Jäschke im Dauereinsatz

Schon 300 Tonnen aus Hamm für Flutopfer gespendet - dringender Aufruf für weitere Hilfen

Bei der Firma Dördelmann in Rhynern wurden 110 Brote für die Flutgebiete eingeladen.
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Bei der Firma Dördelmann in Rhynern wurden 110 Brote für die Flutgebiete eingeladen.

Die Spendenbereitschaft der Hammer Bürger, Betriebe und Organisationen für die Opfer der Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz ist nach wie vor ungebrochen. Inzwischen sind über 300 Tonnen zusammengekommen. Eine Menge, die NRW-weit ihres gleichen sucht.

Hamm – Den ganzen Tag über ist Logistiker Frank Jäschke inzwischen damit beschäftigt, Spenden aus der Stadt aber auch aus ganz NRW zu koordinieren. „So wie uns von vor Ort berichtet wird, wurde bislang aus Hamm am meisten aus ganz NRW gespendet“, sagt Frank Jäschke zwischen zwei Telefonaten.

Der Geschäftsführer des Logistikbetriebs an der Hafenstraße hat sich mittlerweile zu so etwas wie einem Hauptkoordinator für die Hilfslieferungen entwickelt. „Ich stehe mit mehreren Ortsbürgermeistern in Kontakt. Die sagen mir genau, was sie wann brauchen“, erklärt er.

Nach Überschwemmung: Lage vor Ort weiter katastrophal

Die Lage vor Ort sei weiter katastrophal. In den allermeisten Orten gebe es keinen Strom, kein fließendes Wasser, die Häuser seien vielfach unbewohnbar. Noch immer würden auch Tote geborgen. „Als wir hingefahren sind, hing auf dem Weg dorthin gerade ein Auto am Kran, das geborgen wurde. Da saßen noch drei Leichen drin“, schildert Jäschke Bilder, die sich einprägen.

Für Jäschke sei die Hilfe für die Flutopfer, die er neben dem normalen Geschäftsbetrieb organisiert, inzwischen eine Herzensangelegenheit geworden. „Ich rede nicht gerne sondern mache lieber. Und in diesem Fall ist machen das, was nötig ist.“

Mit Sprintern und Bullis mit Spenden in zerstörte Dörfer

Nach den zehn Sattelzügen werden nun auch Sprinter und Bullis bepackt, mit denen es direkt in die einzelnen Dörfer geht, die überflutet worden sind. „So kann jeder das bekommen, was auch wirklich gebraucht wird, und die Spenden kommen schnell an“, sagt Jäschke dazu. Firmen und Organisationen aus ganz NRW laden zusätzliche Waren bei, bevor die Fahrer von Jäschke ins Krisengebiet starten.

Fluthilfe aus Hamm rollt weiter

Fluthilfe aus Hamm rollt weiter
Fluthilfe aus Hamm rollt weiter
Fluthilfe aus Hamm rollt weiter
Fluthilfe aus Hamm rollt weiter
Fluthilfe aus Hamm rollt weiter

Die Firma Atlas aus Dortmund spendete gleich 800 Paar Sicherheitsschuhe für die Helfer bei den Aufräumarbeiten. Laut Jäschke hat allein diese Spende ein Warenwert von rund 60.000 Euro. Ein Unternehmer aus dem Münsterland stellt 400 40-Liter-Kühlschränke zur Verfügung, sobald der Strom wieder läuft.

Müllsäcke knapp und Eimer als Toilette

Am Donnerstag holte Jäschke für eine Tour 110 Röstbrote und Bauernstuten bei der Firma Dördelmann in Rhynern ab. Auch WeBack aus Bönen spendete palettenweise Backwaren. Weil den Stadtreinigungsbetrieben vor Ort die Müllsäcke ausgegangen seien, schickte Jäschke kurzerhand einen befreundeten Unternehmer in die Baumärkte. Er kam mit einer ganzen Kofferraumladung wieder. „Wir haben auch 400 Eimer runtergebracht.“ Wofür die verwendet werden? „Quasi als Ersatztoiletten.“ Mittlerweile sind auch rund 120 1.000-Liter-Tanks für Trinkwasser in die Krisenregionen gebracht worden.

Täglich kämen außerdem rund 20 bis 25 Privatpersonen aus Hamm zum Firmensitz an der Hafenstraße 90 und würden Spenden vorbeibringen. Das ist nach wie vor unkompliziert möglich. Lebensmittel, Wasser ohne Kohlensäure, Hygieneartikel – auch speziell für Babys und Senioren –, Gummistiefel, Schippen und andere Hilfsmittel für die Aufräumarbeiten würden weiterhin dringend benötigt, betont Jäschke.

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