Tempo nach Sanierung wieder rauf: Lösungssuche für Lärmproblem an Ostwennemarstraße geht weiter

Kein Dauerzustand: Die Tempo-70-Schilder an der Ostwennemarstraße sind für die Dauer der Lippestraßensanierung verhüllt worden. Die Geschwindigkeitsreduzierung bewirkten lärmgeplagte Anwohner.
+
Kein Dauerzustand: Die Tempo-70-Schilder an der Ostwennemarstraße sind für die Dauer der Lippestraßensanierung verhüllt worden. Die Geschwindigkeitsreduzierung bewirkten lärmgeplagte Anwohner.

Rund sechs Monate galt maximal Tempo 50 auf der nördlichen Ostwennemarstraße. Lärmgeplagte Anwohner hatten die Geschwindigkeitsreduzierung erreicht, nachdem die Umleitung für die Dauer der Lippestraßensanierung eingerichtet worden war und der Verkehr ihrem Eindruck nach zugenommen hatte. Doch ihr Erfolg ist nur von begrenzter Dauer.

Werries – Die Hoffnung, dass die Temporeduzierung zwischen Lippestraße und Ortseingang dauerhaft bleibt, erfüllte sich nicht. Die Beschilderung wurde nach der Freigabe der Lippestraße wieder auf Tempo 70 zurückgebaut, wie ein Stadtsprecher bereits zuvor ankündigte. Das Thema ist damit aber nicht vom Tisch.

Per Eilantrag an die Bezirksvertretung Uentrop hatten Anwohner vom Dambergskamp und von der Straße Auf dem Placken die Temporeduzierung im März bewirkt. Sie bezeichneten den Verkehrslärm als „sehr belastend“. Er habe durch die Umleitung noch zugenommen und sich gefühlt verdoppelt. Als problematisch bezeichnen sie die Ausrichtung ihrer an die Ostwennemarstraße grenzenden Häuser. Sie stehen so, dass sie keinen Schallschutz bieten.

Straßenlärm sorgt für wenige Gespräche im Garten

Die Straße steige an und liege höher als die Grundstücke mitsamt den Gärten, in denen wegen des Straßenlärms teils keine Unterhaltung möglich sei. Hinzu kommt nach ihrer Ansicht, dass Fahrzeuge schon vor dem Ortsausgangsschild beschleunigten. In Gegenrichtung führen die Autos ungebremst bis zur Ampelkreuzung.

Vor dem Hintergrund folgte die Stadt zunächst dem von den Bezirksvertretern unterstützten Eilantrag der Bürger auf Temporeduzierung – zumindest für die Dauer der Umleitung. Die Politiker beauftragten die Verwaltung zudem, eine dauerhafte Lösung des Lärmproblems zu prüfen.

Lärm zu leise für Änderungsmaßnahmen

Für eine Beibehaltung von Tempo 50 erkennt die Stadtverwaltung nach wie vor keine Veranlassung. Formell ist es nicht laut genug. Angesichts keiner neuen Erkenntnisse hält die Verwaltung an ihrer Stellungnahme von Juni fest. „Bezüglich des Antrages auf langfristigen Lärmschutz ist aus dem Lärmaktionsplan kein Anspruch abzuleiten, weil die Werte keine Auslösewerte sind“, heißt es. „Der Behauptung, dass sich die Belastung von der Lippestraße ,verschoben‘ hat, kann verwaltungsseitig nicht gefolgt werden.“

Andere Maßnahmen schließt die Stadtverwaltung derzeit nicht aus. Die Anwohner schlugen eine Lärmschutzwand oder einen Wall vor, so wie im weiteren Verlauf der Ostwennemarstraße zwischen Maxipark-Parkplatz und Marker Dorfstraße. Auch lärmmindernder Asphalt wäre eine Möglichkeit. Solche Vorschläge könnten in der kommenden Stufe der Lärmaktionsplanung aufgenommen werden. Sie beginnt ab 2022.

Der Stadtsprecher verweist darauf, dass es dazu ein Beteiligungsverfahren geben werde, bei dem Anwohner ihre Vorschläge einbringen können. Eine Garantie für eine Umsetzung kann die Verwaltung aber nicht geben, denn alle Maßnahmen werden priorisiert. In der Stadt gebe es im bebauten Bereich Straßen, an denen die Lärmbelastungen höher seien.

Diskussionen über Temporeduzierung

Aus der Bezirksvertretung bekommen die Anwohner Unterstützung. Wilfried Hovermann (SPD) hält eine Temporeduzierung auch wegen des kreuzenden Radwegs kurz vor der Kanalbrücke für angebracht. Hier sei ein Gefahrenpunkt.

Mit Blick auf die zu schnell fahrenden Autofahrer sprach sich Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch (CDU) in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung für eine Beibehaltung von Tempo 50 aus. Das sei vor Jahren schon eine Forderung der Reiter an der Ostwennemarstraße gewesen. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Uentrop, die erst nach der Kommunalwahl, Anfang Dezember, stattfinden wird, will er das Thema noch einmal aufgreifen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare