Björn Pförtzsch soll Bezirksvorsteher werden

Trotz Koalitionsverhandlungen mit SPD: Grüne sagen „Ja“ zu CDU-Mann

Der dienstälteste Bezirksvorsteher: Björn Pförtzsch will es bei den Kommunalwahlen im September noch einmal wissen und tritt erneut als Spitzenkandidat für den Posten des Bezirksvorstehers in Uentrop an.
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Björn Pförtzsch will Bezirksvorsteher in Uentrop werden.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Ampelkoalition in der Stadt Hamm. Vertreter von SPD, Grünen und FDP handeln einen Koalitionsvertrag aus. Die Grünen im Stadtbezirk Uentrop gehen einen anderen Weg, sie verhandeln mit der CDU.

Uentrop – Seit 21 Jahren ist Björn Pförtzsch inzwischen Bezirksvorsteher im Stadtbezirk Uentrop. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er auch in der kommenden Legislaturperiode noch einmal an der Spitze des Stadtbezirks steht – obwohl die CDU bei der jüngsten Kommunalwahl die absolute Mehrheit verloren hat. Die Grünen in der Bezirksvertretung haben signalisiert, den CDU-Politiker mitzutragen – auch wenn auf Stadtebene gerade ein Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP erarbeitet wird. Auch mit FDP-Mann Wilhelm Walther sind entsprechende Gespräche geführt worden. Er lässt sich eine Zustimmung noch offen. Gegenüber unserer Zeitung zeigte sich Pförtzsch optimistisch, wiedergewählt zu werden. „Die Weichen dazu sind gestellt“, sagte er.

CDU hat absolute Mehrheit verloren

Die Kommunalwahl vor vier Wochen hat die Uentroper CDU hart getroffen. Die Christdemokraten haben die absolute Mehrheit in der Bezirksvertretung verloren. „In den ersten Tagen nach der Wahl waren wir enttäuscht und mussten das schlechte Ergebnis verdauen“, so Pförtzsch. Inzwischen ist aber Zuversicht dem Frust gewichen. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ so Pförtzsch. Seine Partei stelle immerhin mit acht Sitzen die stärkste Fraktion in der BV Uentrop. Für Pförtzsch trotz der Verluste ein klarer Auftrag, eine Regierung zu bilden.

Grüne zu Gespräche eingeladen

Damit hat er bereits begonnen und die Grünen zu Gesprächen eingeladen. Gemeinsam mit den drei Stimmen der Grünen verfügt Schwarz-Grün über elf Sitze – zehn werden für eine Mehrheit benötigt. Daher würde sich Pförtzsch freuen, wenn auch die FDP mit ins Boot käme. Mit zwölf Sitzen würde die „Jamaika-Koalition“ dann über eine satte Mehrheit verfügen. Doch Walther will heute erst noch einmal mit der SPD sprechen.

„Die Gespräche mit den Grünen sind auf Augenhöhe, vertrauensvoll und sehr freundschaftlich gewesen“, blickt Pförtzsch zurück. Man habe die Kommunalwahlprogramme nebeneinandergelegt und viele Gemeinsamkeiten festgestellt.

Komfortable Mehrheit als Arbeitsgrundlage

Das bestätigt auch Jörg Wedekind. Er hat in den letzten Tagen viele Gespräche mit Pförtzsch geführt und dabei erkannt, dass es sich für den Stadtbezirk lohnen würde, wenn die Grünen mit der CDU zusammenarbeiten. Konkret nennt er die Brückensanierungen, die Feuerwache oder Parkraum, der besser in die Höhe als in die Breite wachsen solle. „Über diese und viele andere Themen sind wir mit der CDU eins“, sagte er. Außerdem sei eine komfortable Mehrheit in der Bezirksvertretung eine Grundlage für eine vernünftige Politik. Eine Ampelkoalition käme nur auf die knappste Mehrheit von zehn Stimmen. Die Absicht, mit der CDU zusammenzuarbeiten und Björn Pförtzsch bei der Wahl zum Bezirksvorsteher zu unterstützen, habe er bereits im Kreisvorstand angesprochen. Er sieht damit die Koalitionsverhandlungen auf Stadtebene nicht gefährdet oder überschattet.

Wolfgang Ruthe, Sprecher der Hammer Grünen, bestätigte, dass er über die Uentroper Absichten bereits ins Bild gesetzt worden sei. Die Fraktionen würden selbstständig über Koalitionen in den Bezirken entscheiden. Gleichwohl, so seine Einschätzung, sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. So sieht das auch Grünen-Fraktionschef Reinhard Merschhaus. Die Fraktionen in den Bezirksvertretungen seien autonom, gleichwohl mache es Sinn, stadtweit eine Linie zu fahren. Auch er sieht noch Gesprächsbedarf mit den Uentroper Grünen.

Der SPD-Kreisvorsitzende und künftige Oberbürgermeister Marc Herter wollte die Uentroper Situation nicht kommentieren.

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