Nachbarn in Norddinker verstärken Widerstand

Anwohner trommeln gegen neues Uentroper Gewerbegebiet

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Südlich des Trianel-Kraftwerks sollen etwa 50 Hektar (rot umrandete Fläche) für die Erweiterung des Gewerbegebiets Uentrop im Regionalplan Ruhr ausgewiesen werden.

Norddinker – Die Nachbarn der geplanten Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet Uentrop geben ihrem Widerstand Nachdruck: „Wer jetzt nicht kämpft, hat schon verloren“, heißt es auf einem Flugblatt. Mit dem laden sie für Sonntag, 17. Februar, um 10 Uhr alle direkt und indirekt Betroffenen sowie Unterstützer zu einer Info- und Protestversammlung ein.

Treffpunkt der Versammlung ist der südwestliche Punkt der angedachten Erweiterungsfläche: Im Tal 3/Ecke Obere Rothe in Norddinker. Die Schirmherrschaft haben die Treckerfreunde Norddinker übernommen. 

„Naherholung statt 365 Tage/24 Stunden Industriegebiet.“ Mit den Schlagworten will die Initiative verdeutlichen, was auf den rund 50 Hektar zwischen Trianel-Kraftwerk und Bio-Walnuss-Plantage entstehen könnte, wenn denn die Planung umgesetzt wird: Es könnten Industriebetriebe angesiedelt werden, in denen im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet wird. Stattdessen fordert sie die Erhaltung des Naherholungsgebietes Geithe und spricht sich gegen die Zerstörung von Lebensraum für Mensch und Tier aus, gegen das Zubetonieren der Landschaft, gegen Lärm und Gestank.

Platzhalter für die ganze Stadt 

Zur Erinnerung: Nach Protesten hat die große Koalition im Stadtrat Ende Januar erklärt, dass die Erweiterungsfläche zwar im Regionalplan Ruhr verankert werden solle, aber dass dort nicht ein Industriegebiet entstehen müsse, sondern die 50 Hektar als eine Art Platzhalter für generelle Gewerbeflächen in der Gesamtstadt ausgewiesen werden sollten. Das ist aber den, wenn auch wenigen direkt Betroffenen in Norddinker zu vage.

Weitere Einwendungen

Vor allem zwei Ziele verfolgen sie mit dem Treffen am Sonntag: 

  • „Wir wollen die Leute noch einmal dazu aufrufen, dass sie beim Regionalverband Ruhr Einwendungen gegen die Erweiterung einbringen“, sagt Karl-Heinz Rüter als betroffener Nachbar der Fläche. Einwendungen können noch bis zum 27. Februar an den RVR geschickt werden. Solange liegt der Entwurf zum Regionalplan auch noch im Technischen Rathaus aus.
  • „In der Hoffnung, dass am Sonntag viele Leute kommen, wollen wir Druck auf die Politiker ausüben“, sagt er. In der Sitzungsrunde im März sollen sich die politischen Gremien gegen eine Aufnahme der Fläche aussprechen, das fordert zumindest die Initiative.

Protesttafel von Otmar Alt

Ein Zeichen des Protestes will sie zudem am Sonntag setzen. Dazu hat sie künstlerische Unterstützung. Otmar Alt ist selbst Betroffener. Sein Hof und seine Stiftung liegen keine 200 Meter von der genannten Fläche entfernt. Er hat ein Kunstwerk, eine „Protesttafel“, wie es heißt, vorbereitet. Sie werde am Sonntag eingeweiht.

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Mit dem Treffen wird der Protest Einzelner zu einer breiter aufgestellten Bürgerinitiative. Den Anfang nahm sie, als ein betroffener Nachbar im September im WA eher zufällig in einer Aufzählung von der „südlichen Erweiterung des Uentroper Gewerbegebiets“ las – mehr stand dort nicht darüber in dem längeren Artikel über den Regionalplan. Das führte später zur Kritik an der Informationspolitik.

„Er hat es dann den Nachbarn kundgetan“, sagt Rüter. „Und dann haben wir nachgehakt.“ Das zog Kreise. Mitte Januar stellten sie dann den weitaus größten Teil der Teilnehmer an der Infoveranstaltung des RVR zum Regionalplan. „Daraus hat sich die Initiative entwickelt“, erklärt er, „speziell der Nachbarn und Betroffenen und derer, die sich betroffen fühlen.“

Dazu gehören zum Beispiel auch Treckerfreunde, die ihr großes Fest der Ackergiganten mit tausenden Besuchern genau dort feiern, wo Industrie angesiedelt werden soll. Das erklärt, warum die Treckerfreunde auch die Schirmherrschaft übernommen haben.

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