Corona-Kontaktverbote hier wirkungslos

Trinkertreff am Nordring bleibt Problem - Gefängnis als Option?

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Nach wie vor treffen sich mittellose Menschen im Nordringpark. Die Absperrung des Treffpunkts hat wenig gebracht.

Als „schwierig“ bezeichnet ein Stadtsprecher den Umgang mit der Trinkerszene am Nordring bei der Durchsetzung der Corona-Kontaktverbote.

Hamm - Immer wieder hält sich eine größere Gruppe an dem Treffpunkt am Nordringteich auf – obwohl dieser eigentlich abgesperrt ist. Bei der Stadt herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, wie mit dem Problem umzugehen ist. Mehrfach am Tag kontrollierten Ordnungsamt, Polizei und Sozialarbeiter die Gruppe, erklärt der Stadtsprecher. Das Problem: Bußgelder seien keine wirkliche Option bei den oft mittellosen Menschen. Und: Selbst wenn sich die Gruppe nicht mehr am Nordring treffen sollte, dürften sich die Zusammenkünfte nur an andere – mutmaßlich schwerer zu kontrollierende – Orte verlagern.

Trotzdem betont der Stadtsprecher: „Das geht natürlich nicht, dass diese Menschen sich da treffen.“ Derzeit werde geprüft, ob mögliche Bußgelder auch in Strafmaßnahmen – etwa eine Zeit im Gefängnis – umgewandelt werden könnten.

Leben am Rande der Gesellschaft

Es handelt sich bei den Menschen, die sich am Nordring oder  an anderen Szenetreffs aufhalten, um Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und die sich, wie Polizei und Stadt zuletzt immer wieder betont haben, in der Regel friedlich verhalten und die auch niemanden stören. Aufgrund ihrer persönlichen Situation seien sie aber, wie der Stadtsprecher verdeutlichte, schwieriger zu erreichen als andere Gruppen wie zum Beispiel Eltern mit Kindern oder Jugendliche.

Zur Unterstützung des KOD werden daher auch Sozialarbeiter aus den Jugendzentren sowie Streetworker einsetzen, die die Besucher des Treffpunkts ansprechen und auf die besondere Situation im Umgang mit dem Coronavirus hinweisen.

Bei der Stadt ist man sich bewusst, dass es durch die Schließung und Kontrolle an den Treffpunkten zu einer Verdrängung kommen kann.

Corona-Gefahr: Stadt lässt Problembereiche absperren

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