Wechsel zur Bezirksregierung

Überraschender Abschied: "Stein"-Schulleiter Kasselmann bekommt neue Aufgaben  

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Thomas Kasselmann verlässt das Stein-Gymnasium.

Werries – Eilig hat es Thomas Kasselmann eigentlich nicht, aber bereits Ende der Woche ist er weg. Das kommt für die meisten überraschend. Für den Schulleiter beginnt ein neuer beruflicher Abschnitt. Er wechselt in die Schulaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg.

Seit Ende vergangener Woche weiß er, dass er am Montag im Dezernat 43 beginnen wird. Von dem schnellen Abschied haben Schulträger und Kollegium auch erst nach und nach in dieser Woche erfahren und, wenn es sich noch nicht in der Schule herumgesprochen haben sollte, werden Schüler und Lehrer in diesen Tagen in einem Schreiben informiert. 

Klar ist, dass man solche geplanten Veränderungen nicht überstürzt, aber auch nicht an die große Glocke hängt. „Ich habe lange überlegt“, sagt er. Die Zeit hatte er und nahm er sich, und „wie man das so macht, habe ich mich erst in der Familie und mit Freunden beraten. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass das für mich eine interessante Geschichte ist“, sagt er. 

Gymnasien bleiben sein Aufgabenfeld

Das sei für ihn auch die Schulleitung am Stein, wie er versichert. So bleibt ihm künftig das Aufgabenfeld erhalten. Er ändert hingegen die Perspektive und ergreift die Gelegenheit, seine Möglichkeiten und sein Wissen zu erweitern. „Ich habe als Schulleiter viel Erfahrung gesammelt. Jetzt komme ich in andere Arbeitsfelder“, sagt er. „Darauf lasse ich mich gerne ein.“ 

Vielfältige Aufgaben

Bei der Bezirksregierung ist jeder Schulform ein Dezernat zugeordnet. Kasselmann wird für Gymnasien und die Oberstufen von Gesamtschulen zuständig sein. Zu seinen schulfachlichen Aufgaben gehören dann zum Beispiel, nach Schulanalysen Zielvereinbarungen mit Schulleitern zu erarbeiten. „Ganz besonders freue ich mich auf die fachliche Konzentration, auf die Geografie“, sagt er. Er übernimmt  den entsprechenden fachlichen Schwerpunkt und eventuell auch für Sport – beides unter anderem seine Fächer, wobei er in den vergangenen Jahren neben der zeitintensiven Schulleitung überwiegend nur Mathe unterrichtet hat.

Das Aufgabenspektrum des Oberstudiendirektors wird vielfältig sein: Mitarbeit in der Kommission für Abituraufgaben, sich mit Fragen und Antworten zum Abitur beschäftigen, mit individueller Förderung und auch mit den Widersprüchen, die er bislang, sofern er sie als Schulleiter nicht selbst abarbeiten konnte, an die Bezirksregierung weitergegeben hat.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um zu gehen?

„Ich werde das Schuljahr nicht am Stein zu Ende machen können“, muss er feststellen. „Das ist sicherlich auch schade, aber die Frage ist: Wann ist denn der richtige Zeitpunkt?“ Für denjenigen, der die Anfrage zum Wechsel an ihn richtete, war es zunächst der Sommer vergangenen Jahres. Die Ausschreibung der Stelle erfolgte im November. Kasselmann bewarb sich und musste ein Einstellungsprozedere bis hin nach Düsseldorf durchlaufen – und meistern. Vergangene Woche kam die Abordnung nach Arnsberg zum kommenden Montag.

Seit 25 Jahren am Stein-Gymnasium

Für Kasselmann ist es letztlich auch eine Frage des Alters. „Der Wechsel kommt zum richtigen Zeitpunkt“, erklärt er. „Ich bin 58 Jahre.“ Davon war er beruflich vor allem am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Dort fing er 1994 als Lehrer an, also vor 25 Jahren. 2006 übernahm er die stellvertretende Schulleitung und rückte vor neun Jahren an die Spitze auf. Die bleibt nun erst einmal frei.

Das Stein ist aber nicht ohne Leitung. Thomas Leckelt hat vor einem Dreivierteljahr die Stellvertretung Kasselmanns übernommen. Er ist seit 2010 Lehrer am Werrieser Gymnasium und übernahm die Leitungsaufgaben von Marcel Damberg, der zum Schuljahresbeginn als Schulleiter zum Anne-Frank-Gymnasium nach Werne gewechselt ist.

Erst einmal keine Zeit für große Abschiedsfeier

So sehr ihm der Abschied vom Stein auch „nicht leicht fällt“, Kasselmann geht ohne das Gefühl, Baustellen zu hinterlassen. „Das Stein ist gut aufgestellt“, sagt er auch mit Blick auf seinen Stellvertreter. „Es ist eine tolle und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihm“, erklärt er und muss feststellen: „Auch deshalb fällt mir der Weggang nicht leicht.“ 

Angesichts von Kasselmanns kurzfristiger Abordnung bleibt keine Zeit, eine gebührende Verabschiedung zu organisieren. So wird am Freitag erst einmal im kleinen Kreise „ade“ gesagt. Zum Ende des Schuljahres soll es aber noch eine offizielle Abschiedsfeier geben.

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