Verzögerte Fertigstellung der Ringmauer: Archäologische Untersuchungen halten Arbeiten am Burghügel auf

Blick durch die Absperrzäune: Von der Vorburg aus betrachtet hat sich in den vergangenen Wochen auf dem Burghügel wenig getan. Was kaum zu sehen ist: Es sind weitere Fundamente für die Ringmauer entstanden.
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Blick durch die Absperrzäune: Von der Vorburg aus betrachtet hat sich in den vergangenen Wochen auf dem Burghügel wenig getan. Was kaum zu sehen ist: Es sind weitere Fundamente für die Ringmauer entstanden.

Ob sich einst der Bau der Burg Mark auch so in die Länge zog? Zwischen den Zeiten von Graf Adolf I. und den heutigen Bauherren liegen immerhin fast 800 Jahre. Von den damaligen Bauzeiten ist wenig bekannt. In der Gegenwart ist festzustellen, dass es nur sehr langsam mit dem Bau der Ringmauer auf dem Burghügel Mark weitergeht.

Mark – Bis zum Herbst sollten die 750.000 Euro für das Rahmen- und Gestaltungskonzept ausgegeben sein. So hieß es beim Spatenstich für den Bau der neuen Brücke zum Burghügel, der Sitzgelegenheit an der Gräfte und eben der Ringmauer, die abschließend entsteht. Beim symbolischen Baustart im April 2019 war aber die Rede noch vom gleichen Jahr und nicht von 2020.

Im Herbst 2019 hatten die Archäologen gerade erst mit der Untersuchung des Bodendenkmals im Bereich der Baustelle begonnen. Dabei muss festgehalten werden, dass die Verwaltung von Beginn an auf mögliche und unkalkulierbare Verzögerungen durch die archäologischen Arbeiten hingewiesen hat. Hinzu kamen noch umfangreiche Ausschreibungen, mit denen die Planer so nicht gerechnet hatten.

Verzögerungen beim Bau der Ringmauer

Die Archäologen begleiten den Bau und untersuchten zuletzt den Aushub vom Burghügel. Bis Ende Juni, so hieß es im Mai, sollte die Ringmauer montiert sein. Bis zum Ende der Sommerferien, lautete es im Juli von der Stadtverwaltung. Soweit sind die Arbeiten auch dann doch nicht gediehen. „Die Verzögerung gegenüber der letzten Planung ergibt sich durch die umfangreichen archäologischen Arbeiten“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster.

Die sind jetzt soweit erledigt. Unter anderem fanden die Fachleute Tonscherben. Eine Übersicht der Fundstücke gibt es noch nicht. „Der archäologische Bericht ist derzeit noch in Arbeit“, sagt er. Verantwortlich ist die LWL-Archäologie.

Nach Grabungen in den Jahren 1973 und 1975 ist nicht von außergewöhnlichen Relikten aus der Vergangenheit auszugehen. 2017 untersuchten zudem Geophysikstudenten aus Münster Teile der Burganlage. Von besonderen Erkenntnissen ist bislang nichts bekannt.

Moderne Interpretation der Hochmotte

Herrscht auch zeitweise Ruhe auf der Baustelle, gehen die Arbeiten an der Ringmauer dennoch weiter. „Derzeit werden die noch fehlenden Fundamente geliefert und gesetzt“, sagt der Stadtsprecher. „Parallel hierzu werden die Kassetten beim Steinmetz befüllt.“ Sie werden anschließend an der 1,20 Meter hohen Ringmauer angebracht.

Sie wird als zeitgemäße Interpretation der historischen Hochmotte bezeichnet. Sie ruht auf dem Burghügel nur auf Punktfundamenten, scheint deshalb über dem zu schützenden Bodendenkmal zu schweben. „Die Anlieferung der Kassetten am Burghügel ist für Anfang September avisiert“, sagt der Stadtsprecher über den derzeitigen Zeitplan.

Geschichtliche Hintergrundinformationen

Der Burghügel Mark wird als „Wiege der Stadt Hamm“ bezeichnet. Graf Adolf I. gründete sie im Jahr 1226. Die Burg war sein Stammsitz. Von den einstigen Bauten ist heute nichts mehr zu sehen. Die Anlage im Grünen ist ein Naherholungsgebiet. Die Gräfte umschließt die einstige Vorburg und den Burghügel, die Motte. Das ist eine Burg auf einem künstlich geschaffenen Erdhügel, auf dem in der Regel ein turmartiges Gebäude stand.

Ende 2017 musste die marode Burghügel-Brücke gesperrt werden. Nach etwas mehr als 17 Jahren hatte die Brücke zur „Keimzelle Hamms“ ausgedient.

Schwertransport und Einschwenken der neuen Brücke am Burghügel Mark

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