Laufen statt Elterntaxi

Maxibus gegen Verkehrschaos vor Grundschule in Werries

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Initiative gegen zu viel Verkehr vor der Schule: Kinder sammeln sich unweit der Schule und gehen gemeinsam in Begleitung von Eltern – hier aber mit Schulleiterin Christina Kühler – zur Maximilianschule.

Werries  - Elterntaxis verursachen Morgen für Morgen ein mehr oder weniger ausgeprägtes Verkehrschaos vor den Grundschulen. Ansätze für Lösungen gab und gibt es viele. Letztlich bleibt die Frage offen: Wie das Problem angehen? Die Maximilianschule in Werries antwortet mit dem „MaxiBus“. 

Dahinter steckt die schon hier und da mal diskutierte Idee des Walking-Busses, bei dem Erwachsene quasi als laufender Schulbus Kinder zur Schule begleiten. Erstmalig in Hamm, wie es heißt, hat er jetzt an der Maximilianschule die Fahrt aufgenommen. 

Der Maxibus an der Maximilianschule startete auf Anregung von Eltern. Sie suchten sowohl eine Lösung für das allmorgendliche Verkehrschaos vor der Schule als auch nach Möglichkeiten, Kinder mehr an die frische Luft zu bekommen. „Walking-Bus“ lautet das Stichwort, das in Hamm allerdings noch nicht so präsent sein dürfte. „Wir sind in Hamm die Ersten“, sagt Rektorin Christina Kühler. Indem die Kinder sich in Gruppen abseits, aber nicht zu weit entfernt von der Schule sammeln und von Eltern dann begleitet werden, gibt es weniger Verkehr vor der Schule, demnach auch weniger Chaos, der zu gefährlichen Verkehrssituationen führen kann.

Premiere vor rund drei Wochen

Der aus dieser Idee abgeleitete Maxibus setzte sich vor rund drei Wochen erstmals in Bewegung: Es ist Montagmorgen. Sechs Grundschüler trudeln in der Dunkelheit gegen halb acht am Haus der Begegnung ein, werden gebracht beziehungsweise am großen Parkplatz „abgeliefert“. Dort, rund 650 Meter von der Grundschule entfernt, ist die erste Haltestelle des Maxibusses. Neben Schulpflegschaftsvorsitzendem Sirko Schlegel und Schulleiterin Kühler – künftig immer nach Möglichkeit zwei Begleiter aus dem Pool der Eltern – ist Bezirkspolizist Thorsten Lülf dabei, aber nur die ersten Male. In dieser Besetzung zieht der Maxibus über den Alten Uentroper Weg zur Maximilianschule – das ist das Prinzip.

Sternförmig zur Schule 

So soll die Verkehrssituation vor der Einrichtung, an der sich die Elterntaxis nach dem Motto „aus dem Auto bis vor die Tür“ drubbeln, auf längere Sicht entspannen. Bislang gibt es nur die Haltestelle am Haus der Begegnung. „Wir wollen aber schauen, ob wir die nicht flächendeckend einrichten können“, sagt Kühler. „In anderen Kommunen laufen die Gruppen sternförmig auf die Schule zu.“ Bestenfalls soll das auch an der Maximilianschule so werden. „Bei uns muss sich der Maxibus aber erst noch herumsprechen“, wie auch, dass die Kinder bei einer Teilnahme Verantwortung übernehmen können, wenn sie sich als „Busführer“ aktiv einbringen und dadurch selbstständiger und sicherer im Verkehr werden. Der morgendliche Gang bietet zudem die Gelegenheit zu „quatschen“, wie Kühler festgestellt hat. „Ich glaube, dass der Maxibus sich langfristig durchsetzen wird. Wir haben viele Eltern, die sagen: ,Super Idee, aber jetzt nicht, wir schauen in den nächsten Wochen.“

Die erwachsenen Begleiter des Maxibusses sind an den Leuchtwesten zu erkennen.

Bisher marschiert der Maxibus nur montags und nur in Werries los, soll aber perspektivisch an jedem Schultag angeboten werden und auch am Schulstandort Uentrop. Schulpflegschaftsvorsitzender Sirko Schlegel hat eigens eine Gruppe im sozialen Netzwerk eingerichtet, über die Eltern kommunizieren, die die Gruppen begleiten. Sie tragen dann die eigens angeschafften und vom Förderverein finanzierten Leuchtwesten mit „MaxiBus“-Aufschrift.

Mehr frische Luft 

Das Verkehrschaos vor der Schule ist das eine Problem, der Bewegungsmangel ein weiteres. Das Elterntaxi hat den ungesunden Nebeneffekt von „keine frische Luft haben“, sagt Kühler. Luft und Bewegung führen indes dazu, dass die Schüler im Unterricht ausgeglichener sind. Die Schulleiterin gibt sich nicht der Illusion hin, dass mit dem Maxibus das Verkehrsproblem vor der Schule irgendwann ganz abgeschafft werden kann, „aber“, sagt sie, „ich hoffe, dass sich die Situation entzerrt.“

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