Zwischen Geithe und Norddinker

Kompromissloser Streit um Gewerbegebiet im Osten

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Hamm - Im Streit um das geplante Gewerbegebiet zwischen Geithe und Norddinker stehen die Parteien sich kompromisslos gegenüber.

Brauchen Hamm und die Region ein weiteres Gewerbegebiet in Norddinker? Verträgt die Stadt ein solches Gebiet überhaupt? Die Antworten auf diese Fragen hängen davon ab, wen man fragt. Das zeigte sich nun im Stadtentwicklungsausschuss. CDU und SPD befürworteten die Planung. FDP, Grüne, Linke und Pro Hamm lehnten das Projekt und damit auch den gesamten Entwurf für den Regionalplan Ruhr teils brüsk ab.

Für die CDU äußerte Jörg Holsträter zwar Verständnis für die protestierenden Anwohner in Geithe und Norddinker. Er lehnt es jedoch aus rechtlichen Gründen ab, das fragliche Gebiet aus dem Entwurf für den Regionalplan herauszunehmen. Die SPD hält es Markus Schwipp zufolge für wichtig, das Areal als Tauschfläche zu definieren; schließlich müsse man einen Flächenspeicher für Ansiedlungen vorhalten.

Protestaktion gegen Erweiterung des  Industriegebiets

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Bei der Opposition kam das gar nicht gut an: Siegbert Künzel (Grüne) stellte die Sinnhaftigkeit der Ansiedlungspolitik in Uentrop generell in Frage und bezeichnete das Vorgehen der Koalition als „perfide“. Die Linke wollte den „Flächenfraß durch Logistikansiedlungen“ auch aus sozialpolitischen Gründen nicht mittragen, „Pro Hamm“ sah einen Versuch, den Bürgern „Sand in die Augen“ zu streuen. Im Zweifel werde das Industriegebiet kommen, so Nihat Altun.

Selbst die FDP ging auf Distanz zum Wirtschaftsprojekt. Vieles im Regionalplan könne man mittragen, sagte Ulrich Reuter MdL. Ein Industriegebiet an dieser Stelle aber nicht. Der Ausschuss empfahl dem Rat den Regionalplan-Entwurf lediglich mit den Stimmen der Koalition, die Opposition stimmte geschlossen dagegen.

Entwurf am Dienstag im Rat

Über den Entwurf für den Regionalplan Ruhr entscheidet der Rat am Dienstag, 26. März (Kurhaus, Ostenallee 87, ab 16 Uhr). Auch dort soll es Proteste geben.

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