Hindu-Verein will als Kirche anerkannt werden

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Tempel-Hauptpriester und Initiator Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal setzt sich seit vielen Jahren für die Anerkennung der Glaubensgemeinschaft ein.

Hamm - Nach Jahren beharrlichen Einsatzes der Hindu-Gemeinde in Uentrop hat die NRW-Landesregierung beschlossen, den „Hindu Shankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel-Verein“ rechtlich mit den großen Volkskirchen gleichzusetzen und als Religionsgemeinschaft anzuerkennen. Es fehlt nur noch das Ergebnis der Anhörung des Landtagsausschusses am Donnerstag.

Die Anerkennung des Uentroper Tempelvereins ist landesweit von großer Bedeutung, nämlich für weitere kleinere, muslimische, buddhistische oder christliche Glaubensgemeinschaften. Nach Jahren der juristischen Auseinandersetzungen hatte zuletzt das Oberverwaltungsgericht Münster im August vergangenen Jahres ein Urteil zum Antrag des Vereins auf Körperschaft öffentlichen Rechts, so heißt es korrekt, vertagt. Der Verein reichte daraufhin noch fehlende Unterlagen zu den Finanzen sowie den Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen nach.

Bedenken des Landes sind ausgeräumt

Das Land NRW will nicht leichtfertig die Sonderrechte vergeben, zweifelte unter anderem die geforderte Langlebigkeit des Hindu-Vereins an. Die Bedenken des Landes sind offenbar ausgeräumt. Daher bringt die Landesregierung, wie jetzt bekannt wurde, den Verordnungs-Entwurf zur Verleihung der Rechte in den Landtagsausschuss ein.

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Warten auf Entscheidung des Hauptausschusses

Bereits die Entscheidung des OVG hatte bei den Uentroper Hindus die Hoffnung auf Anerkennung genährt, die jüngste Entwicklung steigert die Vorfreude. Aber Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal übt sich bis zuletzt in Geduld. „Es sieht so aus, als wenn unser Bemühen, das wir seit 13 Jahren vorantreiben, nämlich die Gleichberechtigung unserer Gemeinde mit anderen, zum Beispiel christlichen Gemeinden, positiv ausgeht“, sagt der Tempel-Priester. „Wir wollen aber abwarten, wie der Hauptausschuss des Landtages am Donnerstag entscheidet.“ Positive Signale aus Düsseldorf habe er erhalten. Gleichwohl will er noch nicht auf Einzelheiten eingehen, „weil mir noch keine schriftlichen Informationen vorliegen“.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Dem Hindu-Verein mit seinen rund 5.150 Mitgliedern in Deutschland und, nach eigenen Angaben, weiteren 1.000 im angrenzenden Ausland, geht es um die Zusammenarbeit mit Institutionen und Behörden auf Augenhöhe, um die Anerkennung der geleisteten Arbeit. Als Körperschaft öffentlichen Rechts kann er über Finanzämter Steuern bei Mitgliedern erheben und auf Privilegien wie Steuerbegünstigungen zurückgreifen.

Land geht von einem generationsübergreifenden Bestand des Vereins aus 

Die Landesregierung stellt in ihrem Verordnungs-Entwurf unter anderem fest, dass der Verein durch die seit seiner Gründung im Jahr 2004 stetig steigende Mitgliederzahl Dauerhaftigkeit bietet. Das ist allerdings nicht allein ausschlaggebend für eine günstige Prognose. Für den Tempelverein spricht aber, dass er in Vorformen schon seit 1989 existiert, es sich beim Hinduismus um eine der ältesten und größten Religionen der Welt handelt und auch die Nachfolge des Hauptpriesters des Tempels feststeht, wodurch von einem generationsübergreifenden Bestand auszugehen ist. Auch in rechtlichen und finanziellen Belangen erfüllt der Verein, so wie es im Entwurf steht, die Voraussetzungen, so dass „der Tempelverein in der Lage sein wird, die sich aus dem Körperschaftsstatus ergebenden Rechte ordnungsgemäß auszuüben“.

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