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Kran baut Riesen: Schwere Teile fürs Trianel-Kraftwerk in Uentrop

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Von: Torsten Haarmann

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Raupenkran für die Revision im Gaskraftwerk von Trianel in Hamm-Uentrop am Datteln-Hamm-Kanal aufgebaut
Ein gigantischer Helfer für die Großkomponenten des Trianel-Kraftwerks: Generator, Dampf- und Gasturbine müssen im Zuge der anstehenden Revision ausgebaut und außerorts auf Vordermann gebracht werden. Um die schweren Teile via Kanal transportieren zu können, bedarf es eines mächtigen Krans zur Umladung. Der ist in diesen Tagen an der Frielinghauser Straße (siehe Brücke rechts) aufgestellt worden. © Haarmann, Torsten

Trianel hat Größeres vor: Das zeichnet sich seit Tagen unübersehbar am Datteln-Hamm-Kanal im Uentroper Gewerbegebiet ab. Dort ist ein riesiger Raupenkran für die anstehende Revision im Kraftwerk aufgebaut worden.

Uentrop – Der Autokran selbst ist schon ein mächtiges Gefährt. Was aber mit seiner Hilfe entstanden ist, toppt ihn um Längen: Binnen einer Woche wuchs ein riesiger Raupenkran nahe der Frielinghauser Straße. Bei der angekündigten Revision im Trianel-Gaskraftwerk hat er eine tragende Rolle.

Seit der Inbetriebnahme im Herbst 2007 hat das Trianel-Gaskraftwerk mit einer Leistung von insgesamt etwa 840 MW „zuverlässig“ gearbeitet, wie das Unternehmen erklärt. So eine Anlage wird aber über die Jahre stark gefordert. Das zeigt sich an der Leistung.

Zwei baugleiche Blöcke lieferten anfangs je 420 MW. „Nach fünfzehnjähriger Laufzeit haben sich Leistung und Wirkungsgrad technisch bedingt verringert, so dass nun etwa 409 MW pro Kraftwerksblock erzeugt werden“, erklärt Trianel-Sprecherin Ingela Marré.

Revision im Trianel-Kraftwerk in Uentrop

Um unter anderem die Leistung und Effizienz des Kraftwerks zu erhöhen, steht die erste große Revision an. Zeitweise wird das Kraftwerk abgeschaltet sein.

Bereits Anfang September geht es um die Komponenten des Turbinenstrangs. Er besteht aus Dampfturbine, Generator und Gasturbine. Die Komponenten werden auf Verschleiß und Mängel überprüft und gegebenenfalls instandgesetzt. Zusätzlich werde eine Ertüchtigung der Anlage vorgenommen, die Leistung auf 440 MW pro Block erhöht, sagt die Unternehmenssprecherin. Damit wird das Kraftwerk bereits für den Wasserstoff-Betrieb ausgelegt.

Trianel: Von Uentrop nach Berlin und zurück

Allerdings werden viele Komponenten von Siemens Energy im Werk Mülheim und Berlin überholt und müssen anschließend wieder nach Uentrop. Ein generalüberholter Generator wird bereits Ende August geliefert. Größe und Gewicht der Bauteile erfordern mehrere Schwertransporte. Die führen über den Datteln-Hamm-Kanal.

Zur Umladung bedarf es des mächtigen Raupenkrans. Der Untergrund war schon vor wenigen Wochen am Kanal gegenüber dem H+H-Werk vorbereitet worden. Östlich der Brücke der Frielinghauser Straße ist ein Kranplatz entstanden. Auf rund 40 Sattelschleppern kamen die Einzelteile des Raupenkrans an. Rund eine Woche dauerte der Aufbau.

Sperrungen in Uentrop wegen Trianel-Revision

Für den Transport zum und vom Kraftwerk kann es kurzzeitig zu Straßensperrungen kommen – „nach Möglichkeit in den Nachtstunden“, sagt Ingela Marré.

Anschließend wird der Raupenkran erst einmal demontiert. Die Revision des zweiten Blocks ist erst für das Frühjahr kommenden Jahres vorgesehen. Dann wird der Kran erneut aufgebaut. Nach den Schwertransporten soll der Kranplatz wieder zurückgebaut werden – dann kann Gras über die Sache wachsen.

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