Schwermetalle im Geithebach nachgewiesen

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Der Geithe-Bach ist laut einer Untersuchung mit Schadstoffen – vor allem Schwermetallen – belastet. Eine Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen bestehe aber nicht, heißt es dort.

Uentrop - Ist der Geithebach schadstoffbelastet oder nicht? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen und vor allem Testergebnisse. Fakt ist aber: Bei einer ökologischen Untersuchung im Rahmen einer Facharbeit des Semesters 2015/16 sind Schwermetalle im Geithebach durch Wasserproben nachgewiesen worden.

Dies geht aus einer Anfrage des Grünen-Politikers und Umweltausschuss-Vorsitzenden Volker Burgard an die Stadtverwaltung hervor. Nachgewiesen wurden der privaten Untersuchung nach Schadstoffe auch in den Sedimenten, „die in ihrer Konzentration über den entsprechenden Grenz- oder Richtwerten lagen“, wie Burgard schildert.

Diese Ergebnisse wurden an die Untere Wasserbehörde der Stadt Hamm weitergeleitet, die diese jedoch unter anderem aufgrund nicht standardisierter Messungen zurückwies. Wie Burgard weiter in seiner Anfrage erklärt, habe jedoch die Obere Wasserbehörde des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eigene Untersuchungen angestellt – mit dem Ergebnis, dass die Richtwerte für Arsen und Zink deutlich überschritten und die Umweltqualitätsnorm für Blei nicht eingehalten wurden. 

Eine Vermutung, woher die Schadstoffe kommen, hat Burgard auch. „Es scheint nicht ausgeschlossen, dass diese Schadstoffbelastung durch die Einleitung von Abwasser aus dem Kohleabsatzbecken des Kohlekraftwerks Uentrop verursacht wurde“, sagt er in der Anfrage. Und genau das ist aus seiner Sicht der Knackpunkt.

Das Kohlekraftwerk Uentrop könnte der Übeltäter sein.

Dazu nahm die Bezirksregierung Arnsberg jetzt Stellung: 2011 habe RWE die Genehmigung der Bezirksregierung bekommen, die Einleitung von Niederschlagswasser, kohlebelastetem Niederschlagswasser und häuslichem Abwasser aus der Entwässerung des Kraftwerksgeländes im Bereich der stillgelegten Blöcke A, B und C in die Geithe, den Munnebach und den Braukgraben vornehmen zu dürfen. 

Neue Bedingungen sollen Wasserqualität verbessern

Weil ein Teil der ermittelten Werte etwas zu hoch sind, werde RWE eine Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung nur mit „grundlegend überarbeiteten“ Bedingungen bekommen. So müsse das Kohleabsetzbecken künftig zweimal im Jahr gereinigt werden, statt wie bisher einmal. Außerdem werde es weitere Maßnahmen geben, die zur Verringerung der Schadstoffbelastung führen sollen. Diese sind in der Stellungnahme detailliert aufgeführt. 

RWE will Kraftwerk in Uentrop verkaufen

Zusammenfassend teilt die Stadtverwaltung mit: „Aus den gemessenen Belastungen gehen nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Gefahren für Mensch, Fauna oder Flora aus, vielmehr werden lediglich die Zielwerte der Wasserrahmenrichtlinie noch nicht ganz erreicht.“ Diese sollen durch die von der Bezirksregierung veranlassten Maßnahmen nun aber erreicht werden.

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Die Anfrage und die Stellungnahme mit allen Messwerten und Maßnahmen sind im Wortlaut unter www.hamm.de im Bereich Ratsinformationssystem unter dem Punkt Recherche zu finden. Die Stellungnahme hat die Nr. 1266/18.

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