"Keimzelle von Hamm"

Schwebende Mauer: Damm ermöglicht Arbeiten auf Burghügel

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Bevor die neue Brücke gebaut wird, musste ein Fahrdamm her. Nur so können Baumaschinen, Material und Arbeiter von der Vorburg des Burghügels zur Hochmotte gelangen.

Mark - Ein Damm zum Burghügel Mark? Ja, und er ist ein Zeichen dafür, dass die Arbeiten zur Umsetzung des Rahmenkonzepts zur „Bewahrung und Entwicklung der ehemaligen Burg Mark“ begonnen haben. Es entstehen eine Ringmauer auf der Hochmotte, eine neue Brücke und ein Sitzplatz an der Gräfte.

Seit der Sperrung der Brücke Anfang Dezember 2017 war auf legalem Weg kein Durchkommen mehr von der Vorburg zum Burghügel. Die maroden Reste der Holzbrücke sind in vergangenen Tagen abgerissen worden. An ihre Stelle erhebt sich jetzt ein mächtiger stabiler, aufgeschütteter Damm. Der ist erforderlich für die Arbeiten auf der Hochmotte. Wie sollten Arbeiter und Material sonst auf die „Insel“ gelangen?

In den kommenden Monaten wird sich die Ansicht der grünen Burganlage teils stark verändern. Dabei bleibt das Bodendenkmal weitgehend unangetastet. Nach Abschluss der Arbeiten soll vor allem die Burg, die Keimzelle der Stadt Hamm, erlebbarer werden. Für die vergangene Woche waren allerdings zunächst Kampfmittelsondierungen vorgesehen. Nicht auszuschließen war, dass noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden schlummern.

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„Je nach Ergebnis und, wenn wir grünes Licht bekommen, fangen wir dann mit den Arbeiten auf der Hochmotte an“, sagt Lukas Huster, Sprecher der Stadt Hamm. Als zeitgemäße Interpretation der historischen Hochmotte entsteht ein aufstehender, 1,2 Meter hoher, aus Stahlkassetten gefertigter Mauerring, der außen mit Steinen versehen wird. Der Ring ruht auf wenigen Punktfundamenten, wodurch die Steinmauer über dem Bodendenkmal zu schweben scheint.

Sitzplatz und Brücke

Das Gestaltungskonzept war, basierend auf das Pflege- und Entwicklungskonzept von vor rund neun Jahren, im Sommer 2017 beschlossen worden. Dazu gehören zwei weitere Maßnahmen, darunter der mit Natursteinquadern eingefasste Sitzplatz an der nordwestlichen Seite der Vorburg. 

„Parallel zu den Arbeiten wird die Planung für das neue Brückenbauwerk in Angriff genommen“, sagt der Stadtsprecher. Der aufgeschüttete Damm wird später wieder abgetragen. Statt einer Holzbrücke als Ersatz, deren Nutzungsdauer nur sehr begrenzt ist, wird eine stabilere Ausführung gebaut. 

Mit einer Breite von zwei Metern wird die Brücke aber so konzipiert, dass sie nicht von Autos befahren wird. Auf einer Gründung aus Spundwänden ruhen künftig Stahlbetonauflager. Zwei Stahlträger überbrücken die Stützweite von etwa 15,5 Metern, darauf kommt eine Platte aus Stahlbeton. Aus Holz ist künftig nur der Handlauf des Stahlgeländers. Die Brückenentwürfe sorgten in der Vergangenheit für Kritik, weil sie, so die Einwände, nicht zum Burgcharakter passen.

Zeitplan

„Wir wollen im Laufe des Augusts die neue Brücke installieren können“, sagt der Stadtsprecher über den Zeitplan. „Wir gehen davon aus, das die Arbeiten auf der Hochmotte im September/Oktober abgeschlossen sind.“ Die Gestaltung des Burghügel Marks wird zu 90 Prozent durch Mittel aus dem Konjunkturpaket III finanziert. Das sind 675 000 Euro. Die Stadt beteiligt sich mit 75 000 Euro.

Einweihung

Dem Vorhaben und dem lokalhistorisch bedeutenden Ort angemessen, wird es „wahrscheinlich“ zwei offizielle Termine geben: laut Stadtsprecher „voraussichtlich“ Ende April/Anfang Mai einen Spatenstich und, wenn die Gesamtmaßnahme abgeschlossen ist, im Spätsommer/Frühherbst eine Einweihung.

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