Besondere Aktion an Heiligabend

Truck verbreitet Weihnachtsstimmung in Herringen

Ein geschmückter Truck verbreitete an Heiligabend Weihnachtsstimmung.
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Ein geschmückter Truck verbreitete an Heiligabend Weihnachtsstimmung.

Herringen – Was als ergänzende Maßnahme gedacht war, entpuppte sich in Herringen als glanzvoller Höhepunkt des Weihnachtsfestes: Strahlende Augen und inniger Gesang erfolgten immer aufs Neue, an den Haltestellen des „Weihnachtstrucks“ am Heiligen Abend.

Auch am ersten Weihnachtstag war Pfarrerin Heike Park noch ganz gebannt von den Eindrücken des Vortages: „Die Menschen waren so berührt und begeistert, da war ein richtiger Hunger nach Spiritualität zu spüren“, so die Geistliche. Der Weihnachtstruck sollte ein weiteres, neues Angebot sein, um die Weihnachtstage zu gestalten. „Das ist ein großes Gemeinschaftsprojekt gewesen, über das wir bereits im Spätsommer nachgedacht haben“, so die Pfarrerin. Die Idee wurde im Presbyterium diskutiert und dann mit vielseitiger Hilfe umgesetzt. „Wie Noah den Bau der Arche bei Sonnenschein begann, haben auch wir alle früh angefangen“, so Park.

Die Fragen der Technik führten zuerst zu kleinen Problemen, die dann aber pragmatisch durch erfahrene Kräfte gelöst wurden: „Der erste Gedanke war, einen Lastwagen zu nehmen“, so Park. Doch damit hätte es zu große Platzprobleme in einigen Wohnstraßen gegeben. So wandte sie sich an Landwirt Rolf Kötter mit der Frage, wie es der Schützenverein bei seinen Ausfahrten gestalte. Der Profi verwies auf einen speziellen Anhänger, der von seinem Hof immer dafür genutzt werde und die kraftvolle, wendige Zugmaschine der Marke Unimog.

Da der Weihnachtstruck etwas ganz Besonderes sein sollte, mussten der Hänger und die Zugmaschine nun auch gestaltet werden. Dafür gab es dann Unterstützung auch von kreativen Profis: Der aus Südkorea stammende Jaimun Kim, der an der Kunstakademie Münster studiert und sich als Bildhauer und Bühnenbildner einen Namen gemacht hat, half bei der Ausgestaltung ebenso mit, wie die Familien Kötter und Kortenbrock. So fanden sich ansprechende Stoffbespannungen mit der Aufschrift „Fröhliche Weihnachten“ auf der offenen Seite, sowie ein Sinnspruch auf der geschlossenen Seite. Lichterketten zierten den Anhänger und die Zugmaschine und auf dem Hänger fand ein Keyboard für Kantor Rainer Kamp ebenso seinen festen Platz, wie eine große Krippe samt Weihnachtsstern.

„Die letzten drei Wochen vor Weihnachten ging es richtig rund“, bestätigte Kötter. Die Corona-Pandemie warf zwar die ursprüngliche Planung, verschiedene Treffpunkte anzufahren, über den Haufen, doch da wusste Pfarrerin Park Rat: „Wir haben die Leute gebeten, sich anzumelden und haben dann in den zwei Tagen vorher alle angerufen“, so Park. Allen wurde gesagt, wann der Besuch des Trucks etwa stattfände, sowie, dass die an ihren Fenstern oder auf ihren Grundstücken bleiben sollten. Das habe hervorragend geklappt.

Am 24. Dezember ging es um 14.30 Uhr auf dem Hof Kötter los: Überall spielte Kamp Weihnachts-Hits, von „Feliz Navidad“ bis „Little Drummer Boy“, es wurde gemeinsam ein Weihnachtslied gesungen, Park verkündete die Weihnachtsbotschaft und zum Schluss wurden mit einem langen Stock Geschenke überreicht. Erst um 21 Uhr war die Fahrt vorbei, doch die Eindrücke waren überwältigend: „Alle waren ebenso dankbar wie diszipliniert und eine tiefe Rührung war allgegenwärtig“, so Park. Die Botschaft der Hoffnung und des „Fürchtet euch nicht“ wurde voller Freude angenommen. Am zweiten Weihnachtstag fand sonst immer die große Messe in Sandbochum statt. Da diese entfallen musste, wurde dort die Weihnachtstruck-Tour fortgesetzt. Die Reaktionen waren erneut begeistert und alle wussten, diese Aktion war ein Volltreffer.

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