Gefahrenpunkt entschärft: Radler dürfen unter Brücken auf Nordenstiftsweg nicht mehr überholt werden

So geht es nicht: Auch ohne durchgezogene Linie dürfte der Autofahrer den Zweiradfahrer hier jetzt nicht mehr überholen.
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So geht es nicht: Auch ohne durchgezogene Linie dürfte der Autofahrer den Zweiradfahrer hier jetzt nicht mehr überholen.

Die Verkehrssituation im Bereich der Bahnbrücken im Hammer Norden ist insbesondere für Fahrradfahrer und Fußgänger an manchen Stellen gefährlich.

Hamm-Norden – Die Gehsteige sind sehr schmal, sodass Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator oder Personen mit Kinderwagen sie schlecht nutzen können. Begegnungsverkehr ist unmöglich, einer muss immer auf die Fahrbahn ausweichen. Und durch den kurvigen Verlauf ist die Straße unübersichtlich.

Dennoch überholen Autos die Fahrradfahrer oft „noch schnell vor der nächsten Biegung“ ohne den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Anlieger beobachten immer wieder, dass aus diesem Grund „Fahrradfahrer fast platt gefahren werden“.

Überholverbot statt Tempo 30

Tempo 30 auf dem Nordenstiftsweg einzuführen, lehnt die Verwaltung ab. Mehmet Darbogaz, Bezirksvertreter der Grünen, hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Hier sei kein Unfallschwerpunkt und mit der gesetzlichen Neuregelung, dass Zweiradfahrer mit einem Abstand von 1,50 Metern überholt werden müssten, gebe es genügend Schutz für sie, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

Sie hat jetzt aber mit einem Verbot, Zweiradfahrer zu überholen, reagiert. Anfang dieser Wochen sind die entsprechenden Schilder aufgestellt worden. Die Stadt folgt damit einem Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Bockum-Hövel. Die hatte festgestellt, dass mit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung den Kommunen die Möglichkeit eingeräumt wird, Verkehrsschilder aufzustellen, die es verbieten, Rad- oder Motorradfahrer an Engstellen zu überholen.

Die Verwaltung sollte daher prüfen, ob es Stellen gibt, an denen die Aufstellung dieser Schilder geboten erscheint. Die CDU nennt als Beispiele den Nordenstiftsweg (Höhe Eisenbahnbrücken) und die Horster Straße (Höhe St. Pankratius).

Nicht verkehrssicher: Für Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen oder gangunsicher sind, ist dieses Stück des engen Gehwegs eine Gefahrenstelle. Die Bahn hat hier eine Zufahrt zum Zugwartungswerk eingerichtet, den Gehweg bislang aber nicht wiederhergestellt.

Nicht überall neue Schilder

In Sachen Nordenstiftsweg findet die CDU Unterstützung durch die Verwaltung. In ihrer Stellungnahme heißt es, dass das im Bereich der Eisenbahnbrücken für das neue Verkehrszeichen „Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträder mit Beiwagen in beiden Fahrtrichtungen“ (277.1 StVO) eine sinnvolle Anwendung gegeben sei. Die Umsetzung könne jedoch erst erfolgen, wenn die Verkehrszeichen am Markt verfügbar seien, hatte die Verwaltung mitgeteilt. Das war jetzt offensichtlich der Fall.

Für die Horster Straße in Höhe St. Pankratius lehnt die Verwaltung das Aufstellen der neuen Schilder jedoch ab. Dort bestehe eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde. Da durch die Neuregelung Radfahrer nur noch mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand von 1,50 Metern überholt werden dürften, liege eine ausreichende Regelung vor. Außerdem sei das Überholen an unübersichtlichen Stellen durch die Straßenverkehrsordnung (§ 5 Abs. 2) verboten.

Enger Gehweg kaum passierbar

Es gibt noch ein weiteres Problem auf dem südlich gelegenen Gehweg im Bereich der Brücken. Die Bahn hat hier ein Zugwartungswerk eingerichtet und eine Auffahrt zu den Gleisen gebaut, die über den Gehweg führt. Hier verkehren regelmäßig Lkw und andere Zulieferfahrzeuge. Der schmale Gehweg ist an dieser Stelle seit langer Zeit kaputt. Grober Schotter und Steine machen ein Passieren für Menschen, die auf Hilfen wie Rollator und Rollstuhl angewiesen sind, zu einem Hindernislauf, während die Pkw auf dem Nordenstiftsweg knapp an ihnen vorbeifahren.

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