gästehaus mit Seminarräumen wachsen. Das an sich scheint für Anwohner kein Knackpunkt zu sein, sondern wie sich dadurch der Verkehr im Bereich der Alten Soester Straße und des Marker Kirchplatzes entwickelt.

Mark – Die Verkehrsregelungen wurden zu einem Schwerpunkt der Diskussion während der Bürgerversammlung zum Bebauungsplan in der Aula der Realschule Mark. Die Gespräche verliefen im Grunde sachlich, was auch auf die planerische Vorarbeit zurückgeführt werden darf. Dabei wurde ein Fokus auf die Nachbarschaft gelegt, die von einem zunehmenden Hotelbetrieb nach Möglichkeit nichts mitbekommen soll.

„Wir möchten uns strategisch leicht verändern“, begründete Frederik Corall die Investition der Inhaberfamilie in ein weiteres Gebäude. Bislang müssen Anfragen zu mehrtägigen Seminaren abgelehnt werden. Ein Bedarf sei nach wie vor da. Die geplante Erweiterung ermöglicht eine optimierte Auslastung des Hotel- und Restaurantbetriebs.

Gerade die Kombination, Übernachtung und Gastronomie, bezeichnete Corall als einen gefragten Pluspunkt des Hauses. Das wird bereits regelmäßig von Vereinen, Clubs und Gesellschaften genutzt, die auch weiter in der Alten Mark ihren Platz haben sollen. Der steht dann aber so nicht für mehrtägige Seminare zur Verfügung – daher das neue Gästehaus.

Weiteres Gästehaus soll gebaut werden

Zu den bislang 31 Zimmern (überwiegend Doppelzimmer) im Hotel-Restaurant-Gebäude und im Alten Pastorat sollen künftig in einem weiteren Gästehaus 18 Doppelzimmer mitsamt drei kombinierbaren Seminarräumen und einer Dachgeschosswohnung für die Familie Coralls entstehen.

Entgegen einer ersten Planung soll das Gebäude ein Stück weiter südwestlich neben dem vorhandenen großen Parkplatz gebaut werden, und nicht teils auf den Stellflächen. Ein weiterer, davon räumlich getrennter Parkplatz entsteht auf der Westseite des Gästehauses. Direkt angebunden ist er nur über die Soester Straße. Für eine Zu- und Abfahrt gibt es einen Durchbruch durch den Lärmschutzwall.

Das Bild zeigt den Kirchplatz in der Mark und unten links das Restaurant Alte Mark.

„So ein Bauvorhaben löst Bedarf aus“, sagte Rüdiger Schlothane vom Stadtplanungsamt mit Verweis auf den Autoverkehr. Mit einer Vergrößerung des bestehenden Parkplatzes an der Alten Soester Straße, der zudem durch eine Gestaltung, möglicherweise mit einem Springbrunnen, aufgewertet werden soll, und dann 24 Stellplätzen und weiteren 23 Plätzen auf dem neuen Platz, wird das Hotel und Restaurant sogar 13 Plätze mehr anbieten, als vorgeschrieben sei, sagte Architekt Klaus Filbert. Gleichwohl, bei Mehrfachveranstaltungen „wird Parkdruck zu spüren sein“, sagte Schlothane. Dafür sorgen heute auch schon Elterntaxis der nahen Realschule und Sportveranstaltungen. „Hier kollidiert einiges“, meinte er.

Mehrere Varianten zur Anbindung

Vor dem Hintergrund haben die Planer der Stadt und der Architekt mehrere Varianten zur Anbindung des Gästehauses durchgespielt. Der Favorit: Die beiden Parkplätze, die jeweils eine Zu- und Abfahrt haben, werden über eine einspurige Straße verbunden. Sie wird als Einbahnstraße in Richtung Soester Straße verwendet. Durch eine automatische Schranke, die nur für Hotelgäste freigeschaltet wird, wird Schleichverkehr unterbunden. Bei größeren Veranstaltungen kann sie länger geöffnet werden, um den Verkehr direkt auf die Soester Straße abfließen zu lassen.

Vorteile der Variante sind, dass die Regelung dem Betriebsablauf folgt. Die Hotelgäste melden sich zunächst an der Rezeption und können dann über die eigene Verbindung direkt zum Gästehaus fahren. So werden die Stellplätze optimal genutzt. Alle Hotel- und Restaurantgäste können dann über die Soester Straße ausfahren.

An der Alten Soester Straße, wo sich die Wohnhäuser der Nachbarn befinden, ist außerdem ein bis zu etwa 2,5 Meter hoher Lärm- und Sichtschutzwall vorgesehen, auf den noch ein Schutzelement aufgesetzt wird. Der Wall wird begrünt.

Baustellenverkehr über Soester Straße

Teilnehmer der Bürgerversammlung äußerten Bedenken, dass der Abfluss des Hotel-Verkehrs auf die stark befahrene Soester Straße in Spitzenzeiten problematisch sei. Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch ging davon aus, dass das nicht viele Autofahrer betreffen werde und der Verkehr von der Alten Mark eher außerhalb der Stoßzeiten zu erwarten sei.

Zu dem Hinweis auf das sich auf Teilen des Baugrundstücks mit den Jahren gebildete „Biotop“ konnte die Stadtverwaltung noch keine Stellung nehmen, verwies aber auf ein Umweltgutachten, das im weiteren Verlauf der Planung erforderlich ist.

Mit Blick auf den zu erwartenden Baustellenverkehr, der die Nachbarn bereits beim Neubau des nahen Sportplatzes stark belastete, soll der Baustellenverkehr ausschließlich über die Soester Straße geführt werden. Bezirksvorsteher Pförtzsch sicherte zu, das in die Beschlussvorlage zum Bebauungsplan aufzunehmen. Sie wird vor dem Inkrafttreten des Plans noch einmal öffentlich ausgelegt, so dass Bürger ein weiteres Mal die Gelegenheit haben, Einsicht zu nehmen und Anregungen geben zu können.

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