Westumgehung ist immer noch nicht gebaut

Mindesthaltbarkeit läuft ab: Brücke Haarener Weg ist nur Provisorium

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Schwerlastverkehr nicht erlaubt. Das verschafft dem Brückenprovisorium des Haarener Wegs zwischen Haaren und Dolberg – so, wie es aussieht – eine längere Haltbarkeit.

Haaren - Bei Brücken verhält es sich so wie mit Lebensmitteln: Auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit können sie noch genutzt werden. Acht bis zehn Jahre sollte das Brückenprovisorium Haarener Weg halten. Die Marke ist bald erreicht und dürfte wohl überschritten werden – muss sogar.

Etwas mehr als acht Jahre ist es her, dass sich bei einer Routineprüfung der desolate Zustand der Lippebrücke zwischen Haaren und Dolberg offenbarte. Auf eine Tonnagenbegrenzung folgte eine Sperrung wegen Hochwassers – eine Freigabe gab es nicht mehr. Aus und vorbei für das marode Bauwerk des Haarener Weges. Bei rund 6.000 Fahrzeugen am Tag und wenig Alternativen, die im Fall der Zollstraße ebenfalls in die Jahre gekommen ist, lässt sich schnell feststellen, was der Verlust einer gut frequentierten Brücke bedeutet: zeitraubende Umwege und Kosten. 

Politiker brachten einen Betrag von 1,5 Millionen Euro für einen Neubau in die Diskussion. Das gab der städtische Haushalt auch nach Umschichtungen nicht her. Außerdem war doch ohnehin, wenn auch zeitlich sehr vage, ein Neubau durch das Land geplant. Die Stadt investierte letztlich 554.000 Euro (beschlossen waren 500 000 Euro) in ein Provisorium. Bis das alte Bauwerk abgerissen und die neue Brücke zur Verfügung stand, verging mehr als ein Jahr. Erst Januar 2012 rollten die Autos wieder über den Haarener Weg.

Planung der Landesstraße stockt

Acht bis zehn Jahre soll die Brücke halten – bis die Westumgehung Dolberg gebaut ist, so die Hoffnung. Mit der Landesstraße 547n soll auch eine neue Straße samt Brücke über die Lippe bis zur Lippestraße entstehen. Das würde einen Ersatz für das Provisorium überflüssig machen. Die Planungen für die Landesstraße sind aber ins Stocken geraten. Es wird noch Jahre dauern, bis sie entsteht. Dann ist das Mindesthaltbarkeitsdatum für das Brückenprovisorium längst abgelaufen.Regelmäßige 

Regelmäßige Überprüfung 

Bei der Stadtverwaltung besteht aber derzeit kein Grund zur Sorge. „Wir sind am Anfang des achten Nutzungsjahres“, stellt Stadtsprecher Lukas Huster fest. „Die Brücke ist in einem guten Zustand. Es sind keine Mängel und es ist keine Altersabnutzung zu erkennen.“ Wie andere Brücken auch, wird das Provisorium regelmäßig Prüfungen unterzogen. „Unauffällig“, lautet das Ergebnis. Deshalb zeigt man sich bei der Stadtverwaltung noch recht gelassen, auch wenn der seit rund 30 Jahren geplante Bau der 547n zeitlich absolut nicht einzuordnen ist. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Brücke länger genutzt wird“, sagt der Stadtsprecher.

Wird weiteres Brückenprovisorium geplant?

Als ein wesentlicher Faktor für den guten Zustand wird die Tonnagenbegrenzung gewertet. Lkw dürfen dort die Lippe nicht passieren. Der Schwerlastverkehr bleibt also raus. Zudem ist die Brücke für Autos nur einspurig befahrbar. Nach wie vor passieren im Durchschnitt rund 6.000 Fahrzeuge täglich die Brücke. Gedankenspiele, dass wegen der nach wie vor fehlenden Westumgehung Dolberg etwa ein weiteres Brückenprovisorium erforderlich werden könnte, werden bei der Stadtverwaltung derzeit nicht gemacht. Es laufe keine Planung, sagt der Stadtsprecher. Die sei Sache des Landes.

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