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Trotz Lüge über Vergewaltigung: Zweite Demo in Hamm

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Von: Frank Lahme

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[Foto: pr ] --> 24.01.2016 - friedliche Versammlung der Russlanddeutschen.Rathaus Hamm
Vor dem Rathaus haben bereits 80 bis 90 Teilnehmer gegen die Vergewaltigung demonstriert, die gar nicht stattgefunden hat. © Westfälischer Anzeiger

Hamm - Obwohl die Meldung der angeblichen Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens von der Polizei in Berlin am Freitag endgültig als Lügengeschichte klargestellt wurde, wollen Russlanddeutsche am Sonntag erneut in Hamm demonstrieren.

Verschwörungstheorien und fremdenfeindliche Hetze gegen Flüchtlinge stoßen in den sozialen Netzwerken weiterhin auf fruchtbaren Boden. Dies trifft insbesondere auf russlanddeutsche Gemeinschaften zu, die die angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Berlin vor einer Woche zum Anlass nahmen, bundesweit zu Protestkundgebungen aufzurufen. Wie berichtet, fand am vergangenen Sonntag solch eine – nicht angemeldete – Zusammenkunft auch vor dem Hammer Rathaus statt. 

Ungeachtet dessen, dass am Freitag in Berlin endgültig von Polizei und Staatsanwaltschaft klargestellt wurde, dass die angeblichen Übergriffe auf die 13-Jährige auf einer Lügengeschichte des Mädchens beruhten, soll am Sonntag die nächste Kundgebung in Hamm – dieses Mal am Bahnhofsvorplatz – stattfinden. „Unterstützung und Solidarität gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch“ lautet der Titel, unter dem die Veranstaltung bei der Polizei angemeldet wurde. Intitiator sei eine Privatperson, 200 Teilnehmer sind angekündigt, teilte die Polizei am Freitag mit. 

Ausdrücklich unterstützt und beworben wird diese Demo auch von den Bürgerwehr-Aktionisten, die sich bei Facebook unter anderem als „Hammer schützen Hammer“ zusammengefunden haben. Einer der Gründer dieses Portals verkündete gestern seinen Ausstieg aus der Gruppe. Er distanziere sich von den Inhalten und halte die Aktivitäten für nicht mehr kontrollierbar, teilte er dem WA mit.

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