Trotz Hinweisschildern: Lkw fahren weiter in Sackgasse

Trotz vieler Hinweisschilder fahren sich noch immer Lkw-Fahrer in Uentrop in der Sackgasse "Auf den Kämpen" fest. Das Foto zeigt eines der Schilder, das an der Zollstraße auf die Sackgasse hinweist.
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Trotz vieler Hinweisschilder fahren sich noch immer Lkw-Fahrer in Uentrop in der Sackgasse "Auf den Kämpen" fest. Das Foto zeigt eines der Schilder, das an der Zollstraße auf die Sackgasse hinweist.

Ärger, Frust und Verzweiflung – und ein Ende ist nicht in Sicht: So kann man die Situation an der Straße „Auf den Kämpen“ wohl am besten bezeichnen.

Uentrop – Denn obwohl mittlerweile ein gutes Dutzend Schilder auf das Zufahrtsregeln für Lkw hinweisen und auch die Daten für Navigationsgeräte geändert wurden, hat sich an der Situation offenbar nichts geändert.

Auch weiterhin fahren sich täglich Lkw an der Sackgasse fest, weil sie zu den Betrieben weiter hinten im Gewerbe- und Industriegebiet Uentrop wollen und nichts von den Pollern in der Mitte von „Auf den Kämpen“ wissen – trotz der ganzen Hinweisschilder entlang der Zollstraße, von der aus „Auf den Kämpen“ angefahren werden kann.

Lkw verursachen Lärm

„Alleine heute waren es 40 bis 50“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. Ihn und die anderen Anwohner nerve dabei nicht nur der Lärm der Lkw, die aufgrund der Poller rückwärts und damit von lauten Warngeräuschen begleitet wieder aus der Straße heraus müssen, oder – trotz Platzmangels – versuchen, zu wenden.

„Bei mir haben sie die Tore eingefahren und meinen Anhänger und Bäume beschädigt“, sagt der Anwohner und beklagt, dass die Lkw-Fahrer einfach abhauen würden und sich nicht um die Schadensregulierung kümmern. Auch das Areal eines Nachbarn sei schon in Mitleidenschaft gezogen worden.

Neue Verkehrsschilder

Um die bereits seit Jahren anhaltenden Probleme in der Straße „Auf den Kämpen“ weiß die Stadtverwaltung und ließ nach und nach immer mehr Schilder aufhängen, die auf die Sackgasse hinweisen. Zuletzt wurden Anfang dieses Jahres Schilder in beiden Fahrtrichtungen an der Zollstraße montiert, die die Sackgasse mit Bildern verdeutlichen und den richtigen Weg mit Pfeilen weisen. „Gewerbegebiet Kranstraße Zufahrt über Siegenbeckstraße“ ist dort zu lesen.

Diese Schilder sowie die Änderung der Daten für Navigationsgeräte sind auf Anregung der Bezirksvertretung Uentrop, die sich auf der Suche nach einer Lösung bereits mehrfach mit dem Thema befasste. Ob’s geholfen hat? „Gar nicht“, findet der Anwohner klare Worte. Denn auf die Schilder würden die Lkw-Fahrer nicht achten, wie er feststellt. Und wenn die Navis nicht auf dem neuesten Stand sind, nütze auch die Datenänderung nichts.

Schilder zeigen keine Wirkung

Dasselbe hat Wilhelm Walther beobachtet, der gegenüber von „Auf den Kämpen“ einen Baustoffhandel betreibt. „Die Schilder haben es auch nicht gebracht“, sagt der FDP-Bezirksvertreter. Zwar seien im Zuge der Coronakrise insgesamt weniger Lkw unterwegs, doch das Problem mit den festfahrenden Lkw bestehe weiterhin. Schon vor einiger Zeit hatte Walther dabei auf die Gefahr hingewiesen, die von den rückwärts auf die Zollstraße fahrenden XXL-Fahrzeugen ausgehe.

Qualität statt Quantität

Aber was soll man noch tun? Statt des Schilderwaldes an der Zollstraße sollte man die Schilder entfernen und stattdessen lieber große und auffällige Schilder im Bereich der Kreuzung Zollstraße/Lippestraße anbringen – und zwar am besten mit den Namen der Betriebe, schlägt Wilhelm Walther vor. Der bereits erwähnte Anwohner hat ebenfalls einen Vorschlag:

Mehrere kleine Firmenschilder gibt es im Kreuzungsbereich zwar schon, diese seien aber viel zu klein und müssten mit den vielfach von Lkw angefahrenen Firmen vervollständigt werden.

Weiter Vorschläge zur Verbesserung

Der Anwohner schlägt aber noch etwas vor: Entweder die Linksabbiegerspur auf der Zollstraße, die zu „Auf den Kämpen“ führt, abschaffen, oder die Poller um ein ganzes Stück zur Straße hin verschieben, damit die Lkw gar nicht erst bis ans Ende der Sackgasse fahren. Dass eine der Maßnahmen genehmigt wird, glaubt der Anwohner allerdings nicht. Die Stadt habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, erklärt unterdessen Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch.

Für die Anwohner bleibt die Situation angespannt, eine Lösung scheint weiter nicht in Sicht zu sein. „Man sollte es einfach zubetonieren, damit nur noch Müllfahrzeuge und ähnliche Fahrzeuge durchpassen“, sagt der Anwohner daher wenig ernst gemeint, dafür aber umso frustrierter.

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