Wo können Hamms Obdachlose in der Corona-Situation schlafen?

Tisch, Schrank, Bett, Kochnische: So sieht es in einem Zimmer der Obdachlosenunterkunft aus.
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Tisch, Schrank, Bett, Kochnische: So sieht es in einem Zimmer der Obdachlosenunterkunft aus.

Die städtische Übernachtungsstelle an der Dortmunder Straße für Menschen ohne festen Wohnsitz ist trotz der Corona-Problematik weiter geöffnet. Auch die Franziskusküche an der Brüderstraße, die eng mit der Unterkunft verbunden ist, gibt nach wie vor Essen aus.

Hamm – In der Unterkunft sei es aktuell sehr ruhig, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. In der letzten Zeit hätten hier zwischen einer und drei Personen pro Tag die Einmalübernachtung in Anspruch genommen. Dazu kämen vier „Stammgäste“, die jeweils ein einzelnes Zimmer belegten. Sie haben Aussicht, in Wohnrum vermittelt zu werden. In zwei Fällen sei dies zuletzt gelungen. Das Beratungsangebot der Wohnungsnotfallhilfe von Stadt und Caritas in der Unterkunft laufe trotz Corona weiter.

Natürlich gibt es auch hier Einschränkungen. So sei das Frühstücksangebot, das hier erfolgreich eingeführt worden war, jetzt ausgesetzt. Ansonsten sei die Einrichtung so organisiert, dass Abstandsregelungen eingehalten werden könnten. Aufgrund der geringen Belegungszahl sei auch die räumliche Trennung der Übernachtungsgäste gewährleistet. Sonst schlafen in der Einmalübernachtung mehrere Personen in einem Raum.

Bewohner aufgeklärt und befragt

Seife und Desinfektionsmittel sowie Schutzkleidung für die Mitarbeiter seien ausreichend vorhanden. Die Bewohner würden über die Situation aufgeklärt und regelmäßig nach Corona-Symptomen befragt. Auch Fiebermessen sei möglich.

In der Franziskusküche an der Brüderstraße, die normalerweise an 365 Tagen im Jahr mittags geöffnet hat und bedürftigen Menschen jeden Tag eine warme Mahlzeit anbietet, herrscht momentan ein etwas eingeschränkter Betrieb. Um die Ehrenamtlichen, die sich vielfach im kritischen Alter befinden, zu schützen, wird die Ausgabe nun montags bis freitags von Hauptamtlichen der Caritas vorgenommen.

Nachfrage wie üblich hoch

Die Tische seien der Situation angemessen auseinandergerückt worden und es gebe weniger Sitzplätze. Die Nachfrage sei wie üblich hoch.

Am regelmäßigen Erhebungsstichtag Ende Juni waren im vergangenen Jahr in Hamm 352 Menschen ohne eigenen Mietvertrag, also wohnungslos. Der Großteil von ihnen kommt vorübergehend in der Familie oder bei Freunden unter. Wohnungslos ist aber nicht gleich obdachlos. Auf der Straße übernachte ein geringer Anteil, heißt es regelmäßig von der Stadt und den freien Trägern der Wohnungslosenhilfe. Alle 352 Menschen seien in Betreuung durch die freien Träger.

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