Weg vom umstrittenen Atomstrom

Elektrisierend: Belgier interessiert an Strom aus Trianel-Kraftwerk

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Nur etwa ein Viertel der Kapazität des Trianel Gaskraftwerks in Uentrop werden derzeit genutzt.

Hamm - Das Gas- und Turbinen-Kraftwerk (GuD) von Trianel in Uentrop gilt nach wie vor für eines der effektivsten, und dennoch ist es schwierig, es wirtschaftlich zu betreiben. Doch es gibt Hoffnung auf bessere Zeiten. Dafür sorgt das Interesse aus dem Nachbarland Belgien. 

Das Trianel-Kraftwerk in Uentrop gilt bis heute als eines der modernsten, effektivsten und flexibelsten am Stromerzeugermarkt. Dennoch ist die vor zehneinhalb Jahren in Betrieb genommene und von einem Stadtwerkeverbund – darunter auch die Stadtwerke Hamm – errichte Anlage alles andere als ausgelastet. Gerade einmal 25 Prozent der Kapazitäten werden abgerufen; seit Sommer 2015 läuft das Kraftwerk im so genannten „optimierten Minimalbetrieb“. Das bedeutet, dass nur in den Stunden Strom produziert wird, in denen ein ausreichend hoher Börsenstrompreis erzielt werden kann. Doch die Hoffnung auf bessere und vor allem gewinnreichere Zeiten ist beim Betreiber noch nicht gestorben – und das liegt aktuell auch an den europäischen Nachbarn in Belgien.

In Belgien will man weg vom umstrittenen Atomstrom und bis 2025 die entsprechende Energiewende eingeleitet haben. Kohlestrom ist zumindest bei einem Teil der dortigen Energie-Politiker nicht die erste Wahl, aus Gas gewonnener Strom steht auf deren Agenda – Strom aus dem GuD-Kraftwerk in Uentrop. Am Wochenende trafen sich auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion der wallonische Energieminister mitsamt seines Gefolges mit Verantwortlichen der Trianel-Geschäftsführung. Es ging ausdrücklich um das Uentroper Gaskraftwerk und die Möglichkeiten, dessen Strom nach Belgien zu liefern

Ein Anfang ist gemacht

800 Megawatt könnten in Uentrop erzeugt werden, 2020 wird die„Allegro“ getaufte Verbindungsleitung, die das deutsche mit dem belgischen Netz verbinden wird, fertiggestellt. Ihre Kapazität: 1 Gigawatt – das passt also. Noch, so wurde auch von Trianel am Montag gegenüber dem Westfälischen Anzeiger betont, befinde man sich in einem sehr frühen Stadium. Aber immerhin sei ein Anfang gemacht.

Nach der Braunkohle kommt das Gas

Und überhaupt: Die schlechten Zeiten für das Uentroper Werk, von dem derzeit einer der beiden Blöcke an einen privaten Anbieter verpachtet ist, könnten allmählich vorbei sein. Sollte der Ausstieg aus der Braunkohle nun endlich besiegelt werden, werde die Nachfrage nach Strom aus Uentrop zwangsläufig steigen. Relativ gelassen blicke man deshalb der Zeit Ende 2019 entgegen. Dann soll gemeinsam mit den Stadtwerken entschieden werden, ob die GuD-Anlage noch eine Zukunft hat.

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