Neuigkeiten aus dem Prozess

Überfall auf 10-jährige Mädchen: Problem ist ein Motorradhelm

Motorradhelm
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Der Täter trug einen Motorradhelm; ein echtes Wiedererkennen ist daher unmöglich.

Im Prozess um einen Raubüberfall auf zwei zehnjährige Mädchen in Bockum-Hövel steht weiterhin nicht fest, ob der Angeklagte auch wirklich der Täter ist.

Dortmund/Hamm – Eine Augenzeugin brachte die Dortmunder Richter am jüngsten Prozesstag kaum weiter. Dafür wusste ein Polizist Interessantes zu berichten. Der 35-jährige Angeklagte soll im Herbst 2020 gleich mehrere Überfälle und Diebstähle verübt haben. Er selbst ist weit davon entfernt, alle Vorwürfe abzunicken. Zuletzt hatte eine seiner Bekannten dem Dortmunder Landgericht aber zumindest seine Beteiligung an einem Überfall auf einen Mann in dessen Privatwohnung bestätigt.

Den Raub von zwei Smartphones aus den Händen zweier zehnjähriger Mädchen soll der 35-Jährige jedoch ohne Komplizen verübt haben. Deshalb sind die Richter in diesem Fall besonders auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen.

Eine 28-jährige Frau hatte die Tat seinerzeit aus ihrer Wohnung im dritten Stock beobachtet. Am Mittwoch sagte sie als Zeugin aus und bestätigte dabei: „Ich habe gesehen, wie der Täter zu seinem Motorrad rannte und dabei kurz die Handys fallen ließ.“ Die beiden Mädchen hätten etwas weiter abseits gestanden und geweint.

Mädchen in Hamm beraubt: Gesicht nicht zu erkennen

Das Problem ist nur: Die Augenzeugin konnte das Gesicht des Räubers damals überhaupt nicht erkennen. „Er hatte einen Motorradhelm auf dem Kopf“, sagte sie den Richtern. Auf Nachfrage musste die 28-Jährige schließlich sogar einräumen, nicht einmal sicher sagen zu können, dass es sich bei der flüchtenden Person um einen Mann oder eine Frau gehandelt habe.

Die Polizei ist sich indes sicher, dass der 35-jährige Angeklagte der Täter ist. Der damalige Ermittlungsführer gab den Richtern am Mittwoch interessante Einblicke in die Ergebnisse seiner Arbeit.

Mädchen in Hamm beraubt: Verräterisches Bewegungsprofil

Nach dem Raub der Handys habe man ziemlich schnell die Gerätenummern herausfinden können, sagte der Beamte. Und über diese Nummer sei es gelungen, ein Bewegungsprofil des Telefons zu erstellen. Danach befand sich das Smartphone nur 20 Minuten nach dem Raub in einem Bereich, wo ebenfalls eine mit Motorradhelm maskierte Person eine Handtasche aus einem Auto stahl. Und wieder eine Stunde später war es ganz in der Nähe der Meldeadresse des Angeklagten.

Ob diese Hinweise auf den 35-Jährigen den Richtern für eine Verurteilung ausreichen, wird die weitere Beweisaufnahme zeigen. Vorerst sind noch Termine bis August angesetzt.

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