Abgestorben: Mächtige Blutbuche in Uentrop muss doch gefällt werden 

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Der Frühling lässt die Bäume überall ergrünen, nur die ehemals geschützte Blutbuche an der Zollstraße in Uentrop nicht. Sie ist schneller komplett abgestorben, als zunächst angenommen.

Uentrop - Meinolf Eggenstein ließ nichts unversucht, schaltete Experten ein, wollte die Zeit bis auf Äußerste ausreizen, aber der Frühling machte jede Hoffnung zunichte: Die mächtige und ehedem geschützte und durch einen Pilz geschädigte Blutbuche an der Zollstraße in Uentrop muss gefällt werden.

„Ich bin erstaunt, dass gar nichts mehr gekommen ist“, sagt Eggenstein über die durchweg kahlen Äste. An wenigen hängt nur noch Laub des vergangenen Jahres. „Ich habe gedacht, dass er wenigstens noch ein bisschen ausschlägt.“ Als er vergangenes Jahr das Grundstück von den Stadtwerken Hamm erworben hatte, war ihm zwar schon klar, dass der stattliche Baum nicht mehr zu retten ist. Mit zwei oder drei Jahren hatte er aber doch noch gerechnet, ehe die Blutbuche komplett hätte entfernt werden müssen. Die teils großflächig abplatzende Rinde zeigt ihm aber, dass er in nächster Zeit handeln muss. 

„Das habe ich so nicht erwartet“, sagt er über das schnelle Ende des Baumes. Auf den hatte er in der Vergangenheit stets gern geblickt, sicherte sich nicht zuletzt deshalb das südlich an sein Haus angrenzende Grundstück mitsamt Blutbuche. „So ein Baum bekommt man nicht mehr dahin“, sagt er nicht nur, weil wegen der Leitungen im Boden kein neuer Baum gepflanzt werden darf, sondern auch, weil er aus biologischen Gründen nicht rund 250 Jahre darauf warten kann. So alt war die Blutbuche nach Schätzungen, weshalb sie auch 1992 unter Schutz gestellt wurde.

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Dass sie nicht mehr zu retten sei, hieß es seitens der Stadtverwaltung und den Stadtwerken schon im vergangenen Herbst. Ein offizieller Baumgutachter wurde nicht mehr eingeschaltet, weil die Schädigung des Baumes offensichtlich gewesen sei, wie es hieß. Dennoch zog sich Eggenstein Experten hinzu, die aber auch keine Hoffnung mehr machen konnten. Die Stadtverwaltung verfügte im November die Aufhebung des Schutzstatus’. Einige Uentroper hegten aber Zweifel an der Einschätzung, protestierten, machten ihre Forderung öffentlich, dem Baum nach Möglichkeit noch einige Jahre zu geben – die Zeit ist dem Baum nicht mehr vergönnt.

Ein Teil des Stamms soll stehen bleiben

Aus Sicherheitsgründen werde der abgestorbene Baum schon bald beseitigt, hieß es bereits vor Tagen. Er soll aber nach Möglichkeit nicht ganz verschwinden. Eggenstein kann sich vorstellen, einen Teil des gewaltigen Stammes stehen zu lassen und etwa ein kleines Baumhaus draufzusetzen. So bleibe noch von der Zollstraße aus zu erkennen, was für ein mächtiger Baum dort gestanden habe, sagt er. Aber vielleicht gebe es ja noch andere Ideen, hofft er auf Vorschläge.

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