Mehr als 100 Mitglieder zur Vereinsgründung 

Starker Start: Initiative Pro Norddinker-Geithe erlebt "überwältigenden" Auftakt

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Um rund 50 Hektar geht es (rot umrandet). Das Industriegebiet Uentrop soll zwischen Trianel-Kraftwerk und Obere Rothe erweitert werden.   

Norddinker - Erwartung übertroffen: Rund 130 Interessierte kamen zur Vereinsgründung der Bürgerinitiative Pro Norddinker-Geithe. Die meisten wurden auch gleich Mitglied. Es geht um den Erhalt der Landschaft und die Verhinderung der Erweiterung des Industriegebiets Uentrop.

Mit zunächst rund 80 aufgestellten Stühlen unter dem Dach der Otmar-Alt-Stiftung glaubten sich die Initiatoren der Bürgerinitiative (BI) Pro Norddinker-Geithe am Dienstagabend gut aufgestellt für die Vereinsgründung. Umso größer war die Freude, dass für die rund 130 Teilnehmer noch Stühle hinzugestellt werden mussten. Als dann am Abend noch in einem ersten Schwung 113 Gründungsmitglieder ihre unterschriebenen Aufnahmeanträge abgaben, waren alle anfänglichen Hoffnungen weit übertroffen.

Karl-Heinz Rüter zeigte sich hocherfreut, „dass überwältigend viele Leute spontan ihren Beitritt dokumentiert haben“. Wenig später wählten sie ihn einstimmig zum 1. Vorsitzenden des neuen Vereins. Sein Ziel ist der Erhalt der überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen der Norddinker Heide und des angrenzenden Naherholungsgebiets Geithe sowie die Verhinderung der südlichen Erweiterung des Industriegebiets Uentrop bis zur Oberen Rothe.

Der erste Vorstand der BI Pro Norddinker-Geithe: Katrin Kley (von links), Astrid Krähling, Martina Ontrop-Brokinkel, Karl-Heinz Rüter, Mats Brokinkel und Philipp Jaschka.

Rüter erinnerte noch einmal an die bisherige Geschichte des Einsatzes für Norddinker und das Naherholungsgebiet Geithe. Darauf hätte er sicherlich auch verzichten können, wie auch auf die Erklärung, was auf dem Spiel steht, wenn „stark emittierende“, bis „zu 365 Tage im Jahr im 24-Stunden-Betrieb“ produzierende Industrie in Norddinker angesiedelt werden sollte. Der Grund: Die Teilnehmer der Gründungsversammlung erweckten von Beginn den Eindruck der Einhelligkeit. 

Statt kontroverser Diskussionen brachten sie konstruktive Vorschläge, wie etwa zur Satzungsänderung. So wurde zum Beispiel die Altersgrenze für den Eintritt von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt, auch wenn die jungen Mitstreiter, von denen einige unter den Besuchern waren, dann eine Unterschrift der Erziehungsberechtigten brauchen.

Vorstand einstimmig gewählt 

Einhelligkeit auch beim vorgeschlagenen Jahresbeitrag von 10 Euro und Einstimmigkeit bei der offenen, also nicht geheimen Wahl des sechsköpfigen Vorstandes: Neben Karl-Heinz Rüter bildet Martina Ontrop-Brokinkel als 2. Vorsitzende die Spitze des Vereins. Kassiererin ist Astrid Krähling. Die Schriftführung hat Mats Brokinkel übernommen, die Öffentlichkeitsarbeit Katrin Kley. Internetbeauftragter ist Philipp Jaschka – alles Kandidaten aus dem Kreis der Initiatoren. 

Dem neuen Vorstand stehen jetzt einige formale Schritte bevor: Notar, Amtsgericht, Finanzamt, Kontogründung – „so schnell wie möglich ins Vereinsregister“, sagte Rüter. So kann die BI als eingetragener und gemeinnütziger Verein künftig Spendenquittungen ausstellen. Den Hinweis nutzte der Vorsitzende zum Spendenaufruf. Die Einnahmen sollen künftig zur Finanzierung weiterer Aktionen dienen und, falls erforderlich, auch juristische Schritte ermöglichen. 

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Die BI geht davon aus, dass die Zahl der Mitglieder in nächster Zeit noch ansteigen wird. „Einige Aufnahmeanträge sind noch unterwegs“, sagte Rüter auch mit Hinweis auf die Bürgergemeinschaft Weetfeld, der er für die Unterstützung dankte. Seit rund 20 Jahren kämpfen die Weetfelder. So lange hofft zumindest Rüter nicht im Einsatz sein zu müssen. Die Frage, ob der geschäftsführende Vorstand alle zwei Jahre gewählt werde, bejahte er zwar, hielt aber Gedankenspiele über solche Zeitspannen nur bedingt für angebracht. Optimistisch erklärte er: „Wir hoffen ja, dass wir den Verein in drei Jahren wieder eindampfen können."

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