Überraschung im Garten: Fuchs streift durch Wohngebiet

Ein Fuchs ist durch ein Hammer Wohngebiet gestreift.
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Ein Fuchs ist durch ein Hammer Wohngebiet gestreift.

Familie Ziem aus Hamm hatte jetzt besonderen Besuch in ihrem Garten. Ein Fuchs hatte sich in ihre Wohnsiedlung am Marderweg verirrt.

Hamm – Dass der Fuchs Gänse stiehlt, behauptet ein altes Kinderlied. Doch viel eher packt er Mäuse und anderes Kleingetier – aber als sogenannter Kulturfolger verschmäht er auch Abfälle nicht. Ein möglicher Grund, warum ein Fuchs morgens bei Familie Ziem am Marderweg 41 auftauchte: Derzeit versorgen die rot befellten Eltern ihre jungen Welpen. „Deshalb ist die Jagd auf Altfüchse auch bis zum 15. Juli verboten“, sagt Helmut Nordhaus, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hamm.

Er vermutet, dass der Fuchs vom Marderweg irgendwo an der Lippe seinen Bau hat. Die Tiere dringen aber gar nicht selten in Siedlungen vor, sind dabei aber meist sehr umsichtig. Sowohl das Weibchen, die Fähe, als auch der Rüde versorgen den Nachwuchs gemeinsam. Dabei stöbern sie in einem Umkreis von zweieinhalb bis drei Kilometern nach Beute und Aas.

Tierischer Besuch: Der Fuchs im Garten von Familie Ziem am Marderweg.

Nordhaus rät bei einer Begegnung, Abstand zu halten: „Das sind Wildtiere. Vor allem sollte man sie auch nicht anfüttern. Auch wenn sie zutraulich wirken.“ Zwar wäre die Tollwutgefahr seit Jahren gebannt, so der erfahrene Jäger und Heger, aber dafür sei die Staupe im Vormarsch. Die sei zwar für Menschen ungefährlich, aber Hunde und Katzen, die sich infizieren, sterben in der Regel daran. „Der Fuchs ist ein Allesfresser“, so Nordhaus. Deshalb lockt auch der menschliche Müll Tiere in bebaute Regionen.

„Ich bin schon mal in Herringen in einen Wintergarten gerufen worden, da saßen Fuchs und Katze zusammen in einem Sessel“, erinnert sich Karl-Heinz Biermann, der Jagdberater bei der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Hamm. Er hat die aktuellen Zahlen noch nicht bekommen, berichtet aber, dass bei der Strecke des Vorjahres gut 600 Füchse gezählt wurden, die geschossen oder überfahren worden waren. Im Jahr 2018 waren das noch etwas über 300 Tiere. „Man kann eine genaue Zahl der Füchse gar nicht nennen. Die Tiere wechseln ja auch gerne über die Ortsgrenze“, so Biermann. Da kommen auch schon mal Tiere aus den Kreisen Warendorf oder Unna nach Hamm. Im Moment sind viele Jungsfüchse, die noch allein umherstreifen, in der Region unterwegs.

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