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Trotz Kritik an Afyon-Besuch: OB in die Türkei abgereist

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Von: Detlef Burrichter

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Die 15-köpfige Gruppe aus Hamm, bestehend aus jugendlichen Tänzern und Musikern, wurde offiziell begrüßt von Afyons Bürgermeister Burhanettin Coban. © Stadt Hamm

Hamm - Im weiteren Umgang mit der Türkei gibt es unter führenden CDU-Politikern in Nordrhein-Westfalen gegensätzliche Auffassungen. Den Hammer OB Thomas Hunsteger-Petermann ficht das ebenso wenig an wie die Diskussionen in Hamm: Er ist am Montag wie erwartet in die Türkei geflogen.

Hunsteger-Petermann reiste am Montag in die Türkei ab. Eine 15-köpfige Reisegruppe aus Hamm war bereits am Sonntag nach Afyon geflogen. Das Stadtoberhaupt wird dort am Freitag zu den Feierlichkeiten aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft erwartet. Zuvor ist Hunsteger-Petermann mehrere Tage in Seferihisar in der Provinz Izmir.

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Den vorgesehenen Besuch des deutschen Generalkonsulats in Izmir will Hunsteger-Petermann dazu nutzen, das derzeitig angespannte deutsch-

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Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann (CDU) will weiter auf Dialog setzen. J © Rother

türkische Verhältnis offen anzusprechen. „Wir werden uns darüber unterhalten, wie wir kommunale Partnerschaften zwischen deutschen und türkischen Städten angesichts der derzeitigen Stimmungslage zukünftig gestalten wollen.“ Der OB stellte außerdem klar: „Wir müssen weiter im Gespräch bleiben, aber auch unsere Meinung sagen.“

Laschet fordert Reisewarnung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat unterdessen von der Bundesregierung Maßnahmen gegen die Türkei verlangt. Die Festnahme eines

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Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will Erdogan unter Druck setzen. © Mroß

deutschen Staatsbürgers in seinem Urlaub in Spanien sei „eine erneute Verschlechterung“ der deutsch-türkischen Beziehungen, auf die reagiert werden müsse. Damit spielte Laschet auf den in Köln lebenden Schriftsteller Dogan Akhanlis an, der inzwischen zwar aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, aber Spanien nicht verlassen darf. Eine mögliche Reaktion der Bundesregierung könne eine Reisewarnung für die Türkei sein. Das würde die türkische Wirtschaft treffen, sagte Laschet.

In Hamms Partnerstadt Afyon wurden unterdessen die ersten 15 Besucher aus Hamm von Bürgermeister Burhanettin Coban begrüßt. Am Montagnachmittag trafen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Hamm zu Workshops mit türkischen Jugendlichen zusammen. Tänzer und Musiker aus beiden Ländern üben für einen gemeinsamen Auftritt, der bei den Feierlichkeiten am kommenden Wochenende aufgeführt werden soll.

Hunsteger-Petermann will in Seferihisar unter anderem Kindertagesstätten, Sprachschulen und Flüchtlingsunterkünfte besichtigen und sich über Integrationsprojekte informieren. Der OB reist in Begleitung seines engsten Vertrauten Theo Hesse, Fachbereichsleiter Soziales bei der Stadtverwaltung.

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