Bis zu 80 Wohneinheiten

Nach zähen Verhandlungen bringt RWE Baugebiet in Uentrop voran

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Das Baugebiet Richardstraße (rot eingerahmt) ist etwa vier Hektar groß. Es liegt nördlich der Richardstraße (Mitte), unweit der Lippestraße (links) zwischen Im Giesendahl (unten) und Hülshoffstraße (oben).

Uentrop – Der Weg ist frei für das im Uentroper Dorf lang ersehnte Baugebiet Richardstraße: RWE und der private Grundstückseigentümer haben sich geeinigt. Der Energiekonzern ist jetzt Eigentümer der gesamten Fläche und kann es, so wie es seit Langem geplant ist, aus einer Hand entwickeln.

„So ist der Gordische Knoten durchschlagen“, sagt RWE-Unternehmenssprecher Olaf Winter. Rund vier Jahre dauerte der Versuch, den Knoten zu lösen. 

Nachdem das Energieunternehmen signalisiert hatte, sein großes, noch landwirtschaftlich genutztes Grundstück zwischen Richard- und Lippestraße als Bauland veräußern zu wollen, beschloss der Stadtrat im Sommer 2015 die Aufstellung eines Bebauungsplans. Als ein Knackpunkt zeigte sich die Erschließung, die nur über die Hülshoffstraße erfolgen kann. Dazu musste ein weiterer Grundstückseigentümer ins Boot geholt werden. Der wollte seine Fläche dazu auch veräußern, und der Verhandlungspoker begann. 

Eine Lösung sei Anfang Mai gefunden worden, sagt der Unternehmenssprecher. Der Kaufvertrag sei geschlossen worden. RWE Power habe die für die Erschließung wichtige Fläche erworben. Über den Kaufpreis machte er keine Angaben, was allerdings auch üblich ist. 

Bürgerversammlung in zweiter Jahreshälfte möglich

Die Stadtverwaltung kann die Entwicklung des Bebauungsplans nach jahrelanger Unterbrechung wieder aufnehmen. „Wir machen jetzt mit der vorbereitenden Bauleitplanung weiter“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Das heißt, Gutachten werden erstellt, wie der Umweltbericht. Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorbereitet. Die Bürgerversammlung war schon einmal, wenn auch unter Vorbehalt, für Ende 2015 anvisiert worden. Aus genanntem Grund wurde aber daraus nichts. Jetzt geht die Stadtverwaltung davon aus, dass die Versammlung in der zweiten Jahreshälfte stattfinden könnte.

Rund vier Hektar große Fläche

Das Baugebiet im Uentroper Dorf liegt nördlich der Richardstraße und umfasst eine Fläche von etwas mehr als vier Hektar – Platz für bis zu etwa 80 Wohneinheiten, hieß es bei der Vorstellung der Wohnbaulandinitiative der Stadt im Februar. Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sollen dort entstehen. Nach einer groben Schätzung von RWE ist mit einer Erschließung ab Mitte 2020/2021 zu rechnen.

Wohnbaulandinitiative

Die Vermarktung der Grundstücke wird RWE Power selbst übernehmen. „Das haben wir auch in der Vergangenheit getan“, sagt der Unternehmenssprecher und verweist auf Erfahrungen im rheinischen Revier. Dort seien etwa 2.000 Grundstücke mit rund 1 Million Quadratmeter Nettobauland vermarktet worden. „Wir investierten 45 Millionen Euro in die Erschließung“, sagt er. Auf den Flächen seien Werte in Höhe von einer halben Milliarden Euro geschaffen worden.

„Es freut uns“, erklärt Olaf Winter in diesem Sinne, „dass die Wohnbaulandinitiative in Hamm Schwung aufnehmen kann.“ Die Freude ist auch im Stadtbezirk Uentrop groß. „Für das Dorf ist das Baugebiet ungeheuer wichtig“, sagt Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch, „einerseits für die jungen Familien, die sich seit Langem Bauland im Dorf wünschen, andererseits für die Kita und die Schule für ihren Fortbestand. Wir sind froh“, so Pförtzsch weiter, „dass der Knoten durchschlagen worden ist.“

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