Übernachten bei „Freunden“: Kirsten und Bernd Silz eröffnen Hotel im ehemaligen „Haus Römer“

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Kirsten und Bernd Silz haben das Hotel "Zu Freunden eröffnet.

Gut ein Jahr haben Bernd Silz und seine Frau Kirsten gebraucht, um ihren Traum vom eigenen Hotel zu realisieren: Sie haben das „Haus Römer“ in Sandbochum zum Hotel „Zu Freunden“ umgebaut. Eigentlich sollte am 21. März die Eröffnung gefeiert werden – doch dann kam die Corona-Krise.

Sandbochum - Geöffnet hat das neue Hotel trotzdem. Untergebracht sind dort derzeit Handwerker, die beruflich in Hamm zu tun haben. Unter solchen Voraussetzungen dürfe der Betrieb laufen, erklärt der 55-Jährige. Verwaist ist allerdings der große Frühstücksraum. Man könne den Gästen derzeit nur ein Frühstück zum Mitnehmen anbieten, erklärt Kirsten Silz.

Warum sich die beiden dazu entschieden haben, das „Haus Römer“ zu erwerben und es in ein Hotel umzubauen? Auf die Idee gebracht haben sie Freunde aus Kamen und der Umstand, dass sie nach dem Auszug ihrer Kinder in ihrem Haus in Bergkamen Ferienwohnungen an Geschäftsleute, Handwerker und Reisende vermieten. Als sie davon gehört hätten, dass das „Haus Römer“ zum Verkauf stehe, habe man sich dazu entschieden, ins Hotel-Geschäft einzusteigen.

Vielleicht kommen irgendwann auch Radtouristen?

„Zumal es in Hamm und Umgebung einen Bedarf an Hotelbetten für Geschäftsleute gibt.“ Denn die sollen in erster Linie, wenn die Corona-Krise einmal beendet ist, angesprochen werden. Es habe aber auch schon, wie Silz schildert, Anfragen gegeben, ob Zimmer im Zuge von Familienfeiern und Festen gebucht werden können. „Zum Beispiel für Verwandte, die von weiter her kommen.“

Kirsten Silz hofft zudem, dass demnächst auch Radwandertouristen bei ihnen einchecken. Um den Ansprüchen eines modernen Hotelbetriebs gerecht zu werden, musste das fast 120 Jahre alte Gebäude komplett entkernt werden. Da, wo früher die Theke war, ist heute die Rezeption. Im ehemaligen Restaurant befinden sich drei Zimmer und die Lounge. Aus der Küche wurde der Frühstücksraum, aus den sanitären Anlagen des „Hauses Römer“ die Hotel-Küche. In den ehemaligen Privaträumen der Familie im ersten Stock sind vier, im lange Zeit nicht genutzten Dachboden fünf Zimmer untergebracht – zusammen also zwölf Einzel-, Doppel und Familienzimmer mit insgesamt 19 Betten.

Aus dem ehemaligen „Haus Römer“ in Sandbochum ist innerhalb eines Jahres das Hotel „Zu Freunden“ geworden.

Bernd Silz: „Alle Zimmer verfügen über ein Bad mit Dusche, Sat-TV, eine Klimaanlage und freies W-Lan.“ Natürlich ist der Bergkamener, der vor 40 Jahren bei der Firma Schering Betriebsschlosser gelernt hat, mit dem Projekt ein finanzielles Risiko eingegangen. Da er aber einen Großteil der Arbeiten – Start war am 2. Februar 2019 – selbst ausgeführt hat, hält sich das einigermaßen in Grenzen. „Anders wäre es aber auch nicht gegangen.“

Das Haus verfüge nun einmal nur über zwölf Zimmer, so Silz mit Blick auf die zu erwartenden Einnahmen. Um das Projekt genehmigt zu kommen, mussten Bernd und Kirsten Silz natürlich einen Architekten, Brandsachverständige und Statiker einbeziehen. Die Ideen für die Ausstattung und Aufteilung der Räume habe man aber selbst geliefert, so Silz. Er habe, teilweise mit Freunden, unter anderem die Fliesen-, Elektro- und Sanitärarbeiten durchgeführt, Möbel aufgestellt und den Eingangsbereich gestaltet. Besonders stolz ist Silz auf die große Fluchttreppe an der Westseite.

Die habe man selbst zusammengesetzt und aufgestellt – natürlich immer unter Begleitung von Sachverständigen. Allein dadurch habe er rund 25 000 Euro einsparen können. An anderen Stellen habe er als Bauleiter die Arbeiten beauftragt und delegiert – beispielsweise an Trockenbauer und Maler – oder ein Unternehmen aus Sandbochum damit beauftragt, das Holz für die Innenausstattung zu liefern.

Info

www.zu-freunden.de

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