Sicherer und sparsamer - Neue Bahnschranken an Soester Straße

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Die neue Anlage der Bahnschranken an der Soester Straße ist – trotz noch fehlender Schranken – schon deutlich zu erkennen. Die Anlage soll für mehr Sicherheit sorgen.

Uentrop - Ein schwerer Verkehrsunfall vor gut 13 Jahren rückte die Gefahrenstelle in den Blick. Jetzt bekommt der Bahnübergang an der Soester Straße kurz vor dem Hohefeldweg Schranken.

Damals war ein Auto von einem Güterzug erfasst und mehr als 100 Meter mitgeschleift worden. Der 59-jährige Fahrer hatte das Rotlicht übersehen und war bei dem Unfall schwer verletzt worden. Obwohl die Unfallstelle seit fast zehn Jahren ganz oben auf der Prioritätenliste der zu beschrankenden Bahnübergänge der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) steht, wird sie erst jetzt ausgebaut.

Der eingleisige Bahnübergang ist Teil der nicht elektrifizierten RLG-Eisenbahnstrecke von Hamm nach Schmehausen. Inzwischen wurde ein großer Teil der Arbeiten ausgeführt. Insgesamt wird die technische Sicherungsanlage und die daraus resultierenden Anpassung der Fahrbahnen, Rad- und Gehwege durchgeführt.

Konkret wurde die Lichtzeichen-Signalanlage durch eine moderne, energieeffiziente und wartungsarme Neuanlage mit Halbschranken, Rad- und Gehwegschranken ersetzt. Die Pfosten stehen bereits, es fehlen noch die Schranken. „Dieses dient in erster Linie der Verbesserung der Leichtigkeit des Verkehrs und der Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“, teilt Georg Melcher, Sprecher der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE), mit.

Nicht zu vernachlässigen sei natürlich auch die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Verbesserung des Umweltschutzes durch Energieeinsparung und Verringerung der Wartungsintensität. Sämtliche Arbeiten wurden und werden im laufenden Betrieb vorgenommen.

Auch weiterhin sind keine Sperrungen vorgesehen. Allerdings seien, bedingt durch die Arbeiten an den verschiedenen Signal- und Schrankenstandorten oder durch Kabel- und Tiefbauarbeiten, teilweise kurzfristige Behinderungen zu erwarten. Sie würden aber auf das absolut notwendige Maß begrenzt. Ebenso sei das bei den abschließenden Asphalt- und Pflasterarbeiten der Fall.

Baubeginn war nach Mitteilung der eines Sprechers der Westfälischen Landeseisenbahnen im September. Die Inbetriebnahme werde voraussichtlich im Dezember erfolgen. Ein genaues Datum könne noch nicht genannt werden, weil die Anlage noch von den Aufsichtsbehörden abgenommen werden müsse, so der WLE-Sprecher.

Als projektierte Kosten wurden dafür im Jahr 2015 rund 300 000 Euro genannt, die sich Bahn, Bund und Stadt teilen. Jetzt beziffert der Sprecher den finanziellen Aufwand auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Aus Gründen der Erhöhung der Sicherheit im Verkehr würden heute nur noch in begründeten Ausnahmefällen neue höhengleiche Bahnübergänge zugelassen, teilt er weiter mit. Bei bestehenden Bahnübergängen werde die Erhöhung der Sicherheit durch den Einsatz von technischen Sicherungen nach dem neuesten Entwicklungsstand erreicht. Daher werde bei der Erneuerung der Bahnübergang an der Soester Straße jetzt mit Schranken ausgerüstet.

Die Erneuerung von bestehenden Bahnübergängen könne aufgrund des Aufwandes und der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Eigen- und Fördermittel des Landes nur sukzessiv und der Dringlichkeit der erforderlichen Maßnahmen geschuldet erfolgen. Als nächste dringliche Maßnahme führt der WLE-Sprecher die Erneuerung des Bahnübergangs „Ostwennemarstraße“ in der Nähe des Maximilianparks an. Die Maßnahme soll Ende 2019 realisiert werden.

Genutzt wird die Strecke täglich. Sie dient vor allem dazu, das DuPont-Werk und das Kohlekraftwerk Schmehausen zu versorgen. Vor allem von der Auslastung des Kraftwerks hänge die Zahl der Züge ganz wesentlich ab, heißt es. Genau beziffern lasse sich die Zahl der Züge daher nur sehr schwer, so der WLE- Sprecher.

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