Übernachtungszahlen in Corona-Zeiten

Heftige Zeiten: Hammer Hotels und Pensionen leiden unter Rückgang

Kaum Nachfrage: Hotelbetten – wie hier im B&B-Hotel – bleiben zurzeit immer häufiger leer.
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Kaum Nachfrage: Hotelbetten – wie hier im B&B-Hotel – bleiben zurzeit immer häufiger leer.

Die Corona-Krise setzt Hoteliers und Pensions-Gastwirten weiter hart zu. Übernachteten von Januar bis Mai 2019 noch fast 20,5 Millionen Gäste in NRW, waren es im selben Zeitraum 2020 nur noch gut elf Millionen, was einem Rückgang um 51,2 Prozent entspricht.

Hamm – Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatte die Politik von Mitte März an Übernachtungen von Touristen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Seit Mitte Mai wurden die Einschränkungen dann nach und nach wieder gelockert. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes Dehoga, warnte angesichts der jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vor einem Verlust von „zigtausenden Betrieben und Arbeitsplätzen“.

Auch in Hamm, das 2019 mit beinahe 185.000 Übernachtungen ein Rekordjahr feiern konnte, fällt der Rückgang beträchtlich aus. Insgesamt 1257 Betten stellten die 22 hiesigen Herbergsbetriebe mit mindestens zehn Betten von Januar bis Mai bereit. Während in diesem Zeitraum im vergangenen Jahr noch mehr als 67.000 Gäste in Hamm übernachteten, waren es in diesem Jahr gerade einmal rund 43.700 Gäste – ein Minus von 35 Prozent.

Blick in die Nachbarschaft

Doch sieht es in der Nachbarschaft noch schlimmer aus: In Münster ging die Zahl der Übernachtungen um 51,4 Prozent zurück, in Dortmund und Unna um jeweils rund 44 Prozent. Immerhin führte die Öffnung der touristischen Betriebe im Mai zu einer leichten Zunahme der Übernachtungen und Gästezahlen im Vergleich zum Vormonat. „Für die gesamte Hotel- und Gaststättenbranche war und ist es eine ganz harte Zeit“, sagt Dörthe Strübli vom Referat Stadtmarketing & Touristik Hamm.

„Viele haben in ihr Unternehmen investiert und wurden dann von der Corona-Pandemie eiskalt erwischt, die ihren Betrieb mehrere Wochen lang lahmlegte. Schließlich sind Übernachtungen, Veranstaltungen und Feiern komplett weggefallen und finden auch jetzt nur reduziert statt. Ich hoffe, dass die Betriebe in Hamm diese schwere Zeit gut überstehen und wünsche ihnen und allen Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft“, so Strübli weiter. Die Verweildauer in Hamm ist übrigens nahezu unverändert geblieben und liegt pro Gast bei eineinhalb Tagen.

Hamm ist mehr als ein Ort für Tagungen

Wann und ob die Übernachtungszahlen in Hamm wieder auf dem Niveau von 2019 sein werden, kann aktuell wohl niemand vorhersagen. „Dies hängt maßgeblich davon ab, wie lange und in welcher Form uns die Corona-Pandemie noch beschäftigen wird“, so Dörthe Strübli. Nichtsdestotrotz sei die Stadt inzwischen nicht nur als Tagungsstandort attraktiv, sondern auch und vor allem als Ausflugsort für (Fahrrad-) Touristen.

Trotz des Neubaus des „Hotels“ am Standort des ehemaligen Kaufhauses TerVeen, das 2023 eröffnet werden soll, sieht Strübli weiteres Potenzial für Ansiedlungen: „Das zeigen auch immer wieder Nachfragen von interessierten Investoren bei uns. Über mögliche Standorte können wir noch nichts sagen, weil diese letztendlich Entscheidung der Investoren sind.“

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