Hartes Geschäft mit Post, Schreibwaren und Co.

Ladensterben in Hamm: Tintenfaß schließt, SchreibBar zieht weg 

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Räumungsausverkauf: Das Schreibwarengeschäft „Tintenfaß“ an der Soester Straße wird demnächst  schließen.

Ostwennemar/Hamm-Osten – Wer Schreibwaren und Geschenkartikel kaufen oder Post-Dienstleitungen in Anspruch nehmen will, muss sich in diesen Tagen im Hammer Osten auf starke Veränderungen einstellen. Das Tintenfaß in Ostwennemar schließt, die "SchreibBar" in Hamm-Ost ist schon geschlossen. Das Geschäft ist schwierig.

Seit Rosenmontag hängt der Hinweis am Schaufenster des Schreibwarengeschäfts „Tintenfaß“ an der Soester Straße in Braam-Ostwennemar: „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ und „Alles muss raus“. Auch wenn ein Kommen und Gehen der Kunden zu beobachten ist, das Geschäft habe sich mit den Jahren so entwickelt, „dass man seinen Verbindlichkeiten nur schlecht nachkommen kann“, sagt Ursula Brausam. Die Marge fehle. Das sei der Hauptgrund, allerdings gebe es insgesamt viele Gründe, wie etwa auch das Alter und die Gesundheit. 

Seit rund acht Jahren ist sie in dem Geschäft, nachdem die Großlohmanns aus Westtünnen den „Tintenfaß“-Standort samt Post-Partner-Filiale abgegeben hatten. Schreibwaren, Zeitschriften, Geschenkartikel, Lotto-Scheine, Briefmarken und weitere Postdienstleistungen, darunter viele Kleinigkeiten gingen seitdem über die Ladentheke. Anfangs waren auch noch zwei Minijobber beschäftigt. Das gehe aber schon lange nicht mehr, sagt sie angesichts der Entwicklung. 

In Konkurrenz zum Internethandel

Wie anderenorts auch, hat das „Tintenfaß“ das veränderte Kaufverhalten zu spüren bekommen. Vieles werde im Internet bestellt, sagt Ursula Brausam, wie Schulbücher, aber auch kleiner, alltäglicher Bedarf wie Schulhefte und Kugelschreiberminen. Sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr die Schließung nahegeht. Auf der anderen Seite versucht sie, das Beste aus der Situation zu machen. „Es geht alles weiter“, sagt sie und, was sie gewinnt, ist „Zeit“, wie sie erklärt, Zeit für die Familie. Wann genau das „Tintenfaß“ schließt, konnte sie noch nicht sagen.

"SchreibBar" verlässt vorerst den Stadtbezirk

Geschlossen ist indes seit Freitag vergangener Woche die „SchreibBar“ von Jan Philipp Spindelndreier an der Ostenallee. Diese Entwicklung hatte sich schon vor Monaten abgezeichnet. „Es war leider zu wenig“, sagt auch er über die wirtschaftliche Situation an dem Standort zwischen Kurpark und St.-Georgs-Platz. Als „Knackpunkt“ bezeichnet er die Zeit der Ostenallee-Sanierung im Sommer 2017, in der sein Geschäft nur schwer von Autofahrern erreicht werden konnte. Laufkundschaft gibt es dort kaum.

Die „SchreibBar“ an der Ostenallee ist bereits zu. Sie wird aber in einigen Monaten am Nahversorgungsstandort in der Grünen Mark wiedereröffnen.

„Wir haben uns nach den Bauarbeiten umgesehen, ob es Alternativen gibt und wie man mehr Kunden ins Geschäft bekommt“, sagt er über ein entscheidendes Kriterium. Dabei hat er das Lottostübchen an der Hammer Straße gefunden, das er seit Freitag neben seinem Alt-Standort an der Werler Straße/Ecke Alleestraße betreibt. In Bockum-Hövel hat er für einen nahtlosen Übergang gesorgt. Künftig soll es auch „SchreibBar“ heißen. 

Dritter Standort in der Mark

Seinen dritten Standort plant er am Netto-Markt in der Grünen Mark. Dort haben die Arbeiten für den Umbau und die Vergrößerung des Discounters begonnen. Im neuen Frontbereich wird Spindelndreier ein Geschäftslokal beziehen. Die Einrichtung wird er von der Ostenallee mitnehmen. Er geht von einer Eröffnung etwa um den September aus. „Mit Bockum-Hövel und Mark haben wir Standorte gefunden“, sagt er, „die einfach besser frequentiert sind."

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