"Die größte" Götterfigur ihrer Art in Europa 

Hindu-Gott Krishna schwebt über Uentrop

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Die Hindus und ihre Freunde freuen sich über das erfolgreiche Aufstellen der Krishna-Figur.  

Uentrop - Der Himmel Uentrops ist nicht alle Tage erfüllt von einer Gottheit – zumindest nicht mit den Augen erkennbar. Am Donnerstag war aber so ein denkwürdiges Ereignis. Vor dem Hintergrund eines makellosen Azurs schwebte Krishna am Haken eines Krans auf einen eigens für ihn gebauten Sockel, der vor dem geplanten Kulturzentrum der Hindus in Uentrop steht.

Damit ist die lange Reise der vier Meter hohen und neun Tonnen schweren Figur wirklich zu Ende und Krishna am Ziel, um künftig von Uentrop aus „allen Menschen Frieden und Gesundheit zu bringen“, erklärte Tempelpriester Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal. 

„Sehr schön“, sagte er kurzum, als die mächtige Figur auf den Sockel gesetzt war. Erleichtert war er, doch Anspannung war ihm auch vorher nicht anzusehen, vielmehr die Freude über die außergewöhnliche Statue und ihre Bedeutung. „Sie ist die Größte in Deutschland und auch in Europa“, sagt er.

Immer eine Herausforderung

Weitaus größeres Transportgut kennt Kranfahrer Udo Wiemann. Dennoch ist eine aus Stein gemeißelte Gottheit am Haken für ihn etwas „sehr Interessantes“. Er hatte sie auch schon im Februar vom Lastwagen geholt und vorerst an der Lagerhalle auf dem Gelände des Kulturzentrums aufgestellt, weil der Betonsockel noch fehlte. Eine Herausforderung war das Aufstellen der Figur schon, „aber das ist es bei uns bei jedem Einsatz“, sagte er, ganz routinierter Kranfahrer. „Es soll ja nichts kaputt gehen.“ Das ist ihm auch bei Krishna gelungen.

Krishna schwebt über Uentrop

Hat das Abladen vor zweieinhalb Monaten bei Eiseskälte noch knapp mehr als zwei Stunden gedauert, war das Umsetzen gestern in rund einer Stunde erledigt. Der 40-Tonnen-Kran war zwischen Statue und Sockel platziert und konnte so einfach durch eine 180-Grad-Drehung die insgesamt etwa 32 Meter lange Distanz per Ausleger locker zurücklegen.

Anheben per Kran zeremoniell eingeleitet

Tempelpriester Paskarakurukkal, auch genannt Paskaran, hatte zuvor Krishna zeremoniell auf den Transport vorbereitet, wie auch den Betonsockel auf die Aufnahme, begleitet vom Dröhnen des sich positionierenden Krans. In dem Moment, als der Kran die Figur, fixiert unter den Armen, anhob, zerschlug der Priester wenige Meter vor ihr in einem rituellen Akt eine Kokosnuss. Der letzte Schritt, das eigentliche Ausrichten und Absetzen der Statue auf den mit Kleber versehenen Sockel, war dann nur eine Sache von einigen Sekunden und von Handzeichen zwischen Arbeiter und Kranfahrer.

Als Krishna in Uentrop ankam - zum Artikel hier klicken

Krishna steht, aber eine Reihe weiterer Arbeiten stehen noch an, um das ehemalige Rondell vor dem geplanten Hindu-Kulturzentrum fertigzustellen und für die Gläubigen begehbar zu machen. Die Treppen für den Auf- und Abgang fehlen noch, wie auch der metallene Schirm über dem Haupt des Gottes.

Mit dieser Größe hatte damals niemand gerechnet

Als das Rondell vor rund fünf Jahren angelegt wurde, kam die Idee auf, mittig eine Figur aufzustellen. Dass sie so groß wird, damit hatte niemand gerechnet. Von der im Bau befindlichen Krishna-Figur erfuhr der Priester erst vor etwas mehr als einem Jahr. Sie sollte eigentlich, wie berichtet, in die USA gehen. Laut des Tempelpriesters war aber der göttliche Wille entscheidend. Und demnach wollte Krishna nach Uentrop. So kam die aus besonderem Basalt in Indien in zwei Jahre währender Arbeit gefertigte Statue als Schenkung an die Siegenbeckstraße.

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Die Einweihung ist für den 2. Juni geplant. Weit mehr als tausend Gläubige werden erwartet, wie auch Ehrengäste. Die Gottheit, die ab Mitte der 1960er Jahre vor allem durch die internationale Krishna-Bewegung auch in der westlichen Welt bekannt geworden ist, könnte auch künftig weitere Besucher anziehen. Auch dafür plant der Tempelpriester um die Krishna-Figur einen „kleinen Park mit Sitzbänken“.

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