Ruhe Per Eilantrag: Anwohner beklagen zunehmenden Verkehr an der Ostwennemarstraße

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Zunehmender Verkehrslärm plagt Anwohner der Ostwennemarstraße. Durch die Umleitung von der Baustelle Lippestraße hat er noch zugenommen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung könnte eine Lösung sein.

Die Anwohner des Dambergskamps und Auf dem Placken fühlen sich schon lange vom Verkehrslärm gestört, jetzt wollen sie per „Eilantrag“ an die Bezirksvertretung eine Geschwindigkeitsreduzierung erreichen.

Werries – Als „sehr belastend“ empfinden Anwohner des Dambergskamps und Auf dem Placken schon lange den Verkehrslärm, aber seit Beginn der Baustelle Lippestraße und der Umleitung des stadteinwärts fließenden Verkehrs über die benachbarte Ostwennemarstraße ist er offenbar unerträglich geworden. 

Per „Eilantrag“ an die Bezirksvertretung wollen sie zügig eine Geschwindigkeitsreduzierung erreichen und langfristig einen Lärmschutz erwirken. Die Temporeduzierung von 70 auf 50 soll „kurzfristig“ und zunächst für die Bauzeit befristet umgesetzt werden, wie Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch gestern auf Anfrage erklärte. Ob sich aber eine dauerhafte Lösung, vielleicht auch ein baulicher Lärmschutz umsetzen lässt, muss erst noch geprüft werden.

Unterhalten im Garten nicht mehr möglich

Seit Anfang Februar ist die Baustelle auf der Lippestraße eingerichtet. In Richtung stadtauswärts gilt bis voraussichtlich in den Herbst beziehungsweise bis zum Abschluss der Maßnahme eine Einbahnstraßen-Regelung. Der Verkehr auf der Lippestraße in Richtung Innenstadt wird für die Dauer über die Ostwennemarstraße und weiter über den Alten Uentroper Weg umgeleitet. 

Das merkt eine Reihe von Anwohnern, deren Häuser nahe der Ostwennemarstraße liegen. Nahversorgungszentrum, Maxipark und Westpress-Arena sorgen demnach schon für viel Verkehr – teils bis zum späten Abend. Jetzt hat er noch mehr zugenommen. Als problematisch bezeichnen sie die Lage der Häuser, die so stehen, dass sie keinen Schallschutz bieten. Die Straße steige zudem an und liege höher als die Grundstücke mitsamt den Gärten, in denen wegen des Straßenlärms teils keine Unterhaltung möglich sei.

Hinzu kommt nach ihrer Ansicht, dass Fahrzeuge schon vor dem Ortsausgangsschild beschleunigen. Dort ist Tempo 70 erlaubt. In Gegenrichtung würde der Verkehr ungebremst bis zur Ampelkreuzung fahren.

„Auf Dauer eine Gesundheitsgefährdung“

„Mit der Umleitung hat sich diese Lärmbelastung annähernd verdoppelt und dies für einen nicht zumutbaren Zeitraum von mindestens neun Monaten“, erklären die Anwohner in einem Schreiben an die Bezirksvertretung und befürchten „auf Dauer eine Gesundheitsgefährdung“. Sie verweisen auf die Lärmkarte der Stadt Hamm aus dem Jahr 2018, wonach die Lippestraße stärker belastet sei als die Ostwennemarstraße. Dort dürfte die Belastung durch den Umleitungsverkehr aber mittlerweile „noch höher sein“.

Um den Lärm zu reduzieren, beantragen die Anwohner eine kurzfristige Prüfung von lärmreduzierenden Maßnahmen. Unter anderem solle für die Dauer der Umleitung die Geschwindigkeit auf der Ostwennemarstraße auf 30 herabgesetzt werden. Außerdem soll nach einer dauerhaften Lösung gesucht werden: Geschwindigkeitsreduzierung, Lärmschutzwand oder -wall und lärmmindernder Asphalt.

Forderungen nicht neu

Für Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch sind solche Forderungen in dem Bereich nicht neu. Bislang kam es nicht zu umfangreicheren Maßnahmen. Im Gespräch mit der Stadtverwaltung sei aber der zusätzliche Baustellenverkehr ein entscheidendes Argument für eine Geschwindigkeitsreduzierung von 70 auf 50 gewesen, sagte er. 30 Kilometer in der Stunde sei aber auf der stark befahrenen Straße nicht durchsetzbar.

Pförtzsch hält es nach derzeitigen Überlegungen für denkbar, dauerhaft ab der Lippestraße Tempo 50 einzuführen. Das sagt er mit Verweis auf die Reitanlage und Hinweisen von Reitern.

Die Stadtverwaltung soll jetzt größere und dauerhafte Maßnahmen prüfen. Dem stimmten die Bezirksvertreter auch in ihrer jüngsten Sitzung zu.

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