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Monatelanger Ärger um „olles Auto“ auf Kirchparkplatz in Uentrop

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Von: Torsten Haarmann

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Fahrzeughalter entsorgt VW Golf auf Parkplatz der Evangelischen Kirchengemeinde in Hamm-Uentrop, Auto, Dauerparker, Entsorgung
Die Natur erobert sich einen Stellplatz zurück: Seit Monaten steht der VW Golf zwischen Kirche/Friedhof und Uentroper Dorfstraße. Der Fahrzeughalter ließ seinerseits das Parken in die Entsorgung hinübergleiten. Die Gemeinde kann kaum etwas dagegen machen. © Sabine Begett

Dauerparker können zum Ärgernis werden. So wie auf dem Parkplatz der evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde in Uentrop. Aus dem Parken wurde eine Entsorgung.

Uentrop – Nach vielen Monaten des Dauerparkens drängt sich das Bild auf, dass schon Gras über die Sache gewachsen sein müsste. Genau genommen aber sollte es „unter“ der Sache heißen. Denn der VW Golf mit dem Blechschaden an der Fahrerseite steht schon so lange vor dem Küsterhaus, dass das Grün unterm Fahrzeug in die Höhe sprießt.

Ein Bäumchen nimmt Kurs auf den Seitenspiegel, und am Seitenfenster entwickelt sich ein Moos-Biotop. Alle Versuche der Kirchengemeinde, das Auto ohne weitere Probleme wegzubekommen, scheiterten bislang. Mit den baulichen Veränderungen im Bereich des ehemaligen Gemeindezentrums keimt allerdings Hoffnung.

Pfarrerin Barbara Tetzner wohnt nicht weit vom Parkplatz. „Das Auto ist mir anfangs gar nicht aufgefallen“, sagt sie. Zunächst machten sie Friedhofsbesucher auf den Wagen aufmerksam. Da stehe immer so ein „olles Auto“, habe man ihr berichtet. Solange aber die Küsterwohnung bewohnt gewesen sei, sei ihr das Auto nicht besonders aufgefallen. Seit Frühjahr steht die Wohnung mit Blick auf die angedachten baulichen Veränderungen im Umfeld des ehemaligen Gemeindezentrums leer, und für die Pfarrerin wurde dann „unübersehbar“, dass da was nicht stimmt.

Nummernschilder am Golf in Uentrop abmontiert

Anfangs waren noch die Nummernschilder am Auto. Doch in einer Nacht- und Nebel-Aktion an einem Sonntagmorgen soll jemand sie mit einem Akkuschrauber abmontiert haben und mit ihnen verschwunden sein, sagt sie. Das könnte dafür sprechen, dass der Fahrzeughalter seinen defekten Golf anfangs tatsächlich nur parken, letztlich dann aber doch an Ort und Stelle entsorgen wollte.

Für sie ist es „unbegreiflich, wie jemand auf die Idee kommt, sein Auto ausgerechnet hier zu entsorgen“, sagt sie. Abgewrackte Autos sieht man eher im Industriegebiet oder an und im Umfeld der Autobahn. Dort könne sie es zumindest nachvollziehen.

Auf der Suche nach Fahrzeughalter des Golfs in Uentrop

Wie dem auch sei, die Nummernschild-Aktion half dem zunächst unbekannten Fahrzeughalter nichts. Die Kennzeichen waren längst notiert. Mithilfe der Stadtverwaltung sei der Mann ermittelt worden, erklärt Tetzner. Mehr sagt sie nicht über die Identität.

Der Kirchenkreis habe ihn angeschrieben und ihm ein Ultimatum gesetzt. Demnach sollte der Mann seinen Golf bis zum 25. August vom Parkplatz entfernen. „Das ist nicht geschehen“, muss die Pfarrerin auch mehr als einen Monat danach feststellen und: „Wir können ihm mit einem Ultimatum drohen, er hat aber kein Geld und kann die Sache so aussitzen.“

Parkplatz in Uentrop gehört der Kirchengemeinde

Die Stadtverwaltung kann nicht helfen. Das Auto steht auf privatem Grund, auf dem der Kirchengemeinde. „Wir dürfen es nicht einfach entfernen lassen“, sagt Tetzner. Die Gemeinde könnte zwar den Abschleppwagen bestellen, müsste aber das Auto einlagern. Das Verschrotten fremden Eigentums ist nicht erlaubt, auch wenn es auf dem Privatgrundstück anderer abgestellt ist. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt die Pfarrerin.

Doch der Knoten – um bei der für Redensart zu bleiben – wird lockerer. „Das einzige Schlupfloch, das wir sehen, ist das Aufstellen eines Parkverbotschilds.“ Das hätte die Gemeinde zwar schon zuvor machen können, aber den Anschein des Willkürlichen will sie nicht erwecken. Denn auf dem Platz zwischen Kirche und Uentroper Dorfstraße parken nicht nur Autos von Friedhofbesuchern, sondern vor allem von der Kindertageseinrichtung und auch von Nachbarn, die bislang auf dem Gemeindegelände toleriert worden sind.

Der Uentroper Dauerparker und das „Schlupfloch“

Uentroper beschweren sich über den „Schmuddelplatz“. Die Situation ändert sich aber in absehbarer Zeit. Das alte Küsterhaus soll noch im Laufe dieses Jahres abgerissen werden. Spätestens dann muss der VW Golf vom Parkplatz verschwunden sein. „Wir werden irgendwann ein Parkverbotschild aufstellen“, sagt Tetzner. Sie rechnet nicht damit, dass der Autohalter sein Fahrzeug abholt, aber „dann dürfen wir die Polizei rufen“.

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