Dreck sogar in Sandkästen

Tretminen stinken vielen: Ärger über Hundehaufen auf Spielplätzen und Gehwegen

Es geht um die Wurst: Besonders ärgerlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden in sensiblen Bereichen. Dazu gehört der große Sandspielkasten im Selbachpark in Hamm.
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Es geht um die Wurst: Besonders ärgerlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden in sensiblen Bereichen. Dazu gehört der große Sandspielkasten im Selbachpark.

In Herringen werden sie mit Fähnchen markiert, in Pelkum gibt es ein mit Musik untermaltes Video, das einige besonders „schöne“ Exemplare zeigt.

Pelkum/Herringen – Die Rede ist von Hundehaufen auf Wegen, Wiesen und Spielplätzen – ein Problem, das in den vergangenen Wochen in Pelkum offenbar massiv zugenommen hat.

Das ist zumindest die Einschätzung vieler Menschen, die sich in sozialen Netzwerken wie Facebook tummeln. Aber auch Pelkums Bezirksbürgermeister Axel Püttner wurde schon mit dem Problem konfrontiert. Mehrere Bürger hätten ihn, wie er sagte, darauf angesprochen. Und auch er selbst habe den Eindruck, dass die Zahl der „Tretminen“ in den letzten Wochen zugenommen hat.

Alles Zufall oder hat es damit zu tun, dass es immer mehr Hunde gibt? Ende 2020 waren in Hamm über 12000 Hunde gemeldet – 200 mehr als im Jahr zuvor. Doch was tun? Wie Püttner sagte, müsse man sich eine Strategie gegen Hundehaufen im öffentlichen Raum überlegen. Hilfreich könnte sicher ein verstärkter Einsatz des Kommunalen Ordnungsdienstes sein.

Mehr Personal für Tretminen-Sünder

Auch für die Stadt ist das ein Ansatzpunkt, wie Stadtsprecher Lukas Huster sagte. Nach der Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes werde man in den Stadtbezirken mehr Präsenz zeigen. „Wir wollen dann auch gezielt kontrollieren, Hundehalter ansprechen und dort, wo erforderlich, ein Fehlverhalten ahnden.“ Ansonsten könne man nur dazu aufrufen, dass die Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Hunde mitnehmen und entsorgen. „Viel mehr Möglichkeiten haben wir derzeit nicht“, so Huster.

Die Kritik der Bürger richtet sich übrigens weniger gegen die Hunde, sondern vielmehr gegen deren Halter, die den Dreck ihrer Vierbeiner liegen lassen. Deutliche Worte findet ein Facebook-Nutzer: „Wer den Hundekot nicht ,mitschleppen’ will, sollte sich einfach keinen Hund anschaffen.“

Forderung: Mehr Mülleimer und Hundekotbeutel-Spender

Betroffen sind längst nicht nur ländliche Bereiche wie das Kirchspiel. Meldungen über das vermehrte Auftreten von Tretminen kommen auch unter anderem aus dem Kobbenskamp, der Straße Am Pelkumer Bach, der Robert-Koch-Straße sowie aus der Fels-Loh-Straße.

Richtig ärgerlich wird es aber dann, wenn Spielplätze verunreinigt werden. Eine Pelkumerin war mit ihrem Enkelkind im Stadtteilpark unterwegs. Als das Kind seinen Roller aufgehoben hatte, klebte, zunächst unbemerkt, der Dreck am Lenker. Ein anderer Leser schickte unserer Zeitung ein Foto von einem Hundehaufen mitten im Sandkasten des Spielplatzes im Selbachpark, und nur ein paar Meter weiter stieß ein WA-Redakteur beim Wochenend-Spaziergang auf das nächste Exemplar. „Echt ekelig“ sind aber auch die Hundehaufen auf den Gehwegen. Einige Halter lassen es offenbar sogar zu, dass ihre Hunde ihr Geschäft in Vorgärten erledigen, in denen sie den Dreck dann liegen lassen.

Und das nervt auch die Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen, beispielsweise in einem Butterbrotbeutel. „Eine Rolle kostet nur 49 Cent.“ Um dem Problem Herr zu werden sollten, so zwei weitere Diskussionsteilnehmer, an stark frequentierten Stellen mehr Mülleimer oder Spender von Hundekotbeuteln aufgestellt werden.

Es geht um die Wurst: Besonders ärgerlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden in sensiblen Bereichen. Dazu gehört auch die nahe gelegene Wiese am Sandspielkasten im Selbachpark in Hamm.

Tretminen liegen lassen, kann teuer werden

Ob’s hilft? Manche Pelkumer sind da skeptisch: „Leute, die ihren Bello in aller Gemütlichkeit auf dem Gehweg vor einem Haus kacken lassen und noch seelenruhig dabei zusehen, anstatt ihn 20 Meter weiter aufs freie Feld zu begleiten, deren IQ wird nicht ausreichen, auf die Idee zu kommen, eine Tüte aus einem bereitgestellten Tütenständer zu nehmen“, kritisiert ein Facebook-Nutzer. Und ein anderer meint angesichts der vielen Hundehaufen: „Es ist zum Fremdschämen, wie viele die Haufen einfach liegen lassen. Dabei ist das Eintüten so einfach...“

Eins ist vielen aber auch klar: Die Kritiker möchten die Hundehalter im Stadtbezirk nicht über einen Kamm scheren. Trotz der Vielzahl der Hundehaufen dürfte die Zahl der „Schwarzen Schafe“ geringer sein als die der Hundebesitzer, die sich ordnungsgemäß verhalten und die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entfernen.

Nach Angaben von Stadtsprecher Lukas Huster wird Hundekot auf Wegen oder städtischen Flächen mit 55 Euro geahndet. Auf Spiel- oder Bolzplätzen liegt der Preis bei mindestens 300 Euro.

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