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Eishalle: Besucherrekord möglich - Kunststoff als große Lösung?

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Von: Patrizia Frank

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Am vergangenen Wochenende kamen noch mal einige Eislaufbegeisterte in die Halle.
Eisiges Vergnügen: Am vergangenen Wochenende kamen noch mal einige Eislaufbegeisterte in die Halle. © Reiner Mroß

Am 23. April endet in Hamm die Eishallen-Saison – und trotz Corona-Beschränkungen blickt Betriebsleiter Dirk Sowicki auf gute Monate zurück. Sogar ein Besucherrekord ist möglich.

Hamm – Mit einer guten letzten Eis-Disco im Rücken und wenn dann noch mal viele Menschen zur Schaum- und Abtauparty am 23. April kommen, könnte die 10.000er-Marke geknackt werden. „Das wäre die höchste Zahl an Eis-Disco-Gästen, die wir seit Übernahme im Jahr 2015 hatten“, sagt Sowicki, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Die beliebte Veranstaltung am Samstagabend pausiert dann zunächst, der Betrieb in der Arena geht aber auch ohne Eis weiter: Auch in diesem Jahr wird ab Mitte Mai die „Glice“-Eisbahn in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Art künstliches Eis, das weder gekühlt, noch aufbereitet werden muss. Vielmehr wird beim Gleiten eine Art Silikon freigesetzt, das die Kunststofffläche in eine Gleitfläche verwandelt, die mit Schlittschuhen befahrbar ist.

Angesichts des immer schneller voranschreitenden Klimawandels und steigender Energiepreise könnte das Kunsteis zum Zukunftsmodell werden, glaubt Sowicki. Kurzfristig aber soll ein Wechsel nicht stattfinden. „Das liegt zum einen an den Kosten. Wir bieten ab Mai wieder eine etwa 300 Quadratmeter große Fläche Kunsteis an. Diese hat uns in der Anschaffung etwa 75.000 Euro gekostet“, rechnet er vor. Wolle man die gesamte Eisfläche in Kunsteis verwandeln, müsste in 1800 Quadratmeter „Glice“-Eis investiert werden – eine Investition, die derzeit deutlich den Rahmen sprengt.

Eishalle in Hamm: Bald auch Sportbetrieb auf Glice?

Ein weiteres Problem des Kunsteises: Bisher ist es für den Sportbetrieb nicht zugelassen. „Es soll allerdings in Kassel nun eine Eishockey-Trainingsfläche gebaut werden, die aus Kunsteis besteht. Eventuell kommt da ja Bewegung in die Sache“, meint Sowicki.

In Hamm wird die Kunsteisfläche, wie auch schon im vergangenen Jahr, für öffentliche Laufzeiten genutzt werden. Allerdings soll es auch wieder möglich sein, die Gleitfläche exklusiv zu mieten: „Wir hatten hier Familienausflüge und Kindergeburtstage. Das Angebot wurde wirklich gut angenommen“, erzählt Sowicki.

Eishalle in Hamm: neuer Saisonstart im September

Die neue Saison mit richtigem Eis beginnt dann wieder am 3. September – hoffentlich ohne Corona-Beschränkungen, denn die hatten es den Betreibern der Eishalle oft schwer gemacht: „Wir hatten Zeiten, da stand das Telefon gar nicht mehr still. Die Gäste waren verwirrt, weil sich ständig etwas verändert hat an den Beschränkungen und keiner mehr wusste, unter welchen Voraussetzungen er nun eigentlich zum Eislaufen kommen konnte“, erzählt Sowicki.

Die Blueliner-Sportsbar übrigens, die den Eisläufern und anderen Sportinteressierten als Treffpunkt dient, ist in der vergangenen Saison nicht so gut durch die Krise gekommen. „Da ist deutlich Luft nach oben“, sagt Sowicki. Auch, als die Gäste längst schon wieder zum Eislaufen in die Halle kamen, trauten sie sich nur zögerlich in die Gastronomie. „Ich hoffe, dass sich das in der kommenden Saison wieder normalisiert“, sagt er.

Eishalle in Hamm: Zusammenarbeit mit Schulen

Auf einen normaleren Saisonverlauf hofft Sowicki auch in der Zusammenarbeit mit den Schulen. „Da hatten wir schon einige Stornierungen“, erklärt er. Am Ende seien nur 3600 Schüler in die Eishalle gekommen – deutlich weniger, als üblich. „Mit der Pandemie ist jede Schule anders umgegangen: Einige haben bei nur einem positiven Fall an der Schule den ganzen Ausflug abgesagt, andere sind gekommen, obwohl es kurz zuvor positive Testungen gab.“

Insgesamt waren in der vergangenen Saison etwa 45.000 Menschen zum Eislaufen in die Arena gekommen – 2019 waren es 53.000 Besucher gewesen. „Ich denke, wir können schon zufrieden sein. Wir sind bis hierher mit einem blauen Auge durch die Pandemie gekommen“, bilanziert Sowicki.

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