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1. Mai in der Geithe: Strenge Verbote sollen Chaos verhindern

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Von: Markus Hanneken

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Müllmengen ohne Ende: Das Bild entstand 2019 - immerhin blieb es damals weitgehend friedlich in der Geithe.
Müllmengen ohne Ende: Das Bild entstand 2019 - immerhin blieb es damals aber weitgehend friedlich in der Geithe. © Bruse (Archiv)

Nach zweieinhalb Jahren Corona-Mief ist die Lebensfreude in Hamm vielerorts zurück. Trotzdem wird Maigängern am Maifeiertag nicht wieder alles erlaubt: Speziell in der Geithe verbietet die Stadt ebensoviel wie „vor Corona“.

Hamm – Am 1. Mai ist in Teilen der Geithe zwischen 11 und 19 Uhr das Grillen sowie jede Art von offenem Feuer verboten. Betroffen sind die Straße „In der Geithe“ zwischen der „Lange Reihe“ und „Auf dem Südfelde“ sowie jeweils auch beide Straßenseiten.

Ebenso dürfen keine besonderen Bollerwagen und Handkarren mitgebracht werden, die über das handelsübliche Standardmaß hinaus gehen – also zum Beispiel selbstgebaute Mottowagen. Hier ist der betroffene Bereich sogar noch größer: Er beginnt in der Geithe an der Kreuzung Lange Reihe und umfasst weiterhin die Kreuzungen Im Nachtigallental/Bürgerwald und In der Geithe/Auf dem Südfelde sowie den Bereich ab dem Zugang vom Geithewald zur Straße In der Geithe.

Ausgenommen in beiden Fällen sind die Anwohner des betroffenen Gebietes auf ihren Privatgrundstücken. (Wie soll das Wetter werden? Hier klicken!)

1. Mai in der Geithe: Allgemeinverfügung begründet Verbote

Das besagt eine Allgemeinverfügung, die Oberbürgermeister Marc Herter im Vorfeld veröffentlichen ließ. Der OB greift mit dem Verbot die teils massiven Müll- und Lärm-Probleme durch feiernde Gruppen in der Geithe vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie auf. Der OB befürchtet, „dass sich im Jahr 2022 wieder eine Situation wie im Jahre 2019 und Vorjahren darstellen wird“.

2019 kamen bis zu 3000 Personen in die Geithe; erhebliche Mengen Müll und Leergut von alkoholischen Getränken blieben damals zurück. Aufgrund der Präsenz der Einsatzkräfte blieb die Stimmung immerhin insgesamt friedlich. Ein Jahr, also 2018, zuvor hatten Anlieger wegen des Verhaltens der Maigänger einen öffentlichen Brandbrief („...das reinste Sodom und Gomorrha“) formuliert und damit großes Aufsehen erregt.

1. Mai in der Geithe: Herter sieht Verhältnismäßigkeit gewahrt

OB Herter sieht in den Verboten die Verhältnismäßigkeit gewahrt – „weil die Anwohner des betroffenen Verbotsbereichs für den Bereich ihres Eigentums von den Verboten ausgenommen sind“. Andere geeignete, aber weniger beeinträchtigende Maßnahmen seien nicht ersichtlich. Zudem sei nicht die gesamte Geithe betroffen, sondern nur einzelne Bereiche davon.

Insbesondere im Bereich der Gaststätte Schulte-Geithe würden sich die Gruppen nicht nur treffen, sondern dort auch verweilen. Es werde „in einem erheblichen Maße Alkohol verzehrt“, heißt es zum einen. Außerdem werde in diesem Bereich oft gegrillt: Das geschehe teils „mit Einmalgrills, aber auch mit in Bollerwagen und Anhängern verbauten Grills“. Desweiteren würden „häufig offene Feuer entzündet“.

1. Mai in der Geithe: Gefährliche Situationen durch Einmalgrills

Insbesondere mit Einmalgrills, aber auch mit offenem Feuer sei es auch wegen des mitunter starken Alkoholkonsums immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen. Die Kräfte von Polizei und Ordnungsamt „mussten immer wieder einschreiten, damit die Grills die Wiesen und Felder nicht verbrennen und Personen nicht verletzt wurden“. Offiziell wird das Verbot somit „vor dem Hintergrund der Brand- und Verletzungsgefahr erlassen“.

Das Verbot des Mitführens nicht handelsüblicher Bollerwagen begründet die Stadt damit, „dass in diesem Jahr mehrere Flächen in dem Bereich der Geithe nicht mehr zur Verfügung stehen“. Der südliche Teil der Straße In der Geithe sei aus Gründen des Anwohnerschutzes gesperrt. Gleiches gelte für den Zugang aus dem Geithewald.

1. Mai in der Geithe: „Grundstücke erheblich verschmutzt“

In den vergangenen Jahren kam es laut der Begründung „zu erheblichen Verschmutzungen der Grundstücke: Es wurde Müll in die Gärten geworfen und in einem erheblichen Maße auf die Privatgrundstücke uriniert. Außerdem wurden die Grundstücke von vielen Personen unberechtigt betreten.“

Die betroffenen Flächen werden nach Angaben der Stadt für Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Polizei und des Ordnungsamtes benötigt. Sperrige Gefährte könnten mögliche Noteinsätze auch der Feuerwehr wegen fehlender Ausweichmöglichkeiten gefährden: „Hierdurch können unter Umständen Menschen oder Eigentum erheblich zu Schaden kommen.“

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