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Großbrand in Norddinker, Strohballen brennen - Polizei sucht Feuerteufel

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Von: Markus Hanneken, Markus Wüllner, Simon Stock

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Brand in Hamm-Norddinker
Die Feuerwehr war bis in die Morgenstunden in Hamm-Norddinker im Einsatz. © Lothar Zimmermann

Großbrand im Osten von Hamm: Teile eines historischen Wasserschlosses in Norddinker wurden in der Nacht zu Montag zerstört. Parallel brannten erneut Strohballen. Gibt es einen Zusammenhang?

Hamm - Die Feuerwehr Hamm rückte in der Nacht zu Montag (1. August) in großer Zahl zu einem Großbrand im alten Wasserschloss an der Rhynernstraße in Norddinker aus. Dort brannten mehrere Nebengebäude und Teile des historischen Herrenhauses Hohenover. Als die Feuerwehr nach der Alarmierung gegen 23.10 Uhr ankam, brannten die beiden Wirtschaftsgebäude bereits lichterloh. Das Feuer war bereits auch auf das unbewohnte Gutshaus übergegangen.

Die Einsatzkräfte versuchten, das Gutshaus so weit wie möglich zu schützen und ein Übergreifen der Flammen auf das nahe gelegene Waldstück zu verhindern. Das Haupthaus wurde stark beschädigt, die Nebengebäude sind einsturzgefährdet. Es entstand „erheblicher Sachschaden“, teilte die Feuerwehr am Montag mit.

Großbrand in Hamm: Hinweise auf Brandstiftung

Nach Angaben von Polizeisprecher Hendrik Heine liegen „Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung“ vor. Ob es einen Zusammenhang mit der Strohballen-Brandserie gibt, sei nun Bestandteil der Arbeit der (personalstarken) Ermittlungskommission. Zeugen, die an den Brandorten oder im Umfeld verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich telefonisch unter 02381/916-0 oder per Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de bei der Polizei zu melden. Noch in der Nacht waren kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet worden.

Vor rund zehn Jahren hatte es die Polizei schon einmal mit einer rätselhaften Feuerserie zu tun. Damals stellte sich als Urheber ein junger Feuerwehrmann heraus.

Die Hammer Feuerwehr war in Norddinker und an den anderen Brandschauplätzen am Sonntag mit bis zu 130 Kräften im Einsatz - aus den Einsatzbereichen Berge, Werries, Norddinker, Rhynern, Osttünnen, Süddinker, Wambeln, Allen, Osterflierich, Bockum, Hövel und Norden sowie aus der Hauptwache. Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus Hamm und Dortmund unterstützten die Feuerwehr unter anderem mit Baggern.

Großbrand in Hamm: Auch Strohballen brennen wieder

Die aktuelle Frage lautet: Passt auch dieser Brand in die aktuelle Serie von Brandstiftungen der vergangenen Tage in dieser Region, wo (auch in Norddinker) mehrfach hunderte Strohballen angezündet worden waren? Immer näher waren die Brandstiftungen der jüngsten Vergangenheit auch an Gebäude herangerückt - zuletzt musste eine Biogasanlage aufwändig vor den Flammen geschützt werden.

Strohballen brennen im Hammer Osten.
Strohballen brennen am Nilliesberg. © Lothar Zimmermann

Besonders auffällig: Nur etwa eine halbe Stunde vor dem Alarm in Norddinker entflammten am Sonntagabend am Niliesberg in der Geithe - also nur wenige Kilometer entfernt - rund 100 geschichtete Strohballen. Die Feuerwehr wurde um kurz vor 23 Uhr alarmiert und blieb bis zum Morgen im Einsatz. Erneut war der Hof von Landwirt Alexander Demmer betroffen. Der Sachschaden liegt bei etwa 5000 Euro. Und schon in der Nacht vorher hatten am Alten Uentroper Weg (Höhe Einmündung Sundernstraße) zwei Strohballen „geglimmt“, so die Feuerwehr und die Polizei übereinstimmend. Auch in diesen Fällen geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Norddinker war am vergangenen Freitag auch Schauplatz einer ungewöhnlichen Rinder-„Jagd“: Vier Tiere hatten sich in einem Maisfeld verirrt. Stundenlang waren Feuerwehr, Polizei und Landwirte damit beschäftigt, sie in Sicherheit zu bringen.

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