Traum vom Taubenhaus am Bahnhof nimmt Formen an

Jutta Mir Haschemi-Röben und Susanne Geisler setzen sich fürs Taubenhaus ein.
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Jutta Mir Haschemi-Röben und Susanne Geisler setzen sich fürs Taubenhaus ein.

HAMM-MITTE ▪ Die Initiatorinnen für ein Taubenhaus in Hamm sind einen großen Schritt weiter gekommen. Wie Jutta Mir Haschemi-Röben und Susanne Geisler als treibende Kräfte mitteilen, hat sich die achtköpfige Hammer Arbeitsgruppe nun dem Verein Stadttiere in Düsseldorf angeschlossen.

Ab sofort können damit Spenden angenommen werden, die in den Bau des ersten Hammer Taubenhauses fließen sollen. Die Bahn AG hat dafür bereits einen Standort auf einem ehemaligen Eilgutgleis zugesichert (wir berichteten).

Durch ein oder mehrere Taubenhäuser in der Stadt, gezielte Fütterung und das Austauschen der Eier gegen Gips-Attrappen soll sich die Population zunächst verlagern und dann verringern.

Der Düsseldorfer Verein ist Dachorganisation für Arbeitsgruppen aus Wesel, Wuppertal und der Landeshaupt selbst. In diesen drei Städten stehen bereits Taubenhäuser. Und zwar mit Erfolg, wie der Verein auf seiner Homepage sagt. In Oberhausen bereitet wie in Hamm auch eine Arbeitsgruppe die Einrichtung des ersten Taubendomizils vor. Im kommenden Frühjahr soll das Hammer Projekt mit einer eigenen Internet-Präsenz vertreten sein.

Nun heißt es für Jutta Mir Haschemi-Röben und Susanne Geisler erst einmal Spenden sammeln. „Wenn wir einen Grundstock von 3 000 Euro zusammenhaben, legen wir los“, sagt Mir Haschemi-Röben. Für den Bau des Hauses kalkuliert sie die reinen Materialkosten, denn in der Gruppe arbeitet ein Schreiner und Dachdecker mit. Da fügt es sich gut, dass er obendrein noch ehemaliger Taubenzüchter ist. „Wir müssen ja auch noch einen Grundstock an Futter beschaffen“, so die Initiatorin.

Beginnen mit dem Bau will das Hammer Team nach Möglichkeit im kommenden Frühjahr. „Bevor die nächste größere Brutperiode beginnt, wollen wir die Brutstätte anbieten“, so Mir Haschemi-Röben.

Der Hammer Vogelkundler Gerd Köpke steht Taubenhäusern grundsätzlich positiv gegenüber. „Einen Versuch ist es wert“, sagt er. Allerdings gibt es aus seiner Erfahrung einige Fragen und „Störfaktoren“ zu bedenken. Letztere sind in erster Linie von menschlicher Gestalt: „Noch immer werden Tauben meiste früh morgens unerlaubt gefüttert. Das betrifft vor allem den Bereich Bahnhof und Pauluskirche“, beobachtet Köpke. Per Satzung gebe es ein Fütterverbot durch die Stadt.

„Das Problem der falschen Tierliebe und Tierschutzromantik wird man wahrscheinlich kaum in den Griff bekommen“, glaubt Köpke. Dadurch würden den Tauben abseits der Taubenhäuser auch künftig immer wieder unnötige Nahrungsquellen angeboten. „Sie werden also in diesem Umfeld bleiben“, meint der Vogelkundler. Auch der Abzug aus der Bahnhofshalle gestalte sich schwierig. Auch hier gebe es durch Bäckerei, Imbiss und Abfälle reichlich Nahrung.

Den Bestand der Straßentauben schätzt Köpke auf mehrere Hundert. In jedem Fall seien mehrere Häuser notwendig – ebenso wie eine stetige Pflege, Kontrolle und Dokumentation, gibt er zu bedenken. ▪ oz

Spendenkonto (Hammer Konto wird im nächsten Jahr eingerichtet): Stadtsparkasse Düsseldorf, BLZ 300 501 10, Konto 100 502 44 74. Wegen der Gemeinnützigkeit können Spenden quittiert und steuerlich geltend gemacht werden. Kontakt zur Hammer Arbeitsgruppe: Jutta Mir Haschemi-Röben, Telefon 81120, und Susanne Geisler, Telefon 0174/1057968. http://www.duesseldorfer-stadttiere.de.

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